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Userzahlen

Userzahlen: Wie viel ist viel?

Ein paar Dutzend, Hunderte, Tausende? Wie viele Besucher eine Website jeden Monat hat, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Handwerksbetriebe können sich an Eckdaten orientieren.

Ein paar Dutzend, Hunderte, Tausende? Wie viele Besucher eine Website jeden Monat hat, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Handwerksbetriebe können sich an Eckdaten orientieren.

Von Manfred Fischer

Zu den erfolgreichen Websites im Handwerk gehört die der Metzgerei Mülhaupt in Waldshut. "Wir haben konstant etwa 150 Online-Besucher in der Woche", sagt Metzgermeister Alexander Honegg nicht ohne Stolz. Angefangen hat er im Internet wie viele andere Handwerker bescheiden. "In der ersten Zeit hatten wir zwei Besucher im Monat, und das war ich meistens selbst", schmunzelt er im Rückblick. Die Userzahl sei im Lauf der Jahre kontinuierlich gestiegen. Das freilich nicht ohne sein Zutun. So hat Honegg die Website nach und nach ausgebaut und gezielt Online-Marketing betrieben. Suchmaschinen listen die Homepage inzwischen auf vorderen Plätzen.

Der Metzgermeister sieht den Webauftritt vor allem "als großen Gewinn für das Image der Firma". In welchem Maße die Seiten zum Unternehmenserfolg beitragen, weiß er nicht genau: "Neue Kunden, die in den Laden kommen sagen in der Regel nicht, wie sie auf uns gekommen sind." Pro Woche fragten im Schnitt aber vier Kunden nach etwas, was sie zuvor im Netz gesehen haben, schildert Honegg. Zufrieden zeigt er sich auch mit der Nachfrage in seinem Webshop.

Dass sich die Metzgerei im Internet vergleichsweise gut in Stellung gebracht hat, bestätigen Webdesigner. "Die Internetauftritte von Handwerksbetrieben haben zwischen zehn und zwanzig Besucher am Tag", berichtet etwa der Geschäftsführer der Berliner Bitpalast GmbH, Peter Debik. 30 bis 45 User seien es dagegen bei vielen kleineren Mittelständlern in Industrie und Handel. Mit einer Optimierung der Seiten für Suchmaschinen ließen sich die Userzahlen oftmals auf 70 bis 100 erhöhen, sagt Debik. Grundlegende Ansatzpunkte seien Metatags und Stichwortintensitäten in html-Dokumenten sowie Links von anderen Seiten und Einträge bei Suchmaschinen.

Nach Erfahrungen der Internetexpertin Susanne Striepe-Langer liegen die monatlichen Userzahlen bei Handwerksunternehmen mit guten Online-Auftritten meist zwischen 400 und 1200. Rund ein Viertel der Zugriffe stamme jedoch nicht von potenziellen Kunden, sondern von so genannten Robots,die dafür sorgen, dass Suchmaschinen die Inhalte von Websites finden, gibt die Chefin des Hamburger Internetdienstleisters Charisma-Team zu bedenken. Wie ihr Berliner Kollege betont auch sie, dass nur suchmaschinengerechte Websites auf passable Userzahlen kommen.

Was Aufträge angeht, die Handwerker übers Internet erhalten, hat Striepe-Langer sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht: "Wir kennen eine Glaserei, die bekommt im Schnitt zwei Anfragen pro Woche, aus einer davon wird ein Auftrag. Andere Betriebe haben im selben Zeitraum zehn Anfragen und schreiben sich die Finger wund, bis es klappt." Vor allem wenn es um hochwertige Produkte und Dienstleistungen gehe, suchten Kunden aus dem Privatbereich lange im Internet, bevor sie sich entscheiden, erläutert Striepe-Langer.

Häufig steigen die Userzahlen neuer Sites allmählich an, manchmal kommt der Erfolg auch gleichsam über Nacht. "Am Anfang war Resonanz auf unseren Webauftritt mager", erinnert sich Fleischermeister Ludger Freese. Doch dann sei ihm die Idee mit der "word wide wurst" gekommen. Zeitungen, Radio- und Fernsehsender berichteten über die "www" aus Visbek und bescherten seinen Websiten einen Besucherstrom. Die Spitze klang zwar rasch wieder ab. Die Userzahlen aber pendelten sich auf hohem Niveau ein: Zwischen 1500 bis 2000 Besucher pro Woche hat nun der Online-Auftritt. Seine Webstatistik behält der Fleischermeister genau im Auge: "Ich rufe morgens zurerst die E-Mails ab, danach sehe ich mir die Zugriffszahlen an."

Dass man mit der Website auch ohne Zahlenwerk auf den Erfolgspfad gelangen kann, zeigt Gold- und Silberschmied Thomas Rinke. Der schwört Stein und Bein, noch nie einen Blick auf die Besucherzahlen geworfen zu haben: "Wenn ich die mal wüsste." Übers das Internet gewinne er neue Kunden, manche kämen sogar von auswärts, erzählt er. Seine Marketingaktivitäten im Netz will Rinke deshalb ausweiten. So hat er vor, einen Newsletter-Service und ein virtuelles Gästebuch einzurichten. "Bei der Gelegenheit finde ich vielleicht auch Zeit, mir mal die Webstatistik anzusehen, scherzt er.

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