Fünf Jahre nach der Einführung haben Arbeitsmarktforscher jetzt untersucht, wie sich das bislang auf Löhne und Beschäftigung ausgewirkt hat.
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Politik und Gesellschaft

So wirkt sich der Mindestlohn auf die Wirtschaft aus

Vor fünf Jahren wurde in Deutschland der Mindestlohn eingeführt. Eine Studie zeigt jetzt, wie sich das auf Beschäftigung und Löhne ausgewirkt hat.

Als 2015 der gesetzliche Mindestlohn eingeführt wurde, gab es die Befürchtung, dass die Lohnuntergrenze zu Arbeitsplatzverlusten führen könnte. Doch sind die tatsächlich eingetreten? Die Arbeitsmarktforscher vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben die Auswirkungen des Mindestlohns unter die Lupe genommen. Ergebnis: Die damals befürchteten Arbeitsplatzverluste sind sehr gering ausgefallen.

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Den Forschern zufolge konzentrieren sie sich vor allem auf den Bereich der Minijobs. Allerdings weisen sie darauf hin, dass etwa die Hälfte der zum Jahreswechsel 2014/2015 weggefallenen Minijobs in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse umgewandelt wurde. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen habe sich arbeitslos gemeldet.

Angesichts vermehrter politischer Forderungen zur Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns sprechen die IAB-Forscher allerdings eine Warnung aus: „Es ist offen, ob die aktuell sehr geringen negativen Auswirkungen des Mindestlohns auf höhere Mindestlöhne übertragen werden können“, schreiben sie. Schließlich berge das Aushebeln von Marktmechanismen bei der Lohnfindung erhebliche ökonomische Risiken. Das bedeutet: Ein höherer Mindestlohn könne dazu führen, dass viele Arbeitsplätze oberhalb ihrer Produktivität entlohnt werden müssen. Aus Sicht der Unternehmen wären sie damit unrentabel.

Darüber hinaus geht aus der Studie hervor, was die Einführung des Mindestlohns für die Beschäftigten finanziell bedeutet hat. Demnach sind durch die Einführung der Lohnuntergrenze die Brutto-Monatslöhne der betroffenen Beschäftigten im Schnitt um rund zehn Prozent gestiegen.

Den ausführlichen Bericht der Nürnberger Arbeitsmarktforscher finden Sie unter www.iab.de.

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