Fünf Jahre nach der Einführung haben Arbeitsmarktforscher jetzt untersucht, wie sich das bislang auf Löhne und Beschäftigung ausgewirkt hat.
Foto: Jo Froehner - stock.adobe.com

Politik und Gesellschaft

So wirkt sich der Mindestlohn auf die Wirtschaft aus

Vor fünf Jahren wurde in Deutschland der Mindestlohn eingeführt. Eine Studie zeigt jetzt, wie sich das auf Beschäftigung und Löhne ausgewirkt hat.

Als 2015 der gesetzliche Mindestlohn eingeführt wurde, gab es die Befürchtung, dass die Lohnuntergrenze zu Arbeitsplatzverlusten führen könnte. Doch sind die tatsächlich eingetreten? Die Arbeitsmarktforscher vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben die Auswirkungen des Mindestlohns unter die Lupe genommen. Ergebnis: Die damals befürchteten Arbeitsplatzverluste sind sehr gering ausgefallen.

In einigen Gewerken steigen 2020 die Lohnuntergrenzen. Bereits zum Jahreswechsel wurden zum Beispiel schon die Mindestlöhne im Gebäudereiniger-Handwerk angehoben.

Mindestlohn: Das gilt 2020 im Handwerk

Am 1. Januar ist der gesetzliche Mindestlohn erneut gestiegen. 2020 werden aber im Handwerk auch einige Branchenmindestlöhne angehoben.
Artikel lesen

Den Forschern zufolge konzentrieren sie sich vor allem auf den Bereich der Minijobs. Allerdings weisen sie darauf hin, dass etwa die Hälfte der zum Jahreswechsel 2014/2015 weggefallenen Minijobs in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse umgewandelt wurde. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen habe sich arbeitslos gemeldet.

Angesichts vermehrter politischer Forderungen zur Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns sprechen die IAB-Forscher allerdings eine Warnung aus: „Es ist offen, ob die aktuell sehr geringen negativen Auswirkungen des Mindestlohns auf höhere Mindestlöhne übertragen werden können“, schreiben sie. Schließlich berge das Aushebeln von Marktmechanismen bei der Lohnfindung erhebliche ökonomische Risiken. Das bedeutet: Ein höherer Mindestlohn könne dazu führen, dass viele Arbeitsplätze oberhalb ihrer Produktivität entlohnt werden müssen. Aus Sicht der Unternehmen wären sie damit unrentabel.

Darüber hinaus geht aus der Studie hervor, was die Einführung des Mindestlohns für die Beschäftigten finanziell bedeutet hat. Demnach sind durch die Einführung der Lohnuntergrenze die Brutto-Monatslöhne der betroffenen Beschäftigten im Schnitt um rund zehn Prozent gestiegen.

Den ausführlichen Bericht der Nürnberger Arbeitsmarktforscher finden Sie unter www.iab.de.

Tipp: Sie interessieren sich für politische Entscheidungen, die das Handwerk betreffen? Mit dem Newsletter von handwerk.com halten wir Sie auf dem Laufenden. Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

Auch interessant:

Zum 1. Januar 2020 steigt der Mindestlohn im Elektrohandwerk auf 11,90 Euro pro Stunde.

Dieser Mindestlohn gilt ab 2020 im Elektrohandwerk

Die Tarifpartner im Elektrohandwerk haben sich auf neue Branchenmindestlöhne verständigt. Die erste Erhöhung soll es Anfang 2020 geben.
Artikel lesen

Sowohl bei Gesellen als auch bei ungelernten Arbeitskräften werden 2020 die Lohnuntergrenzen angehoben.

Mindestlohn: Das gilt ab 2020 im Dachdeckerhandwerk

Die Tarifpartner im Dachdeckerhandwerk haben sich auf neue Branchenmindestlöhne geeinigt. Die erste Erhöhung kommt zum Jahreswechsel.
Artikel lesen

Alle Beschäftigten bekommen künftig bei einer Überschreitung der 8. Arbeitszustunde Belastungszuschläge von 25 Prozent.

Gebäudereiniger-Handwerk: Das sieht der neue Tarifvertrag vor

Der Streit ist beigelegt: Die Tarifpartner im Gebäudereiniger-Handwerk haben sich auf einen neuen Rahmentarifvertrag geeinigt. Das sind die wichtigsten Eckpunkte.
Artikel lesen
Foto: Gerhard Seybert - stock.adobe.com

Politik und Gesellschaft

Diese Branchenmindestlöhne gelten 2021 im Handwerk

In einigen Handwerkberufen sind die Mindestlöhne in diesem Jahr schon gestiegen. Zwei Gewerke heben die Lohnuntergrenze 2021 noch an.

Bis Mitte 2022 soll der gesetzliche Mindestlohn in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen.
Foto: linavita - stock.adobe.com

Vorschlag der Mindestlohnkommission

Mindestlohn soll bis 2022 auf 10,45 Euro steigen

Bis 2022 empfiehlt die Mindestlohnkommission die Anhebung des Mindestlohns um 1,10 Euro. Die Lohnuntergrenze soll in vier Schritten steigen.

2019 steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 9,19 Euro brutto pro Arbeitsstunde. 2020 wird die Lohnuntergrenze um weitere 16 Cent angehoben.
Foto: Stockfotos-MG - stock.adobe.com

Politik und Gesellschaft

2019: Der Mindestlohn steigt auf 9,19 Euro

Die Bundesregierung hat für das Jahr 2019 eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns um 35 Cent beschlossen. Auch die nächste Erhöhung steht schon fest.

In einigen Gewerken steigen 2020 die Lohnuntergrenzen. Bereits zum Jahreswechsel wurden zum Beispiel schon die Mindestlöhne im Gebäudereiniger-Handwerk angehoben.
Foto: Pavle - stock.adobe.com

Politik und Gesellschaft

Mindestlohn: Das gilt 2020 im Handwerk

Am 1. Januar ist der gesetzliche Mindestlohn erneut gestiegen. 2020 werden aber im Handwerk auch einige Branchenmindestlöhne angehoben.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.