Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Star für 32 Sekunden

Star für 32 Sekunden

Die Masse der Jahresrückblicke hat eine Frage unbeantwortet gelassen: Wer war 2006 eigentlich der bekannteste Handwerker? Wir kennen die Antwort.

Die Masse der Jahresrückblicke hat eine Frage unbeantwortet gelassen: Wer war 2006 eigentlich der bekannteste Handwerker? Wir kennen die Antwort.

Sein Foto füllte komplette Zeitschriftenseiten. Und Abend für Abend erschien er auf den Mattscheiben in Deutschlands Wohnzimmern. Dann stand er in einer lichtdurchfluteten Werkstatt, blickte durch seine runde Brille in die Kamera und erklärt einem Millionenpublikum, dass die Arbeit mit Jugendlichen eine tolle Sache ist. Manfred Waschkowitz war der Star einer Image-Kampagne, mit der die Deutsche BP AG bis Mitte Dezember für "Bürgerliches Engagement" geworben hat. Ein Star für 32 Sekunden.

Warum besetzt ein Global Player die Hauptrolle seiner Werbung mit einem Duisburger Tischlermeister, der in der Regel nur einen Mitarbeiter und einen Auszubildenden beschäftigt? "Die BP-Stiftung und mein Betrieb haben tatsächlich eine Gemeinsamkeit, wir unterstützen hier in Duisburg eine Schwerbehindertenschule so kam der Kontakt zustande", antwortet Waschkowitz und gibt eine Kostprobe seines verschmitzten Lächelns, das im Fernsehen so unverfälscht rüberkam.

Waschkowitz ist nicht der erste Handwerker, der Werbegeschichte geschrieben hat. Wer erinnert sich nicht an den gestandenen SHK-Meister, der Deutschlands Hausfrauen davon überzeugt hat, dass ein Mittel gegen Kalk den Heizstab der Waschmaschine vor "Lochfraß" schützt. Ein Tischler als Imageträger für ein gesellschaftliches Anliegen ist eine neue Variante.

Dreharbeiten dauerten zwei Tage

"Faszinierend." So beschreibt Waschkowitz die Dreharbeiten. Weil seine Werkstatt zu niedrig war, ist das Filmteam in die größeren und vor allem helleren Räume eines Düsseldorfer Kollegen ausgewichen. Zwei Tage lang haben ihm Fotografen, Kameramänner, Toningenieure, der Regisseur und ganze Horden von Assistenten "den Bauch gepinselt". Dass von den "bestimmt zehn Situationen", die gedreht wurden, letztlich nur zwei im Werbespot gelandet sind, stört ihn nicht: "Ich habe mich unheimlich wohlgefühlt."

Die BP Stiftung fördert die Berufsvorbereitung benachteiligter Jugendlicher. Die Chancen auf einen Arbeitsplatz sollen so gesteigert werden. Tue Gutes und rede drüber diesen Part hat Waschkowitz übernommen. Der zentrale Satz, den er während der Dreharbeiten wieder und wieder sagen musste: "Eine besonders positive Erfahrung ist es für mich immer, wenn die Kinder bei mir drei

Wochen lang ein Praktikum gemacht haben und unbedingt Schreiner werden wollen."

Ärger mit dem eigenen Auszubildenden

Dass die Welt nicht ganz so heil ist wie im Fernsehen, ist dem Tischlermeister bewusst. Erst vor wenigen Wochen hat sein eigener Lehrling die Ausbildung abgebrochen. "Das hat unheimlich weh getan, das war eine persönliche Niederlage", gesteht Waschkowitz ein. Eigentlich hat der 47-Jährige in den zurückliegenden Jahren ein gutes Händchen bei der Auswahl des Tischlernachwuchses bewiesen.

Waschkowitz gibt Hauptschülern, die "schlau genug" für die Berufsschule und handwerklich geschickt sind, den Vorzug vor Gymnasiasten. Warum? "Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber das Gymnasium vernachlässigt offenbar die praxisnahe Ausbildung. Da fehlt es oft an handwerklichem Geschick."

Nachdem der 32-Sekunden-Spot gesendet wurde, ist er sogar auf offener Straße von fremden Leuten angesprochen worden: "Sind Sie nicht der aus dem Fernsehen?" Und auch bei seinen Auftraggebern kam sein Auftritt gut an. "Ich dachte mich tritt ein Pferd", ließ ihn ein Stammkunde wissen, "kaum habe ich den Fernseher eingeschaltet, steht der Waschkowitz bei mir in der Tür."

Im Magazin "Der Spiegel" hat BP die Anzeige mit dem Foto des Tischlermeisters auf Seite 2 platziert. "Da fehlte eigentlich nur noch die Titelseite", meint Waschkowitz.

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Hier kommt die Maus

Hier kommt die Maus

Wie wird ein Hammer geschmiedet? Wie wird eine Brezel gebacken? Die "Sendung mit der Maus" hat schon oft die Welt des Handwerks erklärt. Die Frage, die ein aktueller Filmbeitrag kindgerecht beantworten will: Wie funktioniert eigentlich ein Passivhaus?

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Der Profi im Profi-Film

Handwerker-Video: Das muss man gesehen haben

Nur Bilder. Keine Worte. Der Film über den Handwerksmeister Ulrich Kriescher weckt Emotionen, ist detailreich – und einfach gut. Und ganz nebenbei haucht er einem Gewerk Leben ein, das "eigentlich tot ist".

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Pack mit an!

Neuauflage der Imagekampagne

Vier Drehtage, 15 Locations und mehr als 150 Mitwirkende: Ein aufwendig produzierter TV-Spot bildet den Auftakt zur neuen Imagekampagne der Handwerksorganisationen. Unter dem Motto „Die Welt war noch nie so unfertig. Pack mit an.“, soll er junge Menschen ansprechen.

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

60-Sekunden-Video

Wir sind Handwerker. Wir können das.

Auch ein Kunststück: In nur 60 Sekunden zeigt der neue ZDH-Imagefilm, was los ist in Deutschlands Betrieben. Gelungen!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.