Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Krise

Wenn nichts mehr geht – das Scheitern einer Sanierung

Erscheint eine Sanierung nicht mehr möglich, muss der Unternehmer schnell agieren, solange noch Handlungsspielraum besteht.

Erscheint eine Sanierung nicht mehr möglich, muss der Unternehmer schnell agieren, solange noch Handlungsspielraum besteht.

Auch die umfassendste Krisenanalyse oder das kreativste Sanierungskonzept können manche Betriebe nicht vor dem Scheitern retten. Das Warten auf ein Wunder hat noch keinem Unternehmer geholfen. Im Gegenteil: Besser das berühmte Ende mit dem Schrecken eines überschaubaren Verlustes riskieren als der Schrecken eines unkalkulierbaren Verlustes ohne Ende.

Verkauf: Gläubiger einbeziehen

Beim Notverkauf eines Unternehmens sollten alle Gläubiger, die Sicherungsrechte an wesentlichen Betriebsteilen haben, in die Entwicklung eines Verkaufskonzeptes miteinbezogen werden. Der Unternehmensverkauf selbst kann eine längere Zeit in Anspruch nehmen, je nachdem wie groß das Interesse von Mitbewerbern, Kunden, Lieferanten oder Existenzgründern ist. Erlauben es die wirtschaftlichen Verhältnisse, kann auch eine Betriebsverpachtung in Betracht gezogen werden.

Alternative "Zerschlagung"

Möglich ist nicht nur der Verkauf des Unternehmens im Ganzen, sondern auch die Zerschlagung durch Verkauf einzelner Wirtschaftsgüter. Experten geben jedoch zu bedenken, dass bei einer Zerschlagung häufig ein geringerer Erlös erzielt wird als bei einer Veräußerung im Ganzen.

Insolvenz: Eigenverwaltung beantragen

Kommt es doch zu einem Insolvenzverfahren, so kann der Schuldner nach §270 ff Insolvenzordnung die Eigenverwaltung beantragen, um - wenngleich unter Aufsicht - selbst noch Einfluss auf das Schicksal des Betriebes nehmen zu können. Ein kleines Licht am Horizont bietet die Restschuldbefreiung, die vermeiden soll, das persönlich haftende Einzelkaufleute oder Gesellschafter bis an ihr Lebensende verschuldet bleiben. Dazu muss der Schuldner noch vor Ende des Insolvenzverfahrens einen Antrag auf Restschuldbefreiung an das Insolvenzgericht stellen. Er muss erklären, dass er seine gesamten pfändbaren Einkünfte in den kommenden sieben Jahren an seine Gläubiger abtreten wird. Das Gericht muss von der Redlichkeit und Kooperationsbereitschaft des Schuldners überzeugt sein und entscheidet erst, nachdem es mit Insolvenzverwalter und Gläubigern gesprochen hat. Erfüllt der Schuldner seine "Wohlverhaltenspflichten" nicht, kann die Restschuldbefreiung nachträglich widerrufen werden.

Ausführliche Informationen bietet auch die Broschüre "Restschuldbefreiung - eine Chance für redliche Schuldner", die das Bundesministerium der Justiz kostenfrei herausgibt. Bestelladresse: Bundesministerium der Justiz, Jerusalemstr. 27, 10117 Berlin, Fax: 0 30/20 25 90 46. (at)

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.
Handwerk Archiv

Insolvenz als Rettung?

Starker Auftritt vorm Insolvenzgericht

Die Insolvenz als Rettung für den Betrieb? Vieles hängt dabei von den zuständigen Gerichten und Insolvenzverwaltern ab. Doch die sind nicht immer kompetent und willig. So setzen Sie sich mit Ihren Plänen dennoch durch.

    • Archiv
Handwerk Archiv

Ratgeber

"Auch insolvente Unternehmer haben Rechte"

Die jüngsten Insolvenzzahlen sind leicht rückläufig, doch noch sind viele Betriebe von der Pleite bedroht. Auskunft über Haftungsfragen und Handlungsspielräume in der Insolvenz gibt Lothar Volkelt, Autor des "Schnellkurs Insolvenz: Rechte, Pflichten, Sofortmaßnahmen".

    • Archiv
Handwerk Archiv

Unternehmensfinanzierung

Bürginnen - mitgefangen, mitgehangen

Gravierende Folgen kann es haben, wenn Frauen für die Geschäfte ihrer Männer bürgen: Eine einzige Unterschrift kann direkt in den modernen Schuldturm führen.

    • Archiv
Handwerk Archiv

Unternehmenspleiten gehen zurück

Weniger Schäden durch Unternehmenspleiten

Bei Unternehmenspleiten zeichnet sich nach der Herbstumfrage des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen eine Entspannung ab. Der volkswirtschaftliche Schaden liege bei 55 Milliarden Mark, im Vorjahr waren es 60 Milliarden Mark.

    • Archiv