Foto: Heiner Siefken

Work-Life-Balance

Lotte übernimmt den Laden

Schwangerschaft, Entbindung, schnell wieder ins Büro – quasi übergangslos? Eine Handwerksunternehmerin erzählt, wie (unglaublich) kurz die Pause war, die sie sich nach der Geburt ihrer Tochter gegönnt hat.

von Heiner Siefken

Lotte ist 5 Monate alt. Sie hat „ihren“ Elektrobetrieb fest im Griff, soviel steht fest. Ihre Mutter: die Kölner Handwerksunternehmerin Laura Günther. Und auch im handwerk.com-Video zeigt Lotte, wer die heimliche Chefin ist.

Au-Pair-Mädchen unterstützt die Familie

Zwei Spezialwerkzeuge helfen der Unternehmerin Laura Günther bei dieser Herausforderung: ein höhenverstellbarer Schreibtisch und ein Tragetuch. Wenn sie ihre Aufgaben am Computer erledigen will, fährt sie den Tisch nach oben, wickelt sich das Tuch um, setzt Lotte hinein und arbeitet im Stehen. Dem Kind gefällt’s offenbar. Ein vergnügtes Glucksen begleitet jeden Arbeitsschritt.

„Ich schaffe natürlich relativ wenig. Und je mobiler die Lotte wird, umso mehr Zeit verbringe ich abends und am Wochenende im Büro“, sagt Günther. Aber auch das sei „eine Frage der Organisation“.

Genau wie ihre älteren Brüder soll Lotte bereits mit 10 oder 11 Monaten einige Stunden in der Kinderkrippe verbringen. Zudem will Laura Günthers Mann im Sommer in die Elternzeit gehen und im kommenden Jahr seine eigene Arbeit reduzieren. Ein Au-Pair-Mädchen aus Ecuador sorgt schon jetzt dafür, dass der Alltag der Familie Günther rund läuft: „Das klappt super. Die Kinder lieben sie.“

Kein Lebensmodell von der Stange

Ihr Umfeld reagiere durchaus kritisch auf ihr Lebensmodell, sagt Günther: „Wenn man die Kinder sehr früh in die Kita gibt, wird man schnell als Rabenmutter dargestellt.“ Umgekehrt würde sie niemals die klassische Familienstruktur infrage stellen, auch die habe ihre Berechtigung. Aber: „Wir haben unseren eigenen Weg gefunden. Letztlich gibt es immer Lösungen.“

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