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Online Marketing

Wenn Google Ihre Netzpräsenz sabotiert

Würden Sie eine Website besuchen, vor der Google warnt? Ein Handwerksbetrieb wurde Opfer so einer Suchmaschinen-Warnung. Ohne es zu wissen.

Auf einen Blick:

  • Diese Warnung im Suchergebnis mag gar nicht zu der modernen, gepflegten Handwerkerseite passen: „Diese Website wurde möglicherweise gehackt“.
  • Keine Info von Google: Der betroffene Handwerksbetrieb wurde vom Suchmaschinenkonzern nicht über den Warnhinweis informiert. Erst ein Anruf der handwerk.com-Redaktion brachte die Information.
  • Der Warnhinweis irritiert Kunden, dabei muss die Seite gar nicht zwingend gehackt worden sein. Auch bei anderen Abweichungen kann die Suchmaschine Verdacht schöpfen.
  • Für besseren Informationsfluss: Wer sich bei der Google Search Console registriert, wird von Google gewarnt, wenn es zu so einem unerwünschten Suchergebniszusatz kommt.

Von Denny Gille

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Böse Überraschung bei der Online-Recherche. Der Fund beginnt ganz harmlos: Im Netz stoßen wir auf einen Pressebericht über ein interessantes Handwerksunternehmen in Norddeutschland. Da lohnt sich doch ein Anruf! Die Website finden wir über Google. Aber was steht da unter dem Sucheintrag?

„Diese Website wurde möglicherweise gehackt.“

Klingt dramatisch. Und so ein Hinweis löst bei Kunden natürlich verschiedene Gefühle aus: Irritation, Vorsicht, Misstrauen. Definitiv kein Gewinn für den betroffenen Handwerksbetrieb.

Ein Anruf – ein überraschter Betrieb

Ob die Dochtsen GmbH (Name geändert) von diesem Google-Eintrag weiß? Wir rufen an und fragen nach. Die Mitarbeiterin von Dochtsen ist zunächst ungläubig. Sie checkt den Suchmaschineneintrag. Tatsache. „Davon haben wir nichts gewusst.“ Der Betrieb meldete das Problem seinem Dienstleister.

Grundsätzlich kann so ein Hinweis im Suchmaschineneintrag für jeden Internetnutzer hilfreich sein. Denn sollte eine Website wirklich gehackt worden sein, besteht für den Seitenbesucher die Gefahr, auf Spam-Seiten zu landen oder sich Schadsoftware einzufangen. Die Seite der Dochtsen GmbH hat allerdings nicht den Eindruck erweckt, als würde sie für Nutzer schädlich sein. Sie wirkt modern, ist gepflegt, verfügt zudem über eine SSL-Verschlüsselung.

Ein Formular schafft Abhilfe

Als wir wenige Tage später erneut anrufen, war der Hacker-Hinweis bereits aus der Google-Suche verschwunden. Die Assistentin der Geschäftsleitung schildert uns, wie das Problem gelöst wurde. Dazu gehörten nur wenige Schritte. Tatsächlich sei die Seite sicher gewesen, kein Hacker habe sie infiltriert. „Es wurde ein Google-Formular ausgefüllt, dass bestätigt, dass die Seite virenfrei ist, dann nahm Google den Hinweis aus dem Sucheintrag heraus“, berichtet die Mitarbeiterin.

Was hält sie von der ganzen Nummer? „So etwas kann natürlich unserer Reputation schaden.“ Das große Problem: Der Suchmaschinenriese informiert Website-Besitzer nicht automatisch über solche Warnhinweise. Und im Regelfall ruft man die eigene Website direkt auf, geht nicht den Umweg über eine Suchmaschine. „Man sucht sich nicht oft und bekommt solche Einträge dadurch spät mit.“

Schnelle Info mit Google Search Console

Eine Möglichkeit gebe es jedoch, auch über solche Vorgänge auf dem Laufenden zu bleiben, weiß Markus Polrola, Geschäftsführer des Langenhagener Online-Marketing-Unternehmens Netzhafen. Wer sich bei der Google Search Console registriert, bekomme einen Hinweis, sollte der Suchmaschinenriese solch eine ominöse Warnung wie „Diese Website wurde möglicherweise gehackt“ auf dem Suchergebnis der eigenen Website platzieren. Auch sonst kann die Search Console nützlich sein. Sie ist ein kostenloser Dienst, mit dem Website-Betreiber die Präsenz ihrer Seite in den Suchergebnissen überwachen und verwalten können.

Grundsätzlich ist eine Registrierung in dem Dienst auch notwendig, um den rufschädigenden Hackinghinweis aus dem Suchergebnis zu entfernen, erklärt der Konzern in der „Hilfe für Google-Suche“. Nach der Registrierung fülle man laut Polrola ein Formular aus. Ein Google-Mitarbeiter prüft den Vorgang dann manuell. Ist die Seite sicher, wird der Hinweis aus dem Suchergebnis entfernt.

Website gehackt? So kommt es zum Verdacht

Doch wie kommt es überhaupt zum Verdacht, meine Seite sei gehackt worden? Laut Polrola melden Googles Algorithmen so einen Verdacht, wenn sie beim Durchsuchen von Websites auf ungewöhnliche Vorgänge stoßen. Dabei kann es sich tatsächlich um den Fund einer schädlichen Websiteveränderung handeln. Das könne aber auch passieren, wenn auf einer Seite, wie zum Beispiel musterbetrieb.de, neben den Unterseiten musterbetrieb.de/ueber-uns und musterbetrieb.de/referenzen plötzlich jemand eine Seite wie musterbetrieb.de/xyz erstellt. Die neue Seite passt für Google nicht ins Bild. Die Veränderung solcher Parameter können dazu führen, dass die Seite der Suchmaschine verdächtig erscheint.

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