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Expertentipp

Tipp: Gute Aussichten für den Senior-Chef

Dietmar Behm ist Coach und Mitglied der Unternehmerberatung Stausberg & Partner (www.beraternetz.de). Er gibt Tipps, wie Unternehmer für die Zeit nach ihrem Ausstieg planen könnten.

"Es muss in den Fingern kribbeln."

Dietmar Behm ist Coach und Mitglied der Unternehmerberatung Stausberg amp; Partner (www.beraternetz.de).

von Dietmar Behm

"Viele Probleme zwischen Nachfolger und Seniorchef rühren daher, dass der Senior weder Arbeit noch Position so ohne weiteres loslassen kann. Das ist auch nicht verwunderlich: Meist über Jahrzehnte hat die Arbeit das Leben und die Persönlichkeit des Seniors ausgefüllt. Wer sein Unternehmen an einen Nachfolger übergeben will, muss sein Leben völlig neu ausrichten. Nur eine reizvolle Perspektive für die Zeit nach der Übergabe kann dazu motivieren. Sie muss nämlich die wichtigsten Bedürfnisse wie beispielsweise Macht, soziale Stellung, Sinnhaftigkeit der Aufgabe mindestens ebenso gut erfüllen wie die bisherige Aufgabe.

Da diese Perspektive die Grundlage für eine erfolgreiche Übergabe bildet, sollte sie wie ein betriebliches Projekt geplant werden. Eine knappe Absichtserklärung wie zum Beispiel dann züchte ich Rosen wird den tatsächlichen, meist unterbewussten Bedürfnissen nach mehr Wirkung in der Regel nicht gerecht und kann deshalb keine tragfähige Grundlage für den nächsten Lebensabschnitt sein. Man kann natürlich Rosen züchten, aber eben nicht nur!

Die Entwicklung einer Perspektive sollte also der erste Schritt bei Planung der Übergabe sein. Denn eine Perspektive verschafft dem zukünftigen Senior Motivation, sich von seinem alten Lebenswerk zu lösen und sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Das ebnet auch dem Nachfolger den Weg, weil die Bereitschaft wächst, ihn in die Geheimnisse dieses Geschäftes einzuweihen. Denn zieht die neue Aufgabe nicht wirklich, setzt sich der unterbewusste Wunsch, weiterhin gebraucht zu werden, gnadenlos durch und erzeugt Probleme auf allen Ebenen.

Machen Sie sich eine Liste mit all den Tätigkeiten, die wegen Ihres Berufslebens bisher zu kurz gekommen sind, oder die Sie besonders gerne ausgeübt haben. Leiten Sie daraus ab, was Sie beruflich, familiär, persönlich und sozial noch erreichen wollen. Überlegen Sie, wie viel Zeit Sie diesen vier Bereichen einräumen wollen. Planen Sie so konkret wie möglich. So können Sie erkennen, ob Ihre Ideen auch tragfähig sind. Gestalten Sie Ihr neues Projekt jedoch mit Puffern, es sollten Ihnen keine neuen, unnötigen Zwänge daraus entstehen. Das Wichtigste ist: Das neue Projekt muss Sie reizen, es sollte Sie mit Vorfreude erfüllen und Ihre Finger zum Kribbeln bringen. Es ist die Möglichkeit, einen Teil Ihrer Persönlichkeit auszuleben, der bisher zu kurz kam."

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