Sonst droht ein Bußgeld.
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Fuhrpark

Videotelefonate sind beim Autofahren verboten

Da helfen weder Freisprechanlage noch eine Halterung für das Smartphone am Armaturenbrett: Wer beim Videotelefonat am Steuer erwischt wird, muss zahlen!

Videotelefonate sind beim Autofahren verboten. Das hat das Amtsgericht Magdeburg entschieden.

Der Fall: Eine Autofahrerin wurde von zwei Polizisten dabei beobachtet, wie sie offenbar während der Fahrt ein Videotelefonat führte. Sie räumte das auch ein, war sich jedoch keiner Schuld bewusst. Immerhin habe sie die Verbindung vor Fahrtantritt hergestellt. Zudem habe das Gerät im Armaturenbrett gestanden und sie das Gespräch mit Hilfe eine Freisprecheinrichtung geführt. Da sie während der Fahrt die Hände am Lenkrad hatte, sei sie sich keiner Schuld bewusst.

Das Urteil: Das Amtsgericht sah das anders. Es bestätigte den Bußgeldbescheid über 100 Euro. Die Autofahrerin habe gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen. Denn die schreibt in § 23 Absatz 1a Nr. 2b vor, dass die elektronischen Kommunikationsgeräte am Steuern nur dann benutzt werden dürfen, „wenn zur Bedienung und Nutzung des Gerätes nur eine kurze, den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen angepasste Blickzuwendung zum Gerät, bei gleichzeitig entsprechender Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen erfolgt oder erforderlich ist“. Das sei bei einem Videotelefonat ausgeschlossen: „Eine vollständige Wahrnehmung der übertragenen Bilder und Töne lässt sich zu keiner Zeit mit einer kurzen Blickabwendung herbeiführen.“ Entsprechend sei das Ablenkungspotenzial sehr groß. (Urteil vom 20. August 2018, Az. 50 OWi 775 Js 15999/18 (332/18))

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