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Wenn Mitarbeiter keine Anweisungen annehmen

Was tun bei Arbeitsverweigerung?

Dass ein Mitarbeiter mit Arbeitsverweigerung droht, ist kein Grund für eine fristlose Kündigung. Nicht einmal nach zwei Abmahnungen.

Fristlose Kündigung nicht ohne konkreten Grund - Sonst muss eine ordentliche Kündigung genügen, meint das Landesarbeitsgericht.
Sonst muss eine ordentliche Kündigung genügen, meint das Landesarbeitsgericht.
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Der Fall: Der Mitarbeiter eines kleinen Bauunternehmens ignoriert mehrfach die Anweisungen seines Vorarbeiters und erhält dafür innerhalb von 18 Monaten zwei Abmahnungen. Im Gespräch mit dem Chef macht der Mitarbeiter deutlich, dass er auch künftig mit dem Vorarbeiter „nicht kommunizieren“ wolle. Daraufhin erhält er eine fristlose Kündigung wegen Arbeitsverweigerung.

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz stellte sich auf die Seite des Mitarbeiters: Dass er nicht mit seinem Vorarbeiter sprechen wolle, sei zwar eine Pflichtverletzung, jedoch keine komplette Arbeitsverweigerung. Schließlich bestehe dieses Problem seit eineinhalb Jahren, in denen der Mitarbeiter nicht pauschal alle Anweisungen ignoriert hatte. Je länger ein Fehlverhalten hingenommen wird, umso schwieriger sei später eine fristlose Kündigung zu begründen. Die beiden Abmahnungen reichten in diesem Fall nicht aus, da sich aufgrund der Gesamtsituation nicht konkret vorhersagen lasse, ob und wie sich die Pflichtverletzungen des Mitarbeiters auswirken. Daher sei dem Arbeitgeber die Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist zumutbar.

Auch sei dieser Fall nicht zu vergleichen mit der Androhung von Krankheit. Drohe eine Mitarbeiter mit Krankheit, wenn er seinen Urlaub nicht erhält, bedeute das eine schwere Verletzung des Vertrauensverhältnisses. Eine Ankündigung, Anweisungen nicht zu befolgen, wiege im Vertrauensverhältnis nicht so schwer. (Urteil vom 6. September 2012, Az. 11 Sa 681/11)


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 (jw)
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