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6 Warnsignale vor der Kündigung

Suchen Ihre Mitarbeiter einen neuen Chef?

Wissen Sie eigentlich, ob Sie sich auf Ihre Mitarbeiter verlassen können? Ob sich der eine oder andere nicht heimlich nach einer neuen Arbeit umsieht? Wenn Sie von einer Kündigung nicht überrascht werden wollen, sollten Sie diese 6 Warnsignale kennen.

Wenn ein Mitarbeiter seinen Job kündigt, ist das für den Arbeitgeber und die Kollegen meist eine enorme Belastung: Für die Kollegen bedeutet das Überstunden, für den Chef fängt die Suche nach einem neuen Mitarbeiter an. Und die kann dauern.

Da ist es oft besser, mit dem Wechselkandidaten rechtzeitig zu sprechen - bevor es zu spät ist und er einen neuen Job hat! Darum sollten Sie die folgenden Warnsignale kennen:

1. Veränderte Arbeitsmoral: Wenn sich Mitarbeiter plötzlich beklagen
Ein typischer Fall: Eigentlich ist Kai D. ein zuverlässiger Mitarbeiter, der sich auch unter Stress und bei Überstunden nicht beklagt. Das gehört für ihn einfach zur Arbeit dazu. Doch in der letzten Zeit beschwert er sich häufiger: entweder über die hohe Arbeitsbelastung oder über die Art seiner Aufgaben.

Diagnose: Kai D. fühlt sich überlastet und/oder unterfordert. Die Schuld daran gibt er seinem Arbeitgeber - und er ist sich sicher, woanders etwas Besseres finden zu können.

Maßnahmen:

  • Prüfen Sie als Erstes, ob Ihr Mitarbeiter vielleicht richtig liegt und er wirklich überlastet oder unterfordert ist.
  • Falls ja: Reden Sie mit ihm. Machen Sie ihm klar, wie wichtig er Ihnen ist. Verschaffen Sie ihm neue Aufgaben, die seinen Fähigkeiten entsprechen. Falls das kurzfristig nicht geht, dann zeigen Sie ihm zumindest eine Perspektive auf. Sorgen Sie bei Bedarf für Entlastung - es muss wirklich nicht sein, dass Ihr Top-Mitarbeiter jeden Kleinkram miterledigt, nur weil er der Zuverlässigste im Team ist.
  • Falls nein: Forschen Sie nach, was sich aus seiner Sicht geändert hat. Liegt es am Chef, an den Kollegen ...? Was können Sie gemeinsam ändern?

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2. Gehäufte Arzttermine und/oder Krankheitstage

Ein typischer Fall: Melanie K. war bisher selten krank. Sie ist eher der Typ, der sich auch dann noch zur Arbeit schleppt, wenn er längst ins Bett gehört. Doch jetzt stellen Sie fest, dass Melanie K. öfter mal einen Tag krank ist - danach aber nie krank oder angeschlagen wirkt. Und sie kommt vielleicht auch öfter mal etwas später oder geht etwas früher, weil sie angeblich noch einen Arzttermin hat.

Diagnose: Entweder hat Melanie K. innerlich gekündigt und will sich nicht mehr so für die Firma engagieren wie bisher. Oder sie ist schon längst dabei, sich einen neuen Job zu suchen.

Maßnahmen:

  • Viel machen können Sie in dieser Situation nicht mehr. Ihr Mitarbeiter will kündigen und nutzt Sie zu diesem Zweck bereits aus.
  • Natürlich können Sie in so einem Fall den Vertrauensarzt einschalten. Aber das lohnt sich eigentlich nur bei Mitarbeitern, die über Monate und Jahre immer wieder ausfallen. So lange wird das ein kündigungswilliger Mitarbeiter nicht durchziehen.
  • Oder wollen Sie dem Mitarbeiter doch noch eine Brücke bauen? Statt offen auf Ihre Beobachtungen einzugehen, können Sie ein "Mitarbeitergespräch" führen, in dem es vor allem um die Belange des Mitarbeiters geht. Womit ist er zufrieden, womit nicht? Was ließe sich aus seiner Sicht verbessern ...? Geht der Mitarbeiter darauf ein, dann ist er noch nicht ganz verloren. Wenn nicht - dann sollten Sie sich dringend nach Ersatz umsehen.

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3. Ungewöhnlich gepflegtes Äußeres

Ein typischer Fall: Irgendwie hat sich Timo M. in den letzten Wochen verändert. Er achtet mehr auf sein Erscheinungsbild. Seine Kleidung ist besser in Schuss, jetzt kommt er gelegentlich sogar mit einer Krawatte zur Arbeit!

Diagnose: Entweder hat Timo M. eine neue Freundin, einen Nebenjob oder er führt heimlich schon Vorstellungsgespräche.

Maßnahme:

  • Fragen Sie Ihren Mitarbeiter ganz direkt. Ihnen sind die Veränderungen aufgefallen ... wie kommt es?
  • Äußern Sie Ihre Befürchtungen. Sagen Sie auch deutlich, dass Sie davon zwar enttäuscht wären, ihm aber keine Steine in den Weg legen würden.
  • Und dann fragen Sie nach, woran es liegt, was sich ändern müsste ...

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4. Die Arbeitsleistung lässt nach

Ein typischer Fall: Manfred G. kommt immer öfter zu spät, hält sich nicht an Absprachen und auch die Qualität seiner Arbeit lässt zu wünschen übrig.

Diagnose: Vermutlich hat Manfred G. das Interesse an seiner Arbeit verloren. Sehr wahrscheinlich überlegt er sich schon, wann und wie er sich einen neuen Job suchen könnte.

5. Ein Mitarbeiter kapselt sich ab
Ein typischer Fall: Holger S. ist eigentlich genau der Typ Kollege, der zu allem seinen Senf dazugibt. Der zu allem eine Meinung hat und sich auch nicht so leicht davon abbringen lässt. Doch in letzter Zeit ist er auffallend ruhig geworden. Er beteiligt sich kaum noch an fachlichen Diskussionen, bringt keine eigenen Vorschläge ein und hält sich in Konflikten zurück. Ein richtiger Ja-Sager.

Diagnose: Entweder hat Holger S. innerlich gekündigt oder er sucht bereits nach einem Job.

Maßnahmen:

  • Ob sich Mitarbeiter abkapseln oder einfach nicht mehr mit den Kollegen kommunizieren: Beides ist ein großes Problem, denn diese Unzufriedenheit färbt auf andere ab. Darum ist es in solchen Fällen besonders wichtig, schnell aktiv zu werden.
  • Führen Sie mit dem Mitarbeiter ein klärendes Gespräch. Machen Sie deutlich, was sich aus Ihrer Sicht geändert hat und warum das ein Problem ist.
  • Berichten Sie von Ihrer Sorge, er könne das Interesse an seiner Arbeit verloren haben.
  • Formulieren Sie klar Ihre Erwartungen an den Mitarbeiter.
  • Bieten Sie ihm dabei bei Bedarf Ihre Unterstützung an. Was müsste sich aus seiner Sicht im Betrieb ändern?

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6. Große private Veränderungen

Ein typischer Fall: Der Sohn von Katja M. ist mit der Schule fertig, zieht demnächst zu Hause aus. Ihre Eltern hingegen brauchen eigentlich jemanden, der sich um sie kümmert und sie pflegt. Nur wohnen die Eltern leider nicht um die Ecke, und das bereitet M. große Sorgen. Jetzt schon nutzt sie ihre meisten Urlaubstage, um sich um ihre Eltern zu kümmern ...

Diagnose: Katja M. hat ihre Prioritäten - Familie geht für sie vor. Wenn die Belastung durch die Eltern weiter wächst, dann wird sie ihre Stelle kündigen, umziehen und sich dort etwas Neues suchen.

Maßnahmen:

  • Achten Sie grundsätzlich darauf, was für große private Veränderungen es bei Ihren Mitarbeitern gibt. Hochzeit, Scheidung, Krankheit, Tod usw. sind alles Faktoren, die auch zu beruflichen Änderungen führen können.
  • Überlegen Sie sich, ob und wie Sie Ihren Mitarbeiter unterstützen können. Vielleicht ist Teilzeit oder eine längere Auszeit eine Möglichkeit, ihn nicht ganz zu verlieren?
  • Wird ein Umzug wahrscheinlich, dann können Sie nur eins tun: Sorgen Sie dafür, dass der Mitarbeiter kein schlechtes Gewissen bekommt, weil er sich nicht für Ihren Betrieb entscheidet.

Weitere Infos zum Thema:

(jw)

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