Für manche ist es gut, zur Arbeit zu gehen. Für andere sind ein paar freie Tag hilfreich.
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Trauernde Mitarbeiter: So reagieren Sie richtig

Wenn ein Mitarbeiter trauert, ist der Chef gefordert. So gehen Sie angemessen mit solchen Schicksalsschlägen um.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Sprechen Sie einem trauernden Mitarbeiter Ihre Anteilnahme aus und machen Sie konkrete Hilfsangebote.
  • Informieren Sie Ihr Team, aber klären Sie vorab, was Sie sagen dürfen. Nicht jeder möchte, dass die Kollegen alles erfahren.
  • Bewerten Sie Dauer und Intensität der Trauer Ihres Mitarbeiters nicht.
  • Wenn ein Mitarbeiter stirbt, schaffen Sie Gelegenheit zur Anteilnahme und gehen Sie nicht gleich zur Routine über.
  • Behalten Sie sich und Ihr Team im Blick und suchen Sie externe Hilfe, falls nötig.

Trauer am Arbeitsplatz ist ein wenig beachtetes, aber wichtiges Thema. Jeder wird mit Todesfällen in der Familie oder im Freundeskreis konfrontiert – auch jeder Mitarbeiter. Als Chef eines Handwerksbetriebes sollten Sie sich darauf vorbereiten.

Der erste Kontakt - wie verhalte ich mich?

Ihr Mitarbeiter hat einen Angehörigen verloren und meldet sich bei Ihnen. Was können Sie sagen? Häufig ist man selbst überrascht, geschockt oder sprachlos. Die „richtigen“ Worte zu finden ist nicht leicht. „verhalten Sie sich authentisch“, meint Annika Schlichting, Trauerbegleiterin bei der Hamburger Beratungsstelle „Charon – Hilfen im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer“.

Sprechen Sie Ihre Anteilnahme aus und bieten Sie Hilfe an: Was braucht die trauernde Person jetzt? „Machen Sie gegebenenfalls konkrete Vorschläge, denn oft sind Trauernde gar nicht so schnell in der Lage, eigene Bedürfnisse zu formulieren“, sagt Schlichting. Freistellen oder Urlaub kann das Richtige sein. Aber: „Für einige ist es durchaus hilfreich, zur Arbeit zu kommen, um dem Tag eine Struktur zu geben.“ Als Chef sollten Sie feinfühlig reagieren und auch Möglichkeiten wie verkürzte Arbeitszeit anbieten.

Was sage ich im Team?

Natürlich sollten Sie Ihr Team über einen Trauerfall informieren. Klären Sie aber zuvor mit Ihrem trauernden Mitarbeiter, was Sie sagen dürfen. „Nicht jeder möchte, dass alle über alles informiert werden“, betont Annika Schlichting. „Es ist wichtig, auf die Gefühle des Trauernden Rücksicht zu nehmen.“

Aber auch das Team darf nicht aus den Augen verloren gehen: Wenn plötzlich jemand ausfällt, möglicherweise für längere Zeit, muss Arbeit neu verteilt werden. „Die Arbeitsbelastung sollte im Blick behalten werden, so dass kein Unmut im Team entsteht“, so Schlichting. Hier sind Sie als Führungskraft gefordert: Bleiben Sie im Kontakt mit Ihren Mitarbeitern.

Gleichzeitig kann es auch im Team das Bedürfnis geben, Anteilnahme auszudrücken. „Eine Trauerkarte ist immer eine gute Möglichkeit dafür“, meint Schlichting. Auch ein Besuch der Beerdigung ist möglich. Hier rät Schlichting allerdings, Kontakt mit dem Trauernden aufzunehmen, ob gewünscht ist, dass jemand aus dem Betrieb an der Trauerfeier teilnimmt. „Nicht jeder möchte Berufliches und Privates vermischen.“. Ein anderer Weg, Mitgefühl zu zeigen, ist eine Blumenspende oder – falls die Familie das wünscht – eine Spende für einen guten Zweck.

Der erste Tag zurück am Arbeitsplatz

Nach dem Tod der Mutter kommt der Kollege wieder zurück zur Arbeit – wie reagiert man darauf? „Auch den Tag des Wiederkommens kann man mit dem Trauernden vorbereiten“, sagt Schlichting. „Was wünscht er sich, wie kann man helfen?“ Vielleicht macht der Kollege nur einen halben Tag oder übernimmt erst einmal leichte Aufgaben? Möchte der Kollege vieleicht eine kurze Ansprache, um seinen Dank für die Unterstützung auszudrücken? Oder will er einfach wieder eintauchen in die Routine?

„Trauer ist individuell“, betont Annika Schlichting. „Mit eigenen Bewertungen sollte man sich als Vorgesetzter oder Kollege zurückhalten, vor allem, was die Dauer und die Intensität angeht.“ Und ganz wichtig: „Auch Sprachlosigkeit kann man in Worte fassen“, so Annika Schlichting. „Zu sagen, dass einem die Worte fehlen, ist besser, als den Kummer des Kollegen zu ignorieren aus Angst, etwas falsch zu machen.“

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