Foto: Opel

Alternative Antriebe

Transporter geben Strom und Gas

Die Mobilitätswende nähert sich auf leisen Sohlen. Wir haben uns bei den Herstellern umgeschaut, welche alternativen Antriebe für Transporter zu bekommen sind.

Auf einen Blick:

  • Übersicht: Alternative Antriebe sind beim Pkw keine Seltenheit mehr. Auch bei den Transportern setzen die Hersteller immer öfter auf den Kraftstoff aus der Steckdose. Doch welche Alternative passt wirklich in den Fuhrpark?
  • Von klein auf: Nachdem VW vor ein paar Monaten für den Caddy eine Hybrid-Variante angekündigt hat, ist Nissan mit dem eNV200 schon lange reinelektrisch unterwegs.
  • Die Kraft der zwei Herzen: Ford geht mit dem Transit Custom PHEV andere Wege und spendiert dem Elektromotor einen Verbrenner, um die Reichweite zu verlängern.
  • Große Klasse: Auch bei Crafter, Sprinter und Co. setzen die Hersteller auf Elektroantriebe.
  • Freie Auswahl: Den buntesten Antriebsmix hat aktuell Iveco für den Daily im Angebot. Der geräumige Transporter ist mit Diesel, Strom, Gas oder mit einem Hybrid-Antrieb zu haben.

Alternative Antriebe kehren bei den Pkw immer mehr ein. Mit günstigen Leasingkonditionen, Prämien und Steuervergünstigungen können zum Beispiel Elektroautos sowohl für Unternehmer als auch für Privatkunden lohnenswert sein. Auch bei den Transportern bläst elektrischer Wind in die Segel. Dreieinhalbtonner wie der e-Crafter oder der e-Sprinter gewinnen langsam an Fahrt. Doch auch Hybrid-Lösungen und CNG-betriebene Lastenesel sind bei den Herstellern zu haben.

Nissan eNV200 ist der Deutschen Liebling

Bei den kleinen Transportern ist der deutsche Zulassungsprimus eNV200 groß im Rennen. Immerhin knapp 80 Einheiten werden in Deutschland pro Monat zugelassen. Bei einem Preis von 28.600 Euro netto erwarten den Kunden 4,2 Kubikmeter Ladevolumen und eine reale Reichweite von knapp 200 Kilometern. 664 Kilogramm dürfen in den japanischen Kleintransporter eingeladen werden. Mit seinen 109 PS und 254 Newtonmetern bringt er genug Kraft für schwere Lasten mit und erreicht immerhin eine Höchstgeschwindigkeit von 123 km/h. Seit Ende 2019 ist bei Volkswagen der e-Cadddy mit bis zu 167 Kilometern Reichweite ausschließlich als Leasingfahrzeug für 293 Euro pro Monat zu bekommen. Der Umweltbonus (Stand Januar 2019) ist mit eingerechnet.

Opel hängt den Vivaro an die Steckdose

Transporter mittlerer Größe werden von den Rüsselsheimern bald als E-Variante ausgeliefert. Der Vivaro-e bietet mit Auflastung bis zu 1.200 Kilogramm (normal: 1.000 Kilogramm) maximale Nutzlast, und als Vivaro L mit Durchladefunktion maximal 6,6 Kubikmeter Ladevolumen. Je nach Batterie sind theoretisch 200 (50 kWh) oder 300 (75 kWh) Kilometer möglich. Zum Kaufpreis schweigt Opel bisher. Der Mercedes-Benz e-Vito kostet mit gleichem Ladevolumen, geringerer Reichweite (bis zu 184 km) und weniger Nutzlast (bis zu 1016 Kilogramm) knapp 40.000 Euro.

Ford hat den ersten Plug-in-Hybrid

In der mittleren Größe ist auch der Ford Transit Custom PHEV unterwegs, der erste Transporter mit Plug-in-Hybridantrieb. Ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner wird von einem 126 PS starken ­Elektromotor unterstützt. Rein elektrisch soll der Transit Custom 56 Kilometer weit fahren können, etwa 500 Kilometer Gesamtreichweite sind nach Herstellerangaben mit dem als Range-Extender genutzten Verbrenner möglich. Ford verspricht eine Zuladung von bis zu 1130 Kilogramm. Übrigens bieten die Kölner auch Mildhybride für alle Diesel mit Schaltgetriebe an. Der Basispreis für den PHEV liegt bei 48.000 Euro netto.

VW hat den e-Crafter reduziert

Bei den großen Transportern ist die Elektrifizierung auch längst angekommen. Volkswagen bietet den nun auf 53.900 Euro reduzierten, und damit förderfähigen, e-Crafter an, Mercedes-Benz den e-Sprinter. Der e-Crafter fährt mit einer Ladung bis zu 173 Kilometer weit und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Wer die 4,25-Tonnen-Version bestellt, darf 1,72 Tonnen in den Crafter laden, beim Dreieinhalbtonner stehen 970 Kilogramm zur Verfügung.

Daimler und Renault: gut 150 km Reichweite

Der e-Sprinter ist als Dreieinhalbtonner gut für 1045 Kilogramm schwere Ladung und 115 Kilometer oder 891 Kilogramm schwere Ladung und 168 Kilometer maximale Reichweite. Das liegt daran, dass für den höheren Aktionsradius ein viertes Akkumodul hinzu kommt. Für das Basismodell des e-Sprinter werden voraussichtlich gut 54.000 Euro fällig. Ähnlich halten es auch die Franzosen. Renault ist mit dem vollelektrischen Master ZE auf Kundenfang, der mit 59.900 Euro als L1H1 zu haben ist. Er bietet in dieser Größe 7,75 Kubikmeter Ladevolumen sowie eine Nutzlast von 1053 Litern. In dieser Variante fährt er maximal 120 Kilometer weit, durch einen zusätzlichen Akku kann die Reichweite auf 180 Kilometer erhöht werden.

Iveco kann Strom, Erdgas und Hybrid

Bei Iveco finden sich mehrere alternative Antriebskonzepte zusammen. Einerseits ist der Daily als vollelektrische Variante mit bis zu 200 Kilometern realer Reichweite zu bekommen, andererseits kann er auch als CNG-Variante oder Hybridumbau von Quantron geordert werden. Die vollelektrische Variante schafft, auf 90 km/h Höchstgeschwindigkeit limitiert, eine Reichweite von 250 Kilometern. Sie kostet ab 54.000 Euro. Alternativ rüstet Quantron gebrauchte oder neue Transporter auf einen Plug-in-Hybridantrieb um. 70 Kilometer kann der Italiener dann still und sauber zurücklegen. Als Preis für den Umbau nennt der Augsburger Umrüster 36.500 Euro für einen 3,5 Tonnen schweren Daily.

So gibt es auch den Ducato und den Iveco Daily als CNG-Transporter. Letzterer ist mit dem gleichen 136-PS-Motor wie der Ducato ausgestattet und wartet mit einer Gesamtreichweite von 500 Kilometern auf. Darin sind 14 Liter Benzin aus dem Nebentank eingerechnet. Insgesamt 39 Kilogramm CNG kann der Daily Natural Power mitführen. Bis zu einem Gesamtgewicht von 7,2 Tonnen ist der Erdgasantrieb bei Iveco zu haben.

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