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Steuern

Verluste verrechnen

Wer Verluste macht, kann sie auf verschiedenen Wegen verrechnen. Doch Vorsicht: Ganz ohne Gewinnsträhne lässt das Finanzamt nicht ewig mit sich spaßen.

Wer Verluste macht, kann sie auf verschiedenen Wegen verrechnen. Doch Vorsicht: Ganz ohne Gewinnsträhne lässt das Finanzamt nicht ewig mit sich spaßen.

von Bernhard Köstler

Handwerker, die ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft betreiben und Verluste erzielen, haben zahlreiche Verrechnungsmöglichkeiten. Doch nicht immer spielt das Finanzamt mit. Welche Möglichkeiten Sie haben? Wir verraten es Ihnen.

Andere Einkünfte als Ausgleich

Grundsätzlich müssen Sie Verluste im Betrieb zunächst mit den übrigen positiven Einkünften des laufenden Jahres verrechnen. Die Zeiten als das Finanzamt nur gleichartige Einkünfte zur Verrechnung zugelassen hat, sind seit dem Jahr 2004 wieder passé.

Lediglich für Spekulationsgewinne gilt, dass sie nur mit Verlusten aus Spekulationsgeschäften verrechnet werden dürfen. Hat ein Handwerker also Einkünfte aus Vermietung von 30.000 Euro und macht mit seinem Betrieb einen Verlust von 20.000 Euro, bleiben nur noch Einkünfte von 10.000 Euro stehen, die zur Besteuerung herangezogen werden.

Verluste mit Gewinnen anderer Jahre verrechnen

Wahlmöglichkeiten ergeben sich, wenn Sie nach der Verrechnung von Verlusten mit anderen Einkünften noch immer einen Verlust ausweisen: Sie können den Verlust dann mit Gewinnen des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs oder der kommenden Jahre verrechnen.

Die Verlustverrechnung mit Vorjahren, der so genannte Verlustrücktrag, ist jedoch auf maximal 511.500 Euro Verluste (bei Ehegatten 1.023.000 Euro) begrenzt. Das Finanzamt führt den Verlustrücktrag automatisch durch es sei denn der Handwerker teilt mit, dass er das nicht möchte. In diesem Fall spricht man von einem Verlustvortrag.

Auch beim Verlustvortrag gibt es seit 2004 neue Spielregeln zu beachten. Er ist auf maximal eine Millionen Euro begrenzt (bei Ehegatten zwei Millionen Euro). Verluste über einer Millionen Euro (zwei Millionen Euro bei Ehegatten) dürfen nur noch zu 60 Prozent im nächsten Jahr verrechnet werden. Bei hohen Investitionen gehen Verluste so zwar nicht verloren, sie wirken sich jedoch nicht mehr sofort, sondern nur noch über viele Jahre verteilt Steuer sparend aus.

Fehlende Gewinnerzielungsabsicht

Verbucht ein Handwerker jahrelang nur Verluste, dann geht das Finanzamt irgendwann davon aus, dass er gar keinen Gewinn erzielen will. Die Folgen können verheerend sein. Das Finanzamt erlässt die Steuerbescheide ab einem bestimmten Zeitpunkt nämlich nach Paragraph 165 Abgabenordnung vorläufig.

Wird dann nicht innerhalb der nächsten Jahre ein Totalgewinn erwirtschaftet, kann das Finanzamt die bisher anerkannten Verluste rückwirkend streichen und Steuernachzahlungen verlangen. Unter einem Totalgewinn versteht das Finanzamt übrigens, dass bezogen auf die Jahre seit Bestehen des Betriebs insgesamt ein Gewinn entstanden sein muss.

Ein Handwerker, der mit seiner Kfz-Werkstätte nur Verluste macht und vom Finanzamt bereits mehrmals auf seine Gewinnerzielungsabsicht hingewiesen wurde, kann seine steuerlichen Verluste nur retten, indem er sich einen Steuerberater nimmt, dem Finanzamt zuvor kommt und seinen Betrieb wegen Erfolglosigkeit schließt.

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Steuern

Auf volle Verlustverrechnung pochen

Selbstständige dürfen Verluste nicht ohne weiteres in voller Höhe mit ihren übrigen Einkünften verrechnen. Ein Lichtblick kommt nun jedoch aus dem Bundesfinanzhof: Gute Chancen haben all diejenigen, denen unter dem Strich nur noch ein Existenzminimum verbleiben würde.

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Spekulationsverluste mitnehmen

Spekulationsverluste mitnehmen

Wer beim Aktienkauf kein glückliches Händchen hatte, sollte sich von seinen Verlustbringern unbedingt noch im Jahr 2001 innerhalb der 12-monatigen Spekulationsfrist trennen. Dann erkennt das Finanzamt noch 100 Prozent des Verlusts an.

Steuerliche Verlustkürzungen sind nur zulässig, wenn der Vorläufigkeitsvermerk im Bescheid begründet war.
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Steuern

Verlustkürzung bei „Liebhaberei“ nur mit Begründung

Die rückwirkende Verlustkürzung bei Tätigkeiten aus „Liebhaberei“ ist nicht in jedem Fall zulässig. Entscheidend ist, dass der Fiskus den Vorläufigkeitsvermerk begründet.

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Mietverträge mit Angehörigen prüfen

Ab 1.1.2004 gelten bei der Vermietung von Immobilien an Verwandte neue Spielregeln. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, muss künftig mindestens 75 Prozent der ortsüblichen Miete verlangen.

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