Foto: Babian Nockel, Montage: Gille

Inhaltsverzeichnis

Strategie

Starke Oberflächen: Der Schreiner für Stein und Eisen

Exklusive Möbel mit Oberflächen aus Basalt, Eisen oder Kohle gehören zur Spezialität der Schreinerei Seemüller. Das ist nicht nur was fürs Auge.

Auf einen Blick:

  • Die Schreinerei Werner Seemüller hat sich auf hochwertige Möbel für Büros, Küchen und Wohnzimmer mit besonderen Oberflächen spezialisiert.
  • Die einzigartigen Oberflächen von Werner und Sabine Seemüller verleihen Designs aus Holz die Optik und Haptik von Metall, Stein oder kohleartigen Substanzen.
  • Gestartet ist das Unternehmen 2003 mit einem Fensterkundendienst. Auf dem Weg zum Möbeltischler half ein Standbein, das heute noch die Hälfte des Umsatzes ausmacht: Denkmalschutz.
  • Über Mundpropaganda und seine Online-Präsenz gewinnt das Unternehmen immer mehr Kunden. Gute Voraussetzungen für die Zukunftspläne des Betriebs: stetiges Wachstum.

Holz ist Holz. Diese Aussage ist so lange wahr, bis Sie die Arbeiten von Werner und Sabine Seemüller kennengelernt haben. Die Fähigkeiten des Schreinermeisters und der Vergolderin ergänzen sich in der Schreinerei Werner Seemüller zu außergewöhnlichen Möbeln mit einzigartigen Oberflächen. Sie verleihen Designs aus Holz die Optik und Haptik von Metall, Stein oder kohleartigen Substanzen.

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Schreiner mit dem Faible für Oberflächen

Die Schreinerei aus dem bayerischen Dießen am Ammersee hat sich auf hochwertige Büros, Küchen und Wohnzimmer spezialisiert. „Wir sind materialtechnisch sehr flexibel“, sagt Werner Seemüller. Vertrieben werden die Spezialoberflächen unter dem Namen Aurinas. Doch was ist an denen so einzigartig? Seemüller erinnert sich an einen seiner letzten Aufträge: „Da wollte ein Kunden einen Eisenträger in seinem Zimmer haben.“

Die Installation eines realen, hunderte Kilo schweren Eisenträgers wäre allerdings alles andere als praktikabel gewesen. Also hat das Schreinerteam eine Holzunterkonstruktion in Form eines T-Trägers erstellt. Auf diese haben sie die Oberfläche Aurinas Eisen aufgetragen. „Die hat nicht nur den optischen Charme von altem Eisen, sie fühlt sich auch so an“, sagt Seemüller. Die Oberfläche ist nicht glatt, wie lackiert, sondern bildet Lochfraß in der Tiefe von ein paar Millimetern nach. „Als hätte sich die Witterung über Jahre in den Träger eingefressen“, sagt Seemüller.

Basalt ist Basalt, Eisen ist Eisen

Mit Eisen gelingen der Schreinerei ebenso einzigartige Ergebnisse wie zum Beispiel mit Stein.

„Wir können alle Arten von Stein in der Schichtstärke 1 bis 2 Millimeter auf einen festen Untergrund bringen“, erklärt der Schreinermeister. Auf die authentische Haptik legt das Unternehmerpaar dabei besonderen Wert. Bei allen Spezialoberflächen gilt daher ein Grundsatz: „Die Oberflächen fühlen sich real an, weil sie real sind“, betont Seemüller, „Basalt ist Basalt, Eisen ist Eisen – der Rest ist Betriebsgeheimnis.“

2003 hat Seemüller die Schreinerei gegründet. Der Wunsch, dorthin zu kommen, wo er heute ist – hochwertige Möbel für eine ausgesuchte Kundschaft zu fertigen – bestand von Anfang an. „Aber wenn man ein Unternehmen in eine gewisse Richtung schieben will, braucht man schon um die acht Jahre“, sagt der Unternehmer. Dabei hat ihm ein Geschäftsfeld geholfen, das heute noch etwa die Hälfte des Umsatzes der Schreinerei ausmacht.

Ein Standbein im Denkmalschutz

„Wir haben mit einem Fensterkundendienst angefangen und uns dabei intensiv in den Denkmalschutz eingearbeitet“, erzählt der Schreinermeister. Sabine Seemüller hatte als Vergolderin bereits viel Erfahrung im Umgang mit Denkmalschutzbehörden und so fand das Unternehmen schnell eine Spezialisierung. „Wir haben festgestellt, dass es in der Kommunikation zwischen Bauherren und Denkmalamt häufig zu Schwierigkeiten kommt“, sagt Werner Seemüller. Weil das Unternehmerehepaar mit den Bedürfnissen beider Seiten vertraut ist, tritt es bei denkmalschutzrelevanten Projekten als Vermittler auf.

Ein Beispiel, das in der Schreinerei häufiger vorkommt: Ein Kunde will seine Kastenfenster erneuern. Dieser Fenstertyp besteht häufig aus zwei nach außen öffnenden und zwei nach innen öffnenden Fensterflügeln. „Der Kunde will mehr Wohnkomfort und Sicherheit und das Denkmalamt will die äußere Form erhalten“, erklärt Werner Seemüller. Eine Lösung, die beide Seiten zufriedenstellt, ist in dem Fall: Die Schreinerei stellt neue Innenflügel mit Isolierverglasung und guter Dichtigkeit her und die Außenflügel können optisch erhalten bleiben.

Online zu neuen Kunden

Ob beim Möbelbau oder dem Denkmalschutz, das wichtigste Erfolgsrezept der Tischlerei ist es, immer ein offenes Ohr für den Kunden zu haben. „Wir nehmen uns sehr viel Zeit für unsere Kunden“, erzählt Werner Seemüller. Der Schreinermeister weiß: Auch wenn ein potenzieller Auftraggeber nicht genau sagen kann, was er will, hat er doch ein bestimmtes Bild im Kopf. „Wenn wir diesen Wunsch richtig lesen, dann haben wir auch den Auftrag“, erklärt der Handwerker. Nicht selten entsteht dann passend zum Kundenwunsch auch eine neue Oberfläche.

Mit jedem zufriedenen Auftraggeber wächst der Kundenkreis der Schreinerei. „Vieles ist Mundpropaganda, aber inzwischen bekommen wir auch viele Online-Anfragen über unsere Website, Facebook und Instagram“, sagt Seemüller. Das sind gute Voraussetzungen für die Zukunftspläne des Betriebs. Bald wird das 5 Mitarbeiter starke Unternehmen ein neues Betriebsgebäude beziehen, in dem es seine Geschäfte ausbauen kann. Dazu erklärt Seemüller: „Wir wollen weiter wachsen, langsam und stetig.“

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