Foto: Stockfotos-MG - Fotolia.com
Eine Gesundheitskarte, ein Taschenrechner, ein Kugelschreiber und Geld liegen auf einem Schreibtisch.

Inhaltsverzeichnis

Freiwillige Absicherung in der GKV

Wie hoch ist der GKV-Mindestbeitrag 2021?

Die Bundesregierung die hat Sozialversicherungsrechengrößen für 2021 beschlossen. Daraus lässt sich der GKV-Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte ableiten.

Auf einen Blick:

  • Die Bundesregierung hat für 2021 die sogenannte Bezugsgröße festgelegt. Sie ist für die Festsetzung der Mindestbemessungsgrundlage für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung von Bedeutung.
  • Wer Beitragssatz und den kassenindividuellen Zusatzbeitrag kennt, kann sich den GKV-Mindestbeitrag ausrechnen. Im Schnitt dürfte der 2021 monatlich bei 167, 79 Euro liegen.
  • Hintergrund: Anfang 2019 ist das GKV-Entlastungsgesetz in Kraft getreten. Dadurch ist der Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte deutlich gesunken.

Per Verordnung hat die Bundesregierung die Sozialversicherungsrechengrößen für 2021 festgelegt. Damit steht auch die sogenannte Bezugsgröße fest, sie liegt im kommenden Jahr bei 3.290 Euro. Relevant ist diese Zahl für die Berechnung des Beitrags, den freiwillig versicherte Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mindestens zahlen müssen.

Daraus ergibt sich, dass der Mindestbeitrag ohne Krankentagegeldanspruch für Selbstständige bei monatlich rund 167,79 Euro liegen wird. Die genaue Höhe hängt vom Beitragssatz und dem Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenkasse ab.

GKV-Mindestbeitrag: Was Selbstständige wissen müssen

Der GKV-Mindestbeitrag für Selbstständige ist zum Jahreswechsel deutlich gesunken. Doch was bedeutet das? Hier die 5 wichtigsten Fragen und Antworten.
Artikel lesen

Wie berechnet sich der GKV-Mindestbeitrag?

Wie viel Selbstständige für ihre Krankenversicherung zahlen müssen, hängt von ihrem Einkommen ab. Allerdings gibt es eine Untergrenze: Wer weniger verdient, zahlt den Mindestbeitrag – und der berechnet sich in zwei Schritten.

1. Schritt: Berechnung der Untergrenze = Mindestbemessungsgrundlage

Ist das Einkommen von Selbstständigen niedriger als dieser Grenzwert, wird bei der Beitragsberechnung ein fiktives Einkommen angesetzt – auch Mindestbemessungsgrundlage genannt.

Sie berechnet sich aus der Bezugsgröße im jeweiligen Jahr nach folgender Formel:

Mindestbemessungsgrundlage = (Bezugsgröße/90) x 30

Diese Formel schreibt das Fünfte Sozialgesetz vor. Für 2021 berechnet sich die Mindestbemessungsgrundlage daher wie folgt:

Mindestbemessungsgrundlage = (3.290/90) x 30 = 1.096,67 Euro

2. Schritt: Berechnung des GKV-Mindestbeitrags

Berechnet wird der GKV-Mindestbeitrag nun wie folgt:

(Mindestbemessungsgrundlage / 100) x (Beitragssatz + Zusatzbeitrag)

Ein Beispiel: Wir rechnen mit dem ermäßigten Beitragssatz von 14 Prozent ohne Krankengeldanspruch und einem Zusatzbeitrag von laut GKV-Spitzenverband durchschnittlich 1,3 Prozent. Das ergibt folgenden GKV-Mindestbeitrag:

(1096,67/100) x (14 + 1,3) =167,67

Warum der GKV-Mindestbeitrag seit 2019 deutlich niedriger ist

Bis Ende 2018 mussten freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung einen deutlich höheren Mindestbeitrag zahlen. Denn in der Beitragsberechnung wurde ihnen bis dahin ein Einkommen von mindestens 2.283,75 unterstellt. Gerade für Selbstständige mit geringen Einkünften war das eine große Belastung. Deshalb hat der Gesetzgeber durch das GKV-Versichertenentlastungsgesetz die Mindestbemessungsgrundlage abgesenkt. Infolgedessen ist der Mindestbeitrag zum 1. Januar 2019 deutlich gesunken.

Tipp: Sie interessieren sich für politische Entscheidungen, die das Handwerk betreffen? Mit dem Newsletter von handwerk.com bleiben Sie auf dem Laufenden. Jetzt anmelden!

Auch interessant:

GKV-Mindestbeitrag für Selbstständige sinkt 2019 deutlich

Gesetzlich krankenversicherte Selbstständige können 2019 mit finanzieller Entlastung rechnen. Denn zum Jahreswechsel wird der monatliche Mindestbeitrag mehr als halbiert.
Artikel lesen

GKV-Beitrag: Selbstständige zahlen bald einkommensabhängig

Selbstständige haben große Einkommensschwankungen. Deshalb soll es künftig ein neues Beitragsverfahrenssystem für freiwillig Versicherte geben.
Artikel lesen

Frustriert von der Mitarbeitersuche?

handwerk.com und die Schlütersche helfen Ihnen Ihre offenen Stellen einfach, zeit- und kostensparend mit den richtigen Kandidaten zu besetzen! Mehr als 500 Betriebe vertrauen uns bei der Mitarbeitersuche!

Jetzt Bewerber finden!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.

Gesetzliche Krankenversicherung

GKV-Mindestbeitrag: Was Selbstständige wissen müssen

Der GKV-Mindestbeitrag für Selbstständige ist zum Jahreswechsel deutlich gesunken. Doch was bedeutet das? Hier die 5 wichtigsten Fragen und Antworten.

    • Recht, Politik und Gesellschaft

Beschluss der Bundesregierung

Sozialversicherung: Diese Rechengrößen gelten 2019

Wegen gestiegener Löhne steigen im kommenden Jahr die Sozialversicherungsrechengrößen. Relevant ist das für alle, die freiwillig gesetzlich versichert sind.

    • Politik und Gesellschaft

IAW-Prognose

Schwarzarbeit nimmt weiter ab

Die Schattenwirtschaft schrumpft. Forscher gehen davon aus, dass sich dieser Trend 2019 fortsetzt. Der neue GKV-Mindestbeitrag könnte dazu beitragen.

    • Politik und Gesellschaft

Politik und Gesellschaft

GKV-Mindestbeitrag für Selbstständige sinkt 2019 deutlich

Gesetzlich krankenversicherte Selbstständige können 2019 mit finanzieller Entlastung rechnen. Denn zum Jahreswechsel wird der monatliche Mindestbeitrag mehr als halbiert.

    • Politik und Gesellschaft