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Studie

Ursachen der Unternehmenskrise

Kein Konzept und keine Planung - Krisen in Handwerksbetrieben habe viele Auslöser. Doch Ursache Nr. 1 ist für den Unternehmensberater Kurt Assfalg das Fehlen eines Unternehmenskonzeptes: "Ein Unternehmen ohne Konzept ist wie ein Haus ohne Fundament."

Kein Konzept und keine Planung - Krisen in Handwerksbetrieben habe viele Auslöser. Doch Ursache Nr. 1 ist für den Unternehmensberater Kurt Assfalg das Fehlen eines Unternehmenskonzeptes: "Ein Unternehmen ohne Konzept ist wie ein Haus ohne Fundament."

Assfalg hat die häufigsten Krisenursachen am Beispiel von 28 Handwerksbetrieben ausgewertet, die von der "Kurt Assfalg und Collegen Unternehmensberatung" im niedersächsischen Westerstede im ersten Halbjahr 2002 beraten wurden. Die Ergebnisse im Überblick:

Strategische Krisenursachen

Kein Unternehmenskonzept:

89 Prozent der Betriebe haben nach Assfalgs Angaben kein Unternehmenskonzept. Es fehlten:

Grundwerte und Unternehmensphilosophie

mittelfristige Ziele

Erfolgsdefinitionen

Zu geringe kaufmännische Kenntnisse

Ohne kaufmännisches Know-how läuft nichts. Betroffen sind 86 Prozent der von Assfalg beratenen Unternehmer. Es fehlten:

Bilanzkenntnisse

Know-how der Bewertungsmöglichkeiten für halbfertige Arbeiten

der Überblick über Kostenstrukturen und deren Zusammenhänge

Kalkulationsgrundlagen

Fehlende Managementqualifikation

Nicht nur kaufmännisches Wissen ist wichtig, um ein Unternehmen zu führen. In 79 Prozent der untersuchten Betriebe wurden Probleme verursacht durch:

fehlende Unternehmerpersönlichkeit

Schwächen im Führungsverhalten

Probleme, Mitarbeiter zu motivieren

Kein Marketingkonzept

Wer sind die Kunden und wie erreicht man sie? 71 Prozent der beratenen Firmen hatten Schwächen in der

Zielgruppenauswahl und Marktorientierung

Kundendienstorganisation

Marktansprache und Werbung

Privatentnahmen

32 Prozent der Unternehmer hatten die privaten Entnahmen nicht an die Unternehmensverhältnisse angepasst.

Schnelles Wachstum

Wächst ein Betrieb zu schnell, können zahlreiche Probleme auftreten: von der Finanzierung bis zur Anpassung der Mitarbeiterzahl. Von diesem Problem waren 25 Prozent der von untersuchten Unternehmen betroffen

Operative Krisenursachen

Fehlende Zuordnung von Verantwortlichkeiten

82 Prozent der erfassten Betriebe hatten keine klaren Strukturen und Verantwortlichkeiten mit Organigramm und Stellenbeschreibungen.

Keine Unternehmensplanung

Kaum ein Unternehmen betreibt systematische Planung. In 96 Prozent der Fälle fehlen:

Kennzahlen

Soll-Ist-Vergleiche

Controlling

Abgrenzung von Leistungsbereichen (Wo wird wieviel verdient?)

Keine Investitionsplanung

Ohne funktionierende Investionsplanung und Amortisationsrechnung droht der Aufbau von Überkapazitäten.

Finanzierungsstruktur nicht befriedigend

Eine zu geringe Eigenkapitalausstattung und Fehler im Verhältnis zwischen kurzfristiger und langfristiger Finanzierung gehören zu den Klassikern unter den Krisenursachen. 68 Prozent der Unternehmen waren davon betroffen

Fehlende Liquiditätsplanung

Mehr als 90 Prozent der Betriebe habe Schwierigkeiten bei der

Berechnung des Betriebsmittelbedarfs

Kontrolle der Debitorenlaufzeiten und Mahnwesen

Deckungsübersicht

Hohe Forderungsausfälle

Die schlechte Zahlungsmoral ihrer Kunden bedroht viele Handwerksbetriebe. Umgekehrt kümmern sich viele Betriebe zu wenig um

Bonitätsprüfungen

Klare Vertrags- und Zahlungsbedingungen und deren Einhaltung

Dispositive Krisenursachen

Nicht zuletzt nennt Assfalg auch Schwächen im laufenden Geschäft als Krisenursachen: So fehlt häufig der Überblick über Materialverbrauch und Zeitwirtschaft. Hinzu kommen Schwächen bei der Kalkulation.

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Ratgeber

Krisen professionell managen

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Interview

„Langsam in die Rolle hineinwachsen“

Gut gewappnet in die Zukunft: Gründungsberatung beugt späteren Unternehmenskrisen vor, meint Kurt Assfalg. Worauf es bei der Beratung ankommt, erklärt der Unternehmensberater und Gründer-Coach im handwerk.com-Interview.

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Expertentipp

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Zu den wichtigsten Aufgaben im Krisenfall gehört es, die Mitarbeiter zu motivieren. Unmotivierte Mitarbeiter können die Krise weiter verschärfen - sei es durch sinkende Produktivität, sei es durch das Abwandern von Leistungsträgern.

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