AdobeStock_421338784_Editorial_Use_Only.jpeg
Foto: Tom - stock.adobe.com
Wer Firmenwerbung mit Ortsnennung auf Google Ads macht, muss tatsächlich einen Standort haben.

Google Ads

Werbung mit nicht vorhandenem Standort ist irreführend

Eine Firma wirbt bei Google mit einem Standort, der gar nicht existiert. Ein Wettbewerber klagt dagegen und bekommt Recht.

Der Fall: Ein Rechtsanwalt im Bereich der Schuldnerberatung wirbt im Internet mit seiner Dienstleistung bei Google Ads. Der Titel: „Schuldnerberatung Köln / Anwalt für Schulden / Keine Wartezeiten“. Jedoch hatte der Anwalt gar keinen Firmenstandort in Köln. Eine andere Kanzlei, die auf dem gleichen Gebiet tätig ist, sieht in der Werbung eine wettbewerbswidrige Irreführung und geht gerichtlich gegen die Google-Anzeige vor.

Werbung mit Google Ads: Bezahlte Klicks mit großer Wirkung

Wer bei Google zu bestimmten Leistungen gefunden werden will, kann mit kleinen Beträgen Großes erreichen: mit Google Ads. Wie Sie die Suchmaschinenwerbung gezielt angehen, lesen Sie hier.
Artikel lesen

Das Urteil: Das Oberlandesgericht Hamburg stuft die Werbung bei Google Ads als rechtswidrig ein. „Die Anzeige „Schuldnerberatung Köln“ deutet nach allgemeinem Sprachgebrauch auf eine in Köln ansässige Schuldnerberatung hin“, befand das OLG. Auch ohne die Präpositionen „in“ oder „aus“ assoziierten die Kunden die Leistung des Anwalts in dem Ort, der mit der Leistung verknüpft ist.

Auch die Argumente des Anwalts, dass heutzutage niemand mehr eine Beratung vor Ort erwarte und diese heute auch per Telefon oder Internet möglich sei, ließen die Richter nicht gelten. Dass eine Schuldnerberatung telefonisch und elektronisch erreichbar ist, sei zu dem Zeitpunkt der Werbung selbstverständlich gewesen. Die in der Adwords-Anzeige verwendete Ortsangabe begründe jedoch die zusätzliche Erwartung, auch eine persönliche Beratung „vor Ort“ erhalten zu können. Die fortschreitende Digitalisierung habe das Bedürfnis nach einer Beratung „vor Ort“ nicht beseitigt – insbesondere im Bereich der Schuldnerberatung. (Beschluss vom 3. Februar 2021, Az.: 3 U 168/19)

Tipp: Sie wollen mehr zum Thema Online-Marketing erfahren? Mit dem handwerk.com-Newsletter versorgen wir Sie mit interessanten Infos. Jetzt anmelden!

Auch interessant:

Schlechte Google-Bewertung: So reagieren Sie richtig

Eine schlechte Google-Bewertung kommt gerne anonym und ist für Kunden bestens sichtbar. So schwächen Sie ihre Wirkung.
Artikel lesen

Darum lohnt sich ein Google My Business-Eintrag für Betriebe

Bessere Sichtbarkeit im Netz und Vorteile bei der Branchensuche: Ein Eintrag bei Google My Business ist schnell erstellt und bringt Aufmerksamkeit.
Artikel lesen

Wird Google Maps das neue soziale Netzwerk für Betriebe?

Google hat seinen Kartendienst mit mehreren Funktionen ausgestattet, die Unternehmen helfen, sich noch besser zu präsentieren. Ein Kurzüberblick.
Artikel lesen
handwerker hat geld
Foto: Wellnhofer Designs - stock.adobe.com

Vorsicht, Falle!

Handwerkerrechnung gefälscht – wer haftet?

Eine Rechnung kommt beim Kunden mit gefälschten Kontodaten an, der Handwerker hat sie richtig versendet. Wer muss im Streitfall für den Schaden aufkommen?

Ein Hashtag #ad reicht nicht aus, urteilten die Richter des OLG Celle.
Foto: Image Source – Corbis / Collage handwerk.com

Recht

Werbung auf Instagram muss eindeutig erkennbar sein

Wer auf Instagram bezahlte Beiträge veröffentlicht, muss sie eindeutig als Werbung kennzeichnen. Ein Hinweis mit dem Hashtag #ad reicht nicht aus, urteilte das Oberlandesgericht Celle.

Das ist unzulässige Werbung, urteilten die Richter des BGH.
Foto: N-Media-Images - Fotolia.com

BGH-Urteil

E-Mails mit Zufriedenheitsumfragen sind unzulässige Werbung

Eine Umfrage zur Kundenzufriedenheit in einer E-Mail ist unzulässige Werbung – auch wenn die E-Mail eine Rechnung enthält, hat der Bundesgerichtshof entschieden.

Das hat das Amtsgericht Frankfurt/Main entschieden.
Foto: demidandang - stock.adobe.com

Recht

Ist ein Logo in der E-Mail-Signatur unzulässige Werbung?

Darüber entschied das Amtsgericht Frankfurt/Main und befand: Die reine Verwendung eines Firmenlogos, auch wenn es mit einer Website verlinkt ist, stellt keine Werbung dar.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.