AdobeStock_257655757-web.jpeg
Foto: YAMADA STOCK - stock.adobe.com
Das Oberbrandenburgische Oberlandesgericht stellte im Fall eines SHK-Betriebs klar, wie Auftragnehmer Bedenken äußern müssen.

Baurecht

Wann eine Bedenkenanmeldung nicht schützt

Spricht etwas gegen die gewünschte Bauausführung, sollten Handwerker ihre Bedenken richtig anmelden. Warum das wichtig ist, zeigt dieser Fall.

Der Fall: Ein SHK-Betrieb soll für einen Auftraggeber Rohrbelüfter in einem Mehrfamilienhaus installieren. Der Architekt des Auftraggebers verlangt vom Handwerksbetrieb, die Rohrbelüfter anders anzubringen als geplant. Der SHK-Betrieb hat zwar Bedenken, erledigt die Arbeiten aber nach den Vorgaben des Architekturbüros. Nach Abschluss der Arbeiten kommt es zur Geruchsbildung. Eine Überprüfung ergibt zudem, dass die Arbeiten weder den Regeln der Technik entsprechen noch DIN-gerecht sind. Deshalb verklagt der Auftraggeber den SHK-Betrieb.

So funktioniert die Bedenkenanmeldung

Auf der Baustelle stoßen Handwerker manchmal auf Dinge, die aus fachlicher Sicht kritisch sind. Wann sollten sie deshalb ihre Bedenken anmelden?
Artikel lesen

Das Urteil: Der SHK-Betrieb muss wegen der mangelhaften Rohrlüftung Schadensersatz zahlen, entschied das Oberbrandenburgische Oberlandesgericht (OLG). Ein Schadensersatzanspruch erfordere immer ein Verschulden, so das Urteil.

Der Betrieb sei seiner Prüf- und Rügepflicht nicht in ausreichendem Maße nachgekommen. Der Bedenkenhinweis des Auftragsnehmers müsse „zur rechten Zeit, in der gebotenen Form, mit der notwendigen Klarheit und gegenüber dem richtigen Adressaten erfolgen“. Erklärungen pauschalen Inhalts seien unzulänglich. Der Betrieb konnte aber nicht beweisen, dass er die Bedenken „in der erforderlichen Art und mit der notwendigen Klarheit vorgebracht hat“.

Der SHK-Betrieb muss alleine für den Schaden aufkommen, entschied das OLG zudem. Denn das Architekturbüro sei nicht befugt gewesen, die Anordnung zu treffen. Wegen seiner Fachkunde hätte auch nur der Handwerksbetrieb erkennen können, dass das Werk durch die nachträgliche Änderung nicht funktionstauglich ist.

Oberbrandenburgische Oberlandesgericht, Urteil vom 20. Mai 2020, Az.: 11 U 74/18

Tipp: Sie wollen keine wichtigen Infos zum Thema Baurecht verpassen? Dann abonnieren Sie hier den handwerk.com-Newsletter. Jetzt anmelden!

Auch interessant:

Vorgaben des Auftraggebers: Wer haftet für Baumängel?

Ein Betrieb führt Arbeiten so aus, wie es der Auftraggeber vorgibt. Die Folge sind Baumängel. Dafür muss das Unternehmen haften.
Artikel lesen

So funktioniert eine Baubehinderungsanzeige

Verzögerungen im Bauablauf können für Betriebe teuer werden – auch wenn sie daran keine Schuld tragen. Mit einer Baubehinderungsanzeige können Sie sich rechtzeitig absichern.
Artikel lesen

Mängelrüge: So reagieren Auftragnehmer richtig

Als Auftragnehmer haben Sie nicht alle Arbeiten auf der Baustelle selbst ausgeführt. Trotzdem beschwert sich der Bauherr wegen angeblicher Mängel bei Ihnen. Wir haben einen Experten gefragt, was Sie in so einem Fall machen können.
Artikel lesen

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.
handwerker-misst-web.jpeg

Baurecht

So funktioniert die Bedenkenanmeldung

Auf der Baustelle stoßen Handwerker manchmal auf Dinge, die aus fachlicher Sicht kritisch sind. Wann sollten sie deshalb ihre Bedenken anmelden?

    • Baurecht
Handwerk Archiv

Bildbearbeitung: Nützlicher Helfer

Mit dem Resizer zum richtigen Fotoformat

Mit drei Klicks zur richtigen Fotogröße: Mit dem sogenannten Resizer von Microsoft können Sie Bilder schnell ins gewünschte Format bringen. So funktioniert es.

    • Archiv
Handwerk Archiv

Außenstände

Inkasso "ist wirklich einfach"

Gute Erfahrungen mit einem Inkasso-Anbieter hat die Braunschweiger Tischlerei Stövesandt gemacht. Schon die Ankündigung, ein Inkassobüro einzuschalten, zeige meist die gewünschte Wirkung, berichtet Simone Stövesandt-Cohrs.

    • Archiv
Handwerk Archiv

Forderungsmanagement

Inkasso "ist wirklich einfach zu handhaben"

Gute Erfahrungen mit einem Inkasso-Anbieter hat die Braunschweiger Tischlerei Stövesandt gemacht. Schon die Ankündigung, ein Inkassobüro einzuschalten, zeige meist die gewünschte Wirkung, berichtet Simone Stövesandt-Cohrs.

    • Archiv