Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Kündigungsgrund: Krankschreibung statt Urlaub

Wenn Mitarbeiter mit Krankheit drohen

Droht ein Mitarbeiter dem Arbeitgeber mit Krankheit, wenn er keinen Urlaub erhält, so ist das ein Grund für eine Kündigung. Ganz egal, ob er anschließend ein Attest vorlegt.

 -

Auch wenn ein Arbeitnehmer tatsächlich erkrankt: Hat er seinem Chef vorher mit Krankschreibung gedroht, so ist das ein Grund für eine außerordentliche Kündigung. Das hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg-Vorpommern in einem Urteil deutlich gemacht (Urteil vom 13. Dezember 2011, Az. 5 Sa 63/11).

In dem Fall hatte der Arbeitgeber einen Urlaubsantrag aufgrund von hoher Arbeitsbelastung nicht genehmigt und die Mitarbeiterin darum gebeten, den Urlaub zwei Wochen später zu nehmen. Die Frau drohte mit Krankschreibung, erschien in der von ihr gewünschten Urlaubszeit tatsächlich nicht zur Arbeit und legte später eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor. Daraufhin kündigte der Arbeitgeber fristlos.

Das Gericht bestätigte die Kündigung: Ob die Mitarbeiterin tatsächlich krank gewesen ist, spiele keine Rolle. Sie habe mit ihrer Drohung zum Ausdruck gebracht, dass sie notfalls bereit sei, ihr Recht auf Entgeltfortzahlung zu nutzen, um sich einen unberechtigten Vorteil zu verschaffen. Daher sei schon die Drohung ein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung. 

Weitere Artikel zum Thema "Mitarbeitermotivation":


(jw)
Weil eine Arbeitnehmerin ihre Krankheit nur vorgetäuscht hat, erhielt sie von ihrem Arbeitnehmer völlig zu Recht die fristlose Kündigung.
Foto: Kaspars Grinvalds - stock.adobe.com

LAG-Urteil

Vorgetäuschte Krankheit ist Kündigungsgrund

Erst lehnt der Chef den Urlaubsantrag ab. Dann meldet sich die Arbeitnehmerin krank. Trotz Attest vom Arzt wird ihr das zum Verhängnis.

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Kündigungsgrund

Krankschreibung am ersten Tag

Arbeitgeber können nach Ankündigung am ersten Krankheitstag eine Krankschreibung von ihren Mitarbeitern verlangen. Bleibt sie aus, kann das zur Kündigung führen.

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Wenn Mitarbeiter keine Anweisungen annehmen

Was tun bei Arbeitsverweigerung?

Dass ein Mitarbeiter mit Arbeitsverweigerung droht, ist kein Grund für eine fristlose Kündigung. Nicht einmal nach zwei Abmahnungen.

Vor Gericht sollte ein Arbeitgeber deshalb nachweisen, dass kein Zusammenhang zwischen Kündigung und Krankheit besteht. Doch diesen Beweis konnte er nicht liefern.
Foto: Stockfotos-MG - Fotolia.com

Recht

Kündigung nach Krankheit: Chefs sind in der Nachweispflicht

Wer einem Mitarbeiter direkt nach Ende der Krankschreibung kündigt, muss beweisen können, dass nicht die Krankheit der Grund war. Sonst kann es teuer werden.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.