Vereinbarungen mit Ehegatten müssen einem Fremdvergleich standhalten.
Foto: pix4U - stock.adobe.com

Steuern

Vorsicht bei Gehaltsumwandlung für den Ehegatten

50 Prozent vom Ehegatten-Lohn per Gehaltsumwandlung für die Altersvorsorge – und das mit einem hohen Ausfallrisiko. Was dazu wohl der Fiskus sagt?

Die Altersvorsorge per Gehaltsumwandlung darf in einem Ehegatten-Arbeitsverhältnis nicht von dem abweichen, was im Vergleich zu fremden Dritten üblich ist. Das hat das Finanzgericht Baden-Württemberg in einem Urteil bestätigt.

Der Fall: Die Ehefrau war in einer leitenden Funktion im Betrieb des Ehemanns angestellt. Von den rund 4.000 Euro monatlichem Brutto-Einkommen gingen 1.830 Euro als betriebliche Altersvorsorge per Entgeltumwandlung in eine überbetriebliche Unterstützungskasse. Nach einer Außenprüfung erkannten die Prüfer die Zahlungen an die Unterstützungskasse nur teilweise an.

Betriebsrente: Ab 2019 muss der Chef zahlen – und haften!

Ab 2019 müssen Sie Mitarbeitern 15 Prozent Zuschuss zur Betriebsrente zahlen – wenn diese es verlangen. Dabei droht auch ein Haftungsrisiko!
Artikel lesen >

Das Urteil: Das Finanzgericht erkannte die Einzahlungen nicht als Betriebsausgaben an. Es ging davon aus, dass nicht miteinander verheiratetete Arbeitnehmer und Arbeitgeber keine Entgeltumwandlung vereinbaren würden, „bei der der Arbeitnehmer während des Berufslebens auf die Auszahlung von nahezu 50 Prozent seines Bruttogehalts“ verzichten würde und zudem einen Totalausfall riskiere. Einzahlungen in eine Unterstützungskasse unterlägen einem Ausfallrisiko, „das ein fremder Arbeitnehmer in dieser Größenordnung nicht eingegangen wäre“. Würde die Ehefrau kurz vor Renteneintritt sterben, erhielte ihr Mann nur ein einmaliges Sterbegeld von 7.669 Euro, die Kinder gingen leer aus. Das mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent behaftete Risiko, knapp die Hälfte des Lebenseinkommens für sich und die Nachkommen zu verlieren, spricht dafür, dass keine betrieblichen, sondern primär private (ehebedingte) Gründe für die Entgeltumwandlung maßgebend waren. (Urteil vom 13. September 2018, Az. 1 K 189/16).

Tipp: Sie wollen mehr über die Digitalisierung im Handwerk erfahren? Mit dem handwerk.com-Newsletter bleiben Sie auf dem Laufenden. Hier geht es zur Anmeldung!

Auch interessant:

Verträge mit Verwandten – leichte Beute für den Fiskus

Verträge mit mitarbeitenden Familienangehörigen sind für die Betriebsprüfer des Finanzamts ein gefundenes Fressen. So vermeiden Sie die 5 größten Fallen!
Artikel lesen >

Kein Firmenwagen für Ehefrau mit Minijob

Ein Firmenwagen zur uneingeschränkten privaten Nutzung – für eine Ehefrau mit Minijob? Zu viel, sagt der Bundesfinanzhof und kassiert Betriebsausgabenabzug.
Artikel lesen >

Steuern

Finanzgericht kassiert üppigen Ehegatten-Arbeitsvertrag

Firmenwagen, Altersvorsorge und flexible Arbeitszeiten für die Gattin – auf 400-Euro-Basis? Bei so großzügigen Arbeitsverträgen mit Ehegatten kann der Fiskus die Betriebsausgaben komplett streichen.

Steuern

Antrag auf Steueraufteilung nicht rücknehmbar

Ein Ehegatte kann einen Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nicht zurücknehmen. Selbst dann nicht, wenn ihm daraus finanzielle Nachteile entstehen.

Werbungskosten

Was ist die ortsübliche Pacht für eine Gewerbeimmobilie?

Wenn ein Finanzamt die ortsübliche Pacht für eine Gewerbeimmobilie schätzt, muss es realistisch bleiben – und das auch beweisen!

Steuern

Getrennt leben, gemeinsam versteuern

Eine Zusammenveranlagung zur Einkommensteuer ist auch bei räumlich getrennt lebenden Ehegatten möglich. So wie im Fall eines Handwerkers, der gegen die getrennte Veranlagung geklagt hatte.