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Panorama

Tierlieb: Dachdecker mit Herz für Mauersegler

Sechs schutzlose Küken fand die Dachdeckerei Palsbröker bei Dachumbauten. Reaktion: Sie ließ die Vögel auf eigene Kosten aufpäppeln und baute neue Nistplätze.

Mauersegler. Sie sind klein, flink, pendeln gern zwischen Europa und Afrika und nisten am liebsten in engen Hohlräumen. Letzteres stellte auch die Dachdeckerei Palsbröker aus Bünde, NRW, fest: Beim Entfernen der alten Verkleidung an einem Dach, fielen den Dachdeckern unverhofft sechs Mauersegler-Küken in die Hände, berichtet die Neue Westfälische.

Die spontane Reaktion der Dachdecker: ein Anruf beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Die Küken wurden sicher im Eimer verwahrt und kurz darauf von einem Nabu-Mitarbeiter abgeholt. Der brachte sie zu den Profis der Wildtier- und Artenschutzstation im niedersächsischen Sachsenhagen.

Die Aufzucht: aufwendig. Nur mit hohem Zeitaufwand sei es zu schaffen, Mauersegler von Hand aufzuziehen, zitiert die Neue Westfälische den Nabu-Mitarbeiter. Im Fall der sechs Küken lägen die Kosten bei 300 Euro.

Das war die Rettungsaktion der Dachdeckerei wert. Sie übernahm die Kosten. Nicht nur das: In die neue Dachverkleidung baute sie zudem dünne Schlitze, damit dort auch künftig Mauersegler nisten können. Alles in Absprache mit dem Kunden, natürlich.

Und da die Mauersegler laut Nabu als sehr standorttreu gelten, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie nächstes Jahr zu ihrem alten Brutplatz zurückkehren und die Schlitze als neuen Eingang akzeptieren.

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