Eine Unternehmerfrau wollte die vielen Kranktage ihres Azubis nicht mehr hinnehmen.
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Personal

Viele Fehltage: Dieser Betrieb zog die Notbremse

Hier mal zwei, da mal drei Tage: Der ehemalige Azubi dieser Tischlerei hat so oft gefehlt, dass der Betrieb sich bei der Krankenkasse erkundigt hat, wie er dagegen vorgehen kann.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Ein Azubi der Tischlerei Paelecke fehlte so oft, dass der Betrieb nicht mehr weiterwusste. Die Atteste, die er einreichte, stammten sogar von unterschiedlichen Ärzten.
  • Da sich die Fehltage auf die Arbeitsqualität auswirkten, handelte der Betrieb und holte sich Rat bei der Krankenkasse.
  • Sie empfahl, den medizinischen Dienst zu nutzen, um die Atteste zu überprüfen. Doch dazu kam es in diesem Fall dann doch nicht.

Die ersten Krankheitstage, an denen der Azubi der Tischlerei Paelecke in Cremlingen fehlte, haben dem Betrieb noch kein Kopfzerbrechen bereitet. Doch es kam immer häufiger vor, dass er Krankschreibungen einreichte. Das kam Myriam Paelecke komisch vor. „Die Atteste waren sogar von unterschiedlichen Ärzten“, stellte sie fest.

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Leistungen leiden unter Fehltagen

Es kam soweit, dass der Azubi weniger Leistung zeigte und mit dem Stoff in der Berufsschule nicht hinterherkam. „Die Fehltage machten sich bemerkbar, das spiegelte sich auch in seiner Arbeitsqualität im Betrieb wider“, erinnert sich Paelecke.

Immerhin habe sich der Lehrling jedes Mal ordnungsgemäß abgemeldet und nie unentschuldigt gefehlt, hält sie dem Azubi zugute. Auf den Attesten stand natürlich nicht, weshalb er krankgeschrieben war. Die Krankheitsursache habe sie in Gesprächen mit dem Auszubildenden auch nicht herausfinden können. Er habe von sich aus nicht über Unwohlsein geklagt. Myriam Paelecke war ratlos, wollte aber nicht länger auf Besserung warten.

Krankenkasse rät zu Kontakt zum Medizinischen Dienst

Letztendlich hat die Unternehmerfrau die Krankenkasse um Rat gefragt. Ihre Empfehlung: Ein Anruf beim Medizinischen Dienst, dort könne man Atteste überprüfen lassen und gegebenenfalls anfechten.

„Zu dem Zeitpunkt war der Azubi etwa in der Hälfte seiner Lehrzeit. Wir haben uns gegen diesen Schritt entschieden“, berichtet Paelecke. Der Grund: Beide Seiten haben sich darauf geeinigt, den Ausbildungsvertrag aufzulösen. „Er hatte keine richtige Lust und wir keine Energie mehr“, lautete das Fazit.

Aber nun weiß Myriam Paelecke, welcher Weg ihr offensteht, sollte es noch einmal vorkommen, dass ein Azubi oder Mitarbeiter so häufig fehlt. Erfreulicherweise hat die Tischlerei mit vier Mitarbeitern nun einen Lehrling, dem die Ausbildung Spaß macht – mit Aussicht auf einen erfreulichen Abschluss.

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