Foto: Coloures-pic - Fotolia.com

Personal

Betriebliche Gesundheitsförderung leicht gemacht

Die gesetzlichen Krankenkassen haben Koordinierungsstellen für jedes Bundesland eingerichtet. Sie vermitteln kostenlose Beratungen. Ziel sind gesündere Mitarbeiter.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) steigert die Arbeitgeberattraktivität und senkt den Krankenstand.
  • Die BGF-Koordinierungsstellen dienen als zentrale Anlaufstellen für interessierte Betriebe.
  • Die kostenlose Beratung mündet in konkreten Handlungsempfehlungen.

Regelmäßige Gesundheitschecks, ein ausgewogenes Mittagessen oder Fitnesskurse für Mitarbeiter: Mit solchen Gesundheitsangeboten können Arbeitgeber im Wettbewerb um Fachkräfte punkten. Außerdem sind die Beschäftigten leistungsfähiger und seltener krank, wenn die Maßnahmen greifen. Die gesetzlichen Krankenkassen haben angekündigt, Betriebe aller Größen künftig noch stärker bei der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) zu unterstützen.

Koordinierungsstellen leiten die Anfragen weiter

Zu diesem Zweck haben die Kassen gemeinsam regionale „BGF-Koordinierungsstellen“ für jedes Bundesland eingerichtet, die als zentrale Anlaufstelle für die Unternehmen fungieren sollen. Kern des Angebots ist eine individuelle Beratung von Betrieben durch die Präventionsexperten der gesetzlichen Krankenkassen. Die Beratung erfolgt telefonisch oder auf Wunsch persönlich vor Ort.

Wenn Sie sich kostenfrei beraten lassen möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme:

  • Nachdem Sie das Kontaktformular auf der zentralen Website www.bgf-koordinierungsstelle.de ausgefüllt haben, meldet sich eine Krankenkasse aus der Region bei Ihnen. Den Initiatoren zufolge geschieht das innerhalb von zwei Tagen.
  • Alternativ können Sie direkt Kontakt zu einer Krankenkasse Ihrer Wahl aufnehmen, um einen Beratungstermin zu vereinbaren. Dabei empfiehlt es sich, diejenige Krankenkasse zu wählen, bei der die meisten Mitarbeiter versichert sind.

Wer sich zu einer Beratung entschließt, landet zum Beispiel bei Olaf Haase, Referent für Gesundheitsmanagement der „IKK gesund plus“ in Magdeburg. Die Beratung läuft in mehreren Schritten ab, die hier kurz erklärt sind.

Bestandsaufnahme: Wie gesund sind Ihre Beschäftigten?

„Wir fragen erst einmal nach dem Anlass und den übergeordneten Zielen“, erläutert Olaf Haase. Wie hoch ist der Krankenstand, wenn bekannt? Wie ist die Altersstruktur der Belegschaft? Will sich das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber aufstellen? Das seien für ihn die typischen Einstiegsfragen.

Darauf folge eine anonymisierte schriftliche Mitarbeiterbefragung: Welche gesundheitlichen Beschwerden treten gegenwärtig auf? Können die Beschäftigten zum Beispiel schlecht schlafen? Haben sie Rückenschmerzen oder psychosomatische Probleme? Olaf Haase wertet diese Fragebögen aus.

Schwerpunktsetzung: Welches Problem möchten Sie als Erstes angehen?

Als nächstes überlegt der Experte gemeinsam mit Ihnen, welche Schwerpunktsetzungen sinnvoll sind. Stellt sich durch die Befragung zum Beispiel heraus, dass sich viele Mitarbeiter gestresst fühlen und unter Schlafstörungen leiden, so können Sie dieses Thema in den Mittelpunkt der betrieblichen Gesundheitsförderung stellen.

Handlungsempfehlungen: Wie können Sie Ihre Ziele erreichen?

Zur Verbesserung der psychischen Verfassung Ihrer Mitarbeiter können Sie einerseits beim individuellem Arbeits- und Lebenstil und andererseits beim Führungsstil ansetzen – Ihr eigener inbegriffen.

Olaf Haase empfiehlt in solchen Fällen zum Beispiel ein Achtsamkeitstraining für sämtliche Mitarbeiter und betriebsübergreifende Seminare für die Führungskräfte. „Der Austausch mit Führungskräften fördert den Blick über den Tellerrand“, sagt der Berater. Die Teilnehmer dieser Seminare erfahren zum Beispiel, wie sie auf Mitarbeiter zugehen können, bei denen sie gesundheitliche Probleme vermuten, und wo Unterstützung zu finden ist.

Neues Internetportal bündelt die Informationen

Der Zugang zur Beratung erfolgt über das Online-Portal www.bgf-koordinierungsstelle.de. Darüber hinaus finden Unternehmen dort zahlreiche Informationen rund um das Thema betriebliche Gesundheitsförderung, insbesondere auch zu regionalen und länderspezifischen Aspekten.

Auch interessant:

Länger fit: So heben und tragen Sie richtig!

Schmerzen im Rücken, verspannter Nacken, rebellierende Knie? Das könnte an der falschen Hebe- und Tragetechnik liegen. Diese Tipps versprechen Entlastung.
Artikel lesen >
Der T6.1 steht im 16. Jahr auf der gleichen Plattform. Gerade im Nutzfahrzeugsegment ist das kein Nachteil.
Foto: Dennis Gauert

„Hey Bulli“

Sprachbefehle, teilautonomes Fahren: Das kann VWs T6.1

Der Multivan geht ins sechzehnte Jahr auf gleicher Plattform. Das ist kein Nachteil. Beim neuen VW T6.1 baut moderne Technik auf einer stabilen Basis auf.

2018 war der Anteil der Steuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt besonders hoch.
Foto: Dan Race - stock.adobe.com

Politik und Gesellschaft

Steuerbelastung auf Langzeithoch

Die Steuerbelastung in Deutschland ist so hoch wie lange nicht. Entlastung ist in Sicht – direkt vor dem nächsten Anstieg.

Zum 1. Januar 2020 steigt der Mindestlohn im Elektrohandwerk auf 11,90 Euro pro Stunde.
Foto: wip-studio - stock.adobe.com

Neuer Tarifabschluss

Dieser Mindestlohn gilt ab 2020 im Elektrohandwerk

Die Tarifpartner im Elektrohandwerk haben sich auf neue Branchenmindestlöhne verständigt. Die erste Erhöhung soll es Anfang 2020 geben.

Die Paneelsäge verfügt über eine Beleuchtung des Schnittbereichs. Sie wird mit Akku-Kraft und damit netzunabhängig betrieben.
Foto: HGH

Licht und Schatten

Paneelsäge XR Flexvolt von Dewalt im Praxistest

Zwei angehende Holztechniker haben der Akku-Säge XR Flexvolt von Dewalt auf den Zahn gefühlt. Entdeckt haben sie neben Positivem auch handfeste Kritikpunkte.