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Betriebsnachfolge

Übergabeprämie für ostdeutsche Betriebe

Das Bundeswirtschaftsministerium wird vom Januar 2003 an die Betriebsnachfolge in den neuen Bundesländern finanziell fördern. Eine "Generationswechselprämie“ von 20.000 Euro soll die Nachfolger motivieren. Voraussetzung: Auch die Seniorchefs müssen dem Nachfolger 20.000 Euro leihen – ohne Sicherheiten.

Das Bundeswirtschaftsministerium wird vom Januar 2003 an die Betriebsnachfolge in Ostdeutschland fördern. Minister Werner Müller kündigte für die nächste Legislaturperiode die Einführung einer Generationswechselprämie von 20.000 Euro an. Voraussetzung: Auch die Seniorchefs müssen dem Nachfolger 20.000 Euro leihen.

Senioren sollen auf Sicherheiten verzichten

Voraussetzung für die Auszahlung der Generationswechselprämie sei allerdings, dass der Seniorunternehmer seinem Nachfolger fünf Jahre 20.000 Euro unverzinslich und ohne Sicherheiten für das Unternehmen zur Verfügung stellt. Damit ergebe sich eine Kapitaleinlage von 40.000 Euro, mit deren Hilfen der Betriebsnachfolger ein Darlehen der Deutschen Ausgleichsbank bis zu 120.000 Euro in Anspruch nehmen könne. Dies sei erfahrungsgemäß der Betrag, der für die Finanzierung der Betriebsübergabe gebraucht werde. Nach fünf Jahren erhalte der Alteigentümer die volle Einlage von 40.000 Euro.

In Ostdeutschland stehen nach Müllers Angaben in den nächsten zwölf Jahren rund 100.000 Unternehmen vor dem Generationswechsel. Dort seien Schließungen wegen ungelöster Übergangsprobleme häufiger als im Westen. Die neuen Bundesländer seien "ganz besonders darauf angewiesen", dass bei Betriebsübergaben aus Altersgründen keine Arbeitsplätze verloren gehen.

Grundproblem: Trennung von Betrieb und Wohnung

Übergabeprobleme kennt auch Kristian Blaschyk. Der Leiter der Betriebsberatung der Handwerkskammer Magdeburg hat vor allem zwei Problemfelder ausgemacht, die den Generationswechsel immer wieder scheitern ließen. Oft seien Betriebsräume und Wohnhaus des Seniorchefs nicht zu trennen, berichtet Blaschyk. Zudem seien die Produktionsräume häufig veraltet und verschlissen.

Im Kammerbezirk Magdeburg stehen in den nächsten zwölf Jahren rund 1.800 Betriebe zur Übergabe an. Ob die Seniorunternehmer bereit sind, für fünf Jahre Geld ohne Sicherheiten im Betrieb zu lassen, wie es das Konzept des Wirtschaftsministers vorsieht, vermag Blaschyk noch nicht einzuschätzen. Das hänge von der finanziellen Situation der Seniorunternehmer ab. Grundsätzlich sei die Prämie jedoch eine wirksame Möglichkeit, potenzielle Nachfolger zu motivieren und den Schritt in die Selbständigkeit zu erleichtern.

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Betriebsnachfolge

Broschüre für die Betriebsübergabe

Die Initiative "nexxt" Unternehmensnachfolge hat eine Broschüre zur Betriebsübergabe veröffentlicht. Auf den 100 Seiten des Leitfadens berücksichtigen die Autoren die Perspektiven von Senior-Chefs und ihren Nachfolgern. Checklisten, Investitions- und Businesspläne sollen helfen, das Unternehmen erfolgreich zu übergeben. Ein Anhang mit Glossar, Literaturtipps, Adressen und Links rundet die aufwendig gestaltete Broschüre ab.

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Steuern

Steuern gespart beim Generationswechsel

In den nächsten fünf Jahren bahnt sich im Handwerk ein Generationswechsel an. Auch wenn das Thema Betriebsnachfolge noch in weiter Ferne liegt, sollten Sie schon heute an morgen denken. Insbesondere steuerliche Strategien schonen im Alter Ihren Geldbeutel.

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Expertenrat rund um die Betriebsnachfolge

Expertenrat rund um die Betriebsnachfolge

Hilfe bei der Betriebsnachfolge bietet ein gemeinsames Online-Forum des Internetdienstes handwerk.com und der Fachzeitschrift Norddeutsches Handwerk. Vom 24. September bis zum 5. Oktober können Betriebsinhaber und potenzielle Nachfolger Experten kostenlos und anonym um Rat fragen.

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Studie zur Betriebsnachfolge

Dringend gesucht: Neue Chefs!

Wie bereiten sich Handwerksunternehmer auf die Betriebsübergabe vor? Und was sind dabei die größten Hürden? Das zeigt eine aktuelle Umfrage.

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