In diesem Ausbildungsmodell können sich Abiturienten in 3,5 Jahren zum Meister ausbilden lassen.
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Personal

Dieser Meisterkurs holt Abiturienten ins Handwerk

Vom Abitur zum Meister in 3,5 Jahren: Dieses Modell hat ein Verband erprobt, um mehr junge Führungskräfte zu gewinnen. Mit positiver Bilanz.

Wie bekommt man gute Fachkräfte ins Handwerk? Diese Frage beschäftigt Unternehmen und Verbände seit Jahren. Schwierigkeiten mit Wertschätzung und Image gelten als Ursachen des Problems.

Im Stuckateurhandwerk gibt es nun erste Erfahrungen mit einem ganz praktischen Lösungsansatz, junge Menschen mit (Fach-)Abitur oder vergleichbarem Abschluss für eine handwerkliche Ausbildung zu begeistern.

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Das baden-württembergische Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade hat dafür eine Ausbildung konzipiert, in der die jungen Schulabgänger innerhalb von 3,5 Jahren zum Meister ausgebildet werden. Die duale Ausbildung zum sogenannten „Ausbau-Manager – Meisterplus für Raum und Fassade“ haben nun die ersten acht Absolventen erfolgreich abgeschlossen.

Laut Stephan Bacher, Sprecher des Fachverbandes der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg, handelt es sich beim Ausbau-Manager um eine kombinierte Ausbildung zum Gesellen und Meister. Verschiedene allgemeinbildende Inhalte, die die Auszubildenden in der Oberstufe bereits hatten, könnten in der Ausbildung entfallen. Die freiwerdende Zeit werde mit Meisterinhalten gefüllt.

Für den Fachverband zeigt sich der Erfolg des Konzepts schon in den Ausbildungszahlen: Während die traditionellen Meisterschulen der Stuckateure landesweit zusammen 60 bis 70 Schüler jährlich hätten, kämen mit dem Ausbau-Manager inzwischen pro Jahr weitere 15 bis 16 Auszubildende hinzu. Mit einer Durchfallquote von etwa 30 Prozent liege der erste Abschluss-Jahrgang im Bereich der anderen Meisterkurse.

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