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Krankenstand

Stress lass nach!

Die Zahl der Krankentage im Handwerk steigt seit Jahren zum ersten Mal wieder an. Stress und psychische Belastungen gehören zum Alltag. Nicht so bei Frank Imbusch. Er ist seinen Stress los.

von Martina Jahn

#132;Die Zahlen waren mir ein Dorn im Auge. Im Vergleich zu anderen Unternehmen in der Branche war unser Krankenstand 2002 enorm hoch #147;, sagt Frank Imbusch, Geschäftsführer des SHK-Betriebs Altewichard in Belm. Die Produktivität war gesunken und am Ende des Jahres #132;viel weniger in der Kasse #147;. Für Imbusch der Zeitpunkt, zu handeln. #132;Die Mitarbeiter klagten über Rückenbeschwerden #147;, erzählt er. Eine Rückenschule in Zusammenarbeit mit der IKK war also die erste konkrete Maßnahme.

Dass Schmerzen im Rücken oft eine tiefere Ursache haben, weiß Andrea Fritzsche, Referentin für Gesundheitsförderung bei der IKK. #132;Stress in Handwerksbetrieben kommt oft nicht direkt ans Licht. #147; Selten kämen Handwerksunternehmer auf die Krankenkassen zu. Um Stressfaktoren in kleinen und mittleren Betrieben zu bekämpfen, müssten Chefs bereit sein, sich für das Thema Gesundheit zu öffnen. #132;Leider ist das im Handwerk oft nicht der Fall. #147;

Doch Frank Imbusch musste handeln und hat sich gleich die Krankenkasse gewandt. #132;Wir haben bis heute den gesamten Betrieb umgekrempelt. #147; Stressfaktoren schaffte er ab. Rauchverbot in den Büros und auf Baustellen, Spezialisten überprüften die Arbeitsplätze auf Sicherheit und Arbeitsschutz. Sie gestalteten Büros gesundheitsfreundlich um. Der Betrieb bot sportliche Aktivitäten für alle Mitarbeiter an: Auf die Rückenschule folgte ein Fitness-Kurs. #132;Und im Betrieb steht immer eine Schale mit Obst. #147;

Offensiv sprach der Geschäftsführer mit den Mitarbeitern darüber #132;wo der Schuh drückt #147;. Besonders wichtig sei gewesen #132;dass wir auf die Bedürfnisse des Teams eingingen #147;. Somit landeten harte Fakten auf dem Tisch der Geschäftsführung: #132;Wir wurden gebeten, die Arbeit umzuverteilen, einige fühlten sich überlastet. Das drückte sogar auf ihre Psyche #147;, sagt der 44-Jährige. Es ging nicht primär um die Masse der Aufträge, sondern um #132;schwere #147; Arbeiten, die nicht immer nur Einer machen kann. Die Verantwortlichen schichteten die Last um und nahmen Betroffenen damit den Druck.´

Die Arbeit bei Altewichard in Belm ist nun buchstäblich auf vielen Schultern verteilt. Sieben Handwerksmeister und drei Geschäftsführer sind unter den 35 Mitarbeitern. #132;Wir wollen einen Ausgleich schaffen und die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern #147;, unterstreicht Imbusch. Dass es Kollegen gab, die wegen Überarbeitung eine Auszeit nahmen, verheimlicht er nicht. #132;Nach der Arbeitsunfähigkeit gab es erfolgreiche Rückkehrgespräche. #147;

Für Frank Imbusch zieht eine positive Bilanz aus der Gesundheitsoffensive: #132;Die Krankheitsstunden von 2002 bis 2007 haben wir halbiert, die Rückenbeschwerden sind weniger geworden. #147; Auch er müsse seinen inneren Schweinehund überwinden, wenn er nach der Arbeit mit den Kollegen Sport machen geht. Aber: #132;Einen gesunden Betrieb gibt es nur mit gesunden Mitarbeitern #147;, ist Imbusch überzeugt.

So vermindern Sie Stress im Betrieb:

Die IKK hat ein Anti-Stress-Programm zusammengestellt:

Arbeitsschritte können Sie verbessern, indem Sie die Arbeitsintensität verringern, klare Anweisungen der Tätigkeit und der Arbeitsschritte geben, regelmäßige Pausen einlegen und familienfreundliche Arbeitszeiten schaffen.

Das Arbeitsumfeld wird gesundheitsgerecht, wenn Sie Lärm vermindern und ausreichende Schutzvorkehrungen treffen.

Ein gutes Betriebsklima entsteht durch die Kommunikation zwischen Chefs und den Mitarbeitern und eine aktive Herangehensweise an Konflikte.

Die Qualifizierung von Mitarbeitern erreichen Sie durch Informationen über branchenspezifischen Gesundheitsschutz und die Aufklärung über Stress, Stressverminderung und Entspannung.

Durch Bewegung können Sie Stress abbauen. Besonders Ausdauersportarten (Joggen, Schwimmen, Radfahren) erweisen sich als guter Stressausgleich. Aber Vorsicht: Nicht sportliche Höchstleistung steht im Vordergrund, sondern Entspannung. Planen Sie für den Sport feste Zeiten ein und setzen Sie dort Prioritäten.

Eine gesunde Ernährung mit ausreichenden Vitaminen und Mineralstoffen schützt vor Leistungstiefs und hilft, Stress besser abzubauen.

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