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Bei Kündigung

Wann Sie Fortbildungskosten zurückfordern können

Sie schicken einen Mitarbeiter auf Fortbildung und wollen vermeiden, dass er bald danach kündigt? Das können Sie mit dem Angestellten vereinbaren. Doch Vorsicht: Dabei gilt es einiges zu beachten.

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Wenn der Weiterqualifizierte früher als gewünscht aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet, können Sie ihn nur unter bestimmten Voraussetzungen zur Rückzahlung der Fortbildungskosten verpflichten. Das geht aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) hervor.

Zum einen muss die Fortbildungsmaßnahme für den Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil bringen. Dieser kann in einer Gehaltserhöhung bestehen oder darin, dass der Mitarbeiter die erworbenen Kenntnisse auch anderweitig nutzen kann.

Zum anderen müssen die Vorteile der Ausbildung und die Dauer der vereinbarten Bindung an das Arbeitsverhältnis in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Laut Urteil resultieren folgende zulässige Bindungsdauern aus Fortbildungszeiten (dabei werden einzelne Tage nicht zusammenhängender Zeiten zusammengerechnet):

Fortbildung                              maximale Bindungsdauer

ein Monat                                sechs Monate

zwei Monate                            ein Jahr

drei bis vier Monate                 zwei Jahre

sechs Monate-ein Jahr             drei Jahre

mehr als zwei Jahre                  fünf Jahre

Bei einer kürzeren Ausbildung kann eine längere Bindung jedoch gerechtfertigt sein, wenn die Fortbildung sehr teuer ist oder dem Mitarbeiter überdurchschnittlich große Vorteile bringt.

Dem BAG-Urteil liegt die Klage einer Mitarbeiterin zugrunde, die ein gutes Jahr nach einer sechstägigen Fortbildung aus dem Arbeitsverhältnis ausschied. Aufgrund einer Vereinbarung hatte der Chef daraufhin Kosten für die Fortbildung von ihrem Gehalt einbehalten. Denn er hatte die Mitarbeiterin in einer Vereinbarung zwei Jahre an sich binden wollen. Unverhältnismäßig, urteilten die Richter.

(bw)

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Bindungsfrist

Zu lange Rückzahlungsklausel ist unwirksam

Wer Mitarbeitern die Fortbildung finanziert, kann sich diese Kosten im Falle einer Kündigung erstatten lassen. Aber nur, wenn die Bindungsfrist im Vertrag nicht zu langfristig festgelegt wurde.

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angemessene Dauer

Begrenzte Treue trotz Fortbildung

Arbeitgeber, die Weiterqualifizierungen für ihre Mitarbeiter bezahlen, dürfen von diesen Treue verlangen - allerdings nicht unangemessen lange.

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Arbeitnehmer Kind

Arbeitnehmer Kind

Schließen Eltern mit ihren Kindern Arbeitsverträge ab und übernehmen dabei Studien- oder Fortbildungskosten ihrer Sprösslinge, sind kritische Überprüfungen des Finanzamts programmiert. handwerk.com verrät, was steuerlich zulässig ist und welche "Steckenpferde" der Betriebsprüfer die Eltern kennen sollten.

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Urteil

Fortbildungskosten sind kein Arbeitslohn

Übernimmt ein Arbeitgeber die Kosten für die Weiterbildung eines Arbeitnehmers, so handelt es sich dabei nicht um steuerpflichtigen Arbeitslohn. Das hat das Finanzgericht Münster entschieden.

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