Foto: Dada Lin – Fotolia.com

Ablauforganisation

Stressfreie Baustellen – geht das überhaupt?

Raus aus dem Hamsterrad: Jede gut funktionierende Baustelle folgt einem bestimmten Muster, sagt Handwerksmeister Olaf Ringeisen. Man muss es nur erkennen – und konsequent nutzen.

Auf einen Blick:

  • Ob große oder kleine Baustelle: Aufträge laufen immer in vier Phasen ab.
  • Der Verkauf: Notieren Sie alle Wünsche, Absprachen und Infos von Anfang an verständlich – für Kunden und Mitarbeiter.
  • Die Vorbereitung: Besprechen Sie die neue Baustelle nicht erst auf den letzten Drücker mit dem Team – sondern mindestens drei Tage vorher.
  • Die Ausführung: Gut informierte Mitarbeiter arbeiten selbstständig – wenn Sie sie lassen und nicht ständig stören.
  • Die Abrechnung: Überlassen Sie die Abnahme Ihren Mitarbeitern. So bekommen sie direkt Feedback und das ist gut für die Motivation.

Inhaltsverzeichnis

Reibungslose Baustellen, selbstständige Mitarbeiter, stressfreier Chef? Sie kennen sicherlich das gute Gefühl, wenn es läuft. Diese innere Befriedigung, dass die Mitarbeiter produktiv arbeiten und richtig was schaffen. Wenn die Kunden begeistert sind und Sie weiterempfehlen. Wie wäre es, wenn das ein Dauerzustand würde?

Die Sicherheit, alles rechtzeitig zu erledigen

Der Bestsellerautor und Coach, Tony Robbins, sagt: Die wahrhaft erfolgreichen Menschen erkennen und wiederholen Muster. Jede Handlung, jede Tätigkeit, jede Aufgabe führt garantiert zum Erfolg, wenn man das Muster dahinter erkennt.

Ich sage: Jede Baustelle wird erfolgreich, wenn Sie das Muster kennen, wie eine Baustelle grundsätzlich funktioniert. Mit einem System haben Sie die Sicherheit, dass alle wichtigen Aufgaben rechtzeitig und Schritt für Schritt erledigt werden. Was wäre, wenn Sie so ein System im Alltag hätten und nutzen würden?

Das Muster: die 4 Phasen jeder Baustelle

Egal, ob es bei einem Auftrag um 1.000 oder 100.000 Euro geht: Jede Baustelle funktioniert immer nach dem gleichen Muster – in vier Phasen.

  1. Zuerst wird die eigene Leistung verkauft. Sei es in Form einer Ausschreibung oder in der individuellen Beratung und Angebotserstellung.
  2. Wird der Auftrag erteilt, wird die Baustelle rechtzeitig vorbereitet, damit die Mitarbeiter ab der ersten Minute produktiv und ohne Rückfragen arbeiten können.
  3. Dann kommt die Ausführung.
  4. Und wenn der Auftrag fertig ist, kommt die Abrechnung. Wenn in den Phasen davor alles richtig gemacht wurde, ist die Rechnung quasi schon fertig. Und das Beste: Der Kunden bezahlt vollständig und kurzfristig.

1. Phase – Verkauf: Vollständige und verständliche Dokumentation von Anfang an

Der chinesische General Sunzi sagte 500 v. Chr.: „Die Schlacht wird im Zelt des Generals gewonnen.“

Die Vorbereitung beginnt für mich bereits im Verkauf. Hier werden alle Details und Wünsche besprochen. Lösungen für technische Probleme werden gefunden. Wenn Sie jetzt alle Informationen systematisch notieren, kann Ihre Sekretärin bei Auftragserteilung die Baustelle vorbereiten.

Tipp: Wichtig im Verkauf ist, die Informationen so darzustellen, dass Kunde und Mitarbeiter sie verstehen.

2. Phase – Vorbereitung: Besprechung mit dem Team, bevor es losgeht

Ist der Auftrag erteilt, sollte die Baustelle so vorbereitet werden, dass die Mitarbeiter genauestens wissen, was und wie es zu tun ist.

In dieser Phase entscheidet sich, ob Ihre Mitarbeiter Verantwortung übernehmen. Der Schlüsselmoment dafür ist die Baustellenübergabe. Mindestens 3-5 Tage vor Beginn sollten Sie Ihrem Mitarbeiter die Baustelle zeigen und mit ihm alle Details besprechen.

Meine Erfahrung aus über 15 Jahren als Malermeister in führender Position zeigt: Wer alle Informationen erhält, kann nicht anders, als Verantwortung zu übernehmen.

3. Phase – Ausführung: Ohne Rückfragen und Störungen

Wenn Sie in den ersten beiden Phasen alles richtig gemacht haben, können Sie sich jetzt entspannen. Ihr Mitarbeiter übernimmt nun die Verantwortung für die richtige und rechtzeitige Ausführung.

Wichtig ist, ihm nicht in den Alltag zu "grätschen". Ich beobachte immer wieder, dass Handwerksmeister nicht loslassen können und alles besser wissen. Aber wie wirkt das auf den Mitarbeiter? Richtig, er fühlt sich demotiviert.

Tipp: Ja, Fehler zuzulassen kann Geld kosten. Jeden Fehler zu vermeiden wird Sie hingegen Lebensqualität kosten. Denn dem Mitarbeiter alles vorzugeben bedeutet, dass alles von Ihnen abhängt. Und dann klingelt laufend Ihr Telefon.

4. Phase – Abrechnung: Zeit für Feedback an die Mitarbeiter

Der wichtigste Moment für einen Mitarbeiter ist die Abnahme. Machen Sie selbst die Abnahme? Überlassen Sie das Ihren Mitarbeitern. Sonst verpassen Sie die beste Gelegenheit, Ihre Mitarbeiter zu motivieren. Feedback ist pure Motivation. Und wer kann dem Mitarbeiter glaubwürdiger Feedback geben, als der Kunde?

Tipp: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Mitarbeiter eine Rückmeldung bekommt. Was lief gut, was lief nicht gut? Was hat er gelernt? So geht Ihr Mitarbeiter selbstsicher an den nächsten Auftrag.

Olaf Ringeisen ist Sparringspartner für Handwerksmeister, die mehr persönliche Freiheit erreichen wollen. Sein Ziel: raus aus dem Hamsterrad! Der gelernte Malermeister führt in vierter Generation seinen Malerbetrieb in Northeim. Er arbeitet seit mehr als 15 Jahren an der Optimierung seiner Strategien zur erfolgreichen Unternehmensführung im Handwerk. Über 600 Malerbetrieben hat er mit seinen Systemen schon weitergeholfen. Sein Qualyplan-System enthält seine wichtigsten Erkenntnisse und Werkzeuge, die Sie benötigen, um raus aus dem Hamsterrad zu kommen und sich ein wahrhaft außergewöhnliches Unternehmen zu schaffen. Mehr Infos: www.baustelle-optimieren.de/kostenlose-praxistipps

Personal

So binden Sie Ihre Mitarbeiter an den Betrieb

Im Wettbewerb um Fachkräfte sind attraktive Arbeitsplätze gefragt. Mit diesen 7 Bleibeanreizen können Sie punkten, um gute Mitarbeiter im Unternehmen zu halten.

Kommunikation

Private Smartphones im Betrieb: Vertrauen und Verbindlichkeit

Aus dem Arbeitsalltag in ihrem Betrieb sind Smartphones nicht mehr wegzudenken. Bei der privaten Nutzung vertraut Anneke Bongert ihrem Team. Damit hat sie gute Erfahrungen gemacht.

Strategie

Handwerker-Kooperation: Vertrauen ist Chefsache

Manfred Reinink führt ein Netzwerk aus 13 Handwerksbetrieben. Die Zusammenarbeit funktioniert reibungslos – dank eingespielter Abläufe und klarer Absprachen.

Personal

Ein Betrieb, drei Väter, alle in Elternzeit

Monteure oder junge Väter aus der Werkstatt in Elternzeit? In diesem Handwerksbetrieb ist das selbstverständlich. Das Team hat dafür gemeinsam verschiedene Modelle entwickelt. Wie das in der Praxis funktioniert, erklären die Chefin und ein Vater.