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Umsatzsteuer auf dem Prüfstand

Umsatzsteuer auf dem Prüfstand

Veraltet, kompliziert, betrugsanfällig: Das Erhebungsverfahren zur Umsatzsteuer ist in die Defensive geraten und könnte schon bald die Geschichtsbücher füllen. Das Steuerforum des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) hat entsprechende Impulse gesetzt.

Veraltet, kompliziert, betrugsanfällig: Das Erhebungsverfahren zur Umsatzsteuer ist in die Defensive geraten und könnte schon bald die Geschichtsbücher füllen. Das Steuerforum des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) hat entsprechende Impulse gesetzt.

Auch wenn Bundesfinanzminister Hans Eichel, EU-Steuer-Direktor Alexander Wiedow, der rheinland-pfälzische Finanzminister Gernot Mittler sowie ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer jeweils unterschiedliche Reformmodelle favorisieren in einem waren sie sich einig: Mit der Umsatzsteuer in ihrer jetzigen Form kann es nicht weitergehen. Wir stehen an der Wegscheide, die zeigen wird, ob wir den Mut für einen grundlegenden Systemwechsel bei der Umsatzsteuer aufbringen werden, unterstrich Schleyer im Haus des Handwerks in Berlin.

Nach jetzigem Recht sind Unternehmen dazu verpflichtet, die Steuer im Monat der Leistungserbringung an das Finanzamt zu zahlen, ohne dass das Geld der Kunden bereits eingegangen ist. Insbesondere bei großen Bauvorhaben liegen jedoch oft Monate zwischen Leistungserbringung und Rechnungsbegleichung, so dass Betrieben durch die Vorfinanzierung der Steuer überlebenswichtige Liquidität verloren geht.

Erster Schritt für generellen Systemwechsel

Einbußen hat auch der Fiskus hinzunehmen: Denn das aktuelle Umsatzsteuerrecht begünstigt Betrugsdelikte, die nach Angaben des ifo-Institus allein in Deutschland Steuerausfälle von gegenwärtig 17,6 Milliarden Euro hervorrufen und den Weg für eine Steuersenkung versperren.

Einen Ausweg aus dem Dilemma weist nach Vorstellungen des ZDH vor allem die Umstellung von der bislang praktizierten Soll- zur so genannten Ist-Besteuerung. Danach sollen Unternehmen die Umsatzsteuer erst ans Finanzamt zahlen müssen, wenn der Kunde die Rechnung beglichen hat. Erst dann solle auch der Leistungsempfänger die Vorsteuer geltend machen können.

Schleyer appellierte hierzu erneut an Hans Eichel, rasch ein Gesetzgebungsverfahren einzuleiten, um zum Jahreswechsel 2005 die Ist-Versteuerungsgrenzen in allen Bundesländern auf einheitlich zwei Millionen Euro festzuschreiben. Für einen generellen Systemwechsel sei dies ein erster Schritt und Probelauf.

Eichel selbst zieht das Modell einer Ist-Besteuerung in Kombination mit einer elektronisch gestützten Gegenprüfung in Erwägung. Ein solcher Cross-Check stieß jedoch bei den Teilnehmern des Steuerforums wegen des Mehraufwands für die Betriebe auf herbe Kritik.

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Umsatzsteuer mit neuen Spielregeln

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Möchten Betriebsinhaber die für erhaltene Rechnungen bezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt wieder zurückhaben, müssen sie seit Anfang des Jahres neue Spielregeln beachten. Um auf der sicheren Seite zu stehen, sollten Chefs die Neuerungen unbedingt zur Chefsache machen.

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Neue Regelungen bei der Umsatzsteuer

Neue Regelungen bei der Umsatzsteuer

Geschäfte mit dem Ausland werfen immer wieder die gleiche Frage auf: Wer zahlt wem wieviel Umsatzsteuer? Seit Jahresanfang haben sich die steuerlichen Besonderheiten bei Zahlungen an ausländische Geschäftspartner grundlegend geändert. handwerk.com zeigt, worauf sich Handwerker einstellen müssen.

Die Umsatzgrenze steigt auf 600.000 Euro – kleinere Betriebe gewinnen so einen Liquiditätsvorteil.
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Ist-Besteuerung statt Soll-Besteuerung: Die Umsatzgrenze steigt 2020 auf 600.000 Euro

Ab 2020 dürfen mehr Handwerker die Umsatzsteuer später abführen. Die Erhöhung der Umsatzgrenze auf 600.000 Euro erlaubt ihnen die Ist-Besteuerung.

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Kampf gegen Umsatzsteuerbetrug

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