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Weiterbildung per Computer

Weiterbildung per Computer

Die Schulung von Mitarbeitern über Computer und Internet kann für Betriebe durchaus Chancen bergen. Das Handwerk ist beim E-Learning Vorreiter. Statt kostspielige eigene Lernplattformen zu errichten, können die Betriebe jetzt auch die Dienste von so genannten Knowledge Service Providern in Anspruch nehmen.

Flexibel, preisgünstig und jederzeit verfügbar: Dank multimedialer Technologien wird sich die Art des Lernens in Zukunft grundlegend verändern. Statt in irgendeinem Seminarraum zu sitzen, begibt sich der Lernhungrige an den Computer, klickt sich die Inhalte in appetitlichen Häppchen auf den Bildschirm und kommuniziert über Webcamera und Lautsprecher mit einem Teletutor [4] Distance Learning, Telelearning oder E-Learning [1] lauten die Schlagworte für diese moderne Form der Wissensaneignung. Sie stehen für eine Kombination des selbstgesteuerten Lernens am PC mit den Möglichkeiten des Internet.

Aus Unternehmersicht kann sich die Weiterbildung der Mitarbeiter über E-Learning durchaus rechnen: Zum einen bleibt weniger Arbeit liegen, denn gelernt wird oft in der Freizeit #8211; nach Feierabend zu Hause oder am Wochenende. Zum anderen entfallen häufig auch die Kosten für Anreise, Verpflegung und Übernachtung. Trotz dieser Vorteile setzten im Jahr 2000 nur sieben Prozent der deutschen Mittelständler netzgestützt Lernprogramme ein #8211; das hat eine repräsentative Befragung von 800 Unternehmen im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums ergeben. Mittlerweile haben sich die Bedingungen jedoch verbessert: Statt kostspielige eigene Lernplattformen zu errichten, können die Betriebe jetzt auch die Dienste von so genannten Knowledge Service Providern in Anspruch nehmen. Diese Firmen stellen nicht nur die erforderliche Technologie, sondern auch Lehrinhalte zur Verfügung. Eine Auflistung von Anbietern bietet zum Beispiel die Competence-Site.

Handwerksorganisationen sind Vorreiter

Eine Vorreiterrolle in Sachen E-Learning nehmen die Handwerksorganisationen mit ihrer Initiative "q-online" ein: Unter Federführung der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) mit Sitz in Düsseldorf bieten 37 Kammern über ihre Berufsbildungszentren Online-Lehrgänge an. Die Palette reicht von EDV-Kursen (Europäischer Computerführerschein, Internetpass, E-Commerce) über Sprachen und Lehrgänge für Berufsrückkehrerinnen bis hin zur Meistervorbereitung (Mathematik, Elektrotechnik). Als technologische Grundlage dient eine internetbasierte Lernplattform, die von der ZWH bereitgestellt wird. Die Kammern können diese Plattform für ihre Seminare anmieten und auch die inhaltlichen Bausteine (Lernprogramme) über die ZWH beziehen.

Lernen im virtuellen Klassenzimmer

Die q-online-Angebote sind allerdings keine reinen Fernlehrgänge: 60 bis 70 Prozent des Stoffes erarbeiten die Teilnehmer am PC, der Rest entfällt auf den Unterricht im Berufsbildungszentrum. In der E-Learning-Phase werden die Lernenden durch einen Teletutor begleitet, der mit ihnen im "virtuellen Klassenzimmer" [5] die Lektionen durchgeht und Fragen beantwortet. "Der Erfolg des Kurses steht und fällt mit der Kompetenz dieses Teletutors", betont ZWH-Mitarbeiter Holger Puchalla. Die nötigen Fähigkeiten können die Dozenten in einer 200-stündigen Ausbildung mit abschließender Prüfung erwerben, die ebenfalls von der ZWH angeboten wird.

Eine wesentliche Aufgabe besteht für die Düsseldorfer zur Zeit darin, weitere Lernprogramme zu kaufen oder neue entwickeln zu lassen. Das Institut für Technik der Betriebsführung in

Karlsruhe bastelt gerade im Auftrag der ZWH an E-Learning-Modulen für die Ausbildung zum Betriebswirt des Handwerks. In Arbeit seien auch schon die Programme für den dritten und vierten Teil der Meisterprüfung, kündigt Holger Puchalla an.

Nähere Informationen zu den verschiedenen Online-Lehrgängen finden sich unter www.click2q-online.de oder über die Internet-Adresse der zuständigen Handwerkskammer. In Niedersachsen bieten zur Zeit die Kammern Braunschweig, Hildesheim und Lüneburg-Stade E-Learning an, in Sachsen-Anhalt die Kammer Magdeburg.

Glossar: Neue Wege des Lernens

[1] E-Learning:

Aneignung von Wissen mit Hilfe

von Computer und Internet. E-Learning-Seminare finden auf einer virtuellen Lernplattform statt. Sie werden von einen so genannten Teletutor geleitet, der die Teilnehmer über Konferenzschaltungen oder E-Mail durch die Lektionen führt. Daneben können sich die Lernenden auf der Plattform auch untereinander austauschen und gemeinsam Aufgaben lösen. Von diesen gemeinsamen Unterrichts- und Arbeitsphasen (synchrones Lernen) abgesehen kann der Einzelne selbst bestimmen, in welcher Reihenfolge und mit welcher Geschwindigkeit er sich weiterbildet.

[2] Computer Based Training:

Einsatz von Computer und spezieller Lern-Software in der Aus- und Weiterbildung. Die Teilnehmer lernen eigenständig mit diesen interaktiven und multimedialen Programmen, die in der Regel auch Selbsttests mit automatischer Fehlerkontrolle ermöglichen. Die Lernprogramme können entweder auf CD-ROM oder auf einem Server gespeichert sein. Klassische Beispiele sind Sprachlernprogramme und PC-Anwenderschulungen auf CD-ROM.

[3] Web Based Training:

Die Lernprogramme werden im Unterschied zum Computer Based Training aus dem Internet abgerufen und über den Browser direkt am PC bearbeitet. Die Inhalte können dadurch ohne großen Aufwand aktualisiert werden.

[4] Teletutor:

Trainer für E-Learning-Seminare. Der Teletutor betreut und motiviert die E-Learner. Er steuert durch den Unterricht, beantwortet Fragen und kontrolliert regelmäßig die Lernerfolge der Teilnehmer.

[5] Virtuelles Klassenzimmer:

Ein realer Unterrichtsraum wird mit technischen Mitteln simuliert. Die dort "Anwesenden" sind über Videobilder oder anhand von Symbolen sichtbar. Tutor und Kursteilnehmer können synchron an bestimmten Lernkapiteln arbeiten und dabei miteinander kommunizieren. Fragen und Antworten werden je nach technischer Ausstattung entweder als Ton oder in Schriftform übermittelt.

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