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Ladungssicherung

Wackelkandidaten auf der Ladefläche

Fliegende Farbeimer und rutschende Werkzeugkisten können Sie Ihren Führerschein kosten – und viel mehr. Kennen Sie die VDI 2700 gut genug?

Fliegende Farbeimer und rutschende Werkzeugkisten können Sie Ihren Führerschein kosten und viel mehr. Kennen Sie die VDI 2700 gut genug?

Von Manfred Fischer

Was wollen sie, es ist noch nie was passiert! Diesen Satz bekommt Gerhard Remmert oft zu hören. Seine Antwort: Sie haben Recht, Sie haben eben noch nie scharf bremsen oder ausweichen müssen. Der Fachmann für Ladungssicherung vom TÜV-Nord kennt seine Pappenheimer. Immer wieder trifft er auf Handwerker, die ihre Ausrüstung ungesichert im Lieferwagen verstauen. Die Spuren finden sich auf der Straße. Leitern, Eimer, Rohre, Kanthölzer, Gasflaschen, Zementsäcke die Auflistung würde Bände füllen, sagt Remmert.

In vielen Fällen richten die Teile schwere Schäden an, denn die herumfliegende Ladung trifft Fahrzeuge und Menschen. Experten schätzen, dass fast ein Drittel aller Unfälle auf schlechte Ladungssicherung zurückreicht.

Egal, ob Bully- oder Lasterfahrer: Wenn Sie Gesundheit und Führerschein nicht aufs Spiel setzen wollen, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

Diese Richtlinie müssen sie kennen!

Ladung ist zu sichern, heißt es in der Straßenverkehrsordnung. Wie, das steht in der fast 70 Seiten starken VDI-Richtlinie 2700. Die betriebsrelevanten Vorgaben müssen nicht nur Ihnen geläufig sein, sondern auch Ihren Mitarbeitern. Und die müssen Sie entweder selbst schulen oder schulen lassen.

Damit müssen Sie rechnen!

Wer mit ungesicherter Ladung unterwegs ist, begeht eine Ordungswidrigkeit. Minimum: 35 Euro plus drei Punkte in Flensburg. Unfälle sind strafrechtlich relevant. Wenn ein Mitarbeiter gegen Vorschriften verstößt, sind Sie mit dran falls Sie ihn nicht geschult oder die notwendige Ausrüstung nicht bereitgestellt haben.

Das sollten Sie haben!

Zwischen Laderaum und Fahrersitz gehört eine Trennwand, betont Remmert. Wessen Lieferwagen nicht damit ausgerüstet ist, sollte von Fall zu Fall ein stabiles Brett anbringen. Ladungsteile sollten freilich erst gar nicht nach vorne fliegen können. Für Sicherheit sorgen: Zurrgurte, ausreichend viele Verzurrösen, Distanzklötze. Und ganz wichtig: rutschhemmende Unterlagen, Ablagen für Kleinteile, Netze für Ladung auf Pritschen.

Zeit sparen bei der Ladungssicherung

Das sollten Sie können!

Viele sichern ihre Ladung nicht, weil ihnen das zu lang dauert, sagt Remmert. 30 Minuten zurren und zehn Minuten fahren, bringt er es auf den Punkt. Lösung? Nicht alles niederzurren, sondern auch andere Verfahren einsetzen, rät er und empfiehlt vor allem die formschlüssige Ladungssicherung. Die geht schneller und ist bequemer.

Das dürfen Sie nie vergessen!

Auch wenn die Zeit drängt schwere Gegenstände gehören an die Stirnwand. Und wenn Sie Teile unterwegs abladen, vergessen Sie nicht, die Restladung gegebenenfalls nachzusichern zum Beispiel mit Querspannbrettern. Werkzeuge und Kleinteile gilt es, in die Ablagen zurückzulegen. Achten Sie bei Netzen darauf, dass sie feinmaschig genug sein.

Das sollten Sie abwägen!

Vorsicht, wenn Sie Regale, Schubladen oder Halterungen selber bauen wollen. Das muss fachmännisch gemacht werden, betont der TÜV-Mitarbeiter. Dann aber können sie genauso stabil sein wie die Lösungen professioneller Fahrzeugausrüster. Deren Angebote kommen teurer, garantieren dafür aber Sicherheit und bringen einige Vorteile mit sich. Sie sind so konstruiert, dass möglichst wenig Nutzlast verloren geht. Und sie lassen sich ohne große Eingriffe von einem Transporter in einen anderen umrüsten.

Wie auch immer Sie sich entscheiden, nur eins wäre fatal: Gar nichts tun und darauf hoffen, dass alles gut geht, stellt TÜV-Experte Gerhard Remmert klar.

Fahrzeugausstatter im Überblick

ALUCA Fahrzeugeinrichtungen GmbH, Schwäbisch Hall, Link: www.aluca.de

Walter Bösenberg GmbH, Hannover, Link: www.boesenberg.de

Wilhelm Bott GmbH amp; Co. KG, Gaildorf, Link: www.bott.de

Dinzl Ordnungstechnik GmbH, Schillingsfürst, Link: www.dinzl.de

HAFA GmbH, Remscheid, Link: www.hafa-rs.de

Kögl Betriebs-, Lager- und Fahrzeugeinrichtungen, Bubesheim/Günzburg, Link: www.koegl.de

Plastipol-Scheu GmbH amp; Co KG, Weilburg, Link: www.plastipol-scheu.de

SERVICEMOBIL GmbH, Mengerskirchen, Link: www.servicemobil.de

Wenzel GmbH, Einbeck, Link: www.service-system.de

Sortimo International GmbH, Zusmarshausen, Link: www.sortimo

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Fahrzeugeinrichtung

Mit Sicherheit mehr Ordnung im Heck

Einrichtungssysteme für Service- und Montagefahrzeuge kommen der Ladungssicherung zugute und sorgen für mehr Ordnung im Laderaum.

Ladung muss gut gesichert werden. Mit dem passenden Zubehör ist das ganz einfach.
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Ladung richtig sichern

Schlecht gesicherte Ladung ist gefährlich und verursacht jedes Jahr Transportschäden in Höhe mehrerer 100 Millionen Euro. Mit diesem Zubehör bekommen Sie Ihre Ladung gesichert.

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Bott-Einrichtungen

Mit Tempo 40 im Crashtest

Die Gasflaschen waren an Bord, Kleinteile in Schubladen, Ladegut in Wannen und Kästen, insgesamt 300 Kilogramm. Die Fahrzeug-Einrichtung brachte weitere 238 Kilogramm auf die Waage. Alles war realistisch eingebaut in die Rohkarosse eines VW Transporter und prallte mit Tempo 40 gegen einen Betonklotz. Macht rund zehn Tonnen, die als Zugkraft auf Einbau und Ladung wirken. Ergebnis: Die Spezial-Einrichtung von Bott hielt der Belastung stand. TÜV-Experten stellten fest, daß Fahrer und Beifahrer bei einem realen Unfall nicht gefährdet gewesen wären.

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Fuhrpark

Rundherum an die Kette gelegt

Manche werden aus Schaden klug, andere nie. Matthias Linke macht es von Anfang an richtig: Er sichert Fahrer und Ladung.

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