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Innungen

Wir bauen uns einen Obermeister

Wie muss der Obermeister einer Innung ticken, damit das Innungsleben funktioniert? Wir haben die Bauanleitung.

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Wenn der Obermeister, der Vorstand und die Geschäftsführung nicht aus dem Quark kommen, ist die Innung tot. "Das ist genau wie in einer Firma", meint der Obermeister der Kölner Tischler-Innung, Hans Krauß. Er vergleicht die Arbeit in der Innung mit der Arbeit im Betrieb.

Krauß' Leserkommentar zum handwerk.com-Text "Das Ausbluten der Innungen" liest sich wie eine Anleitung in fünf Punkten: Wir bauen uns einen Obermeister.

  • Der Chef muss die Zügel straff in der Hand halten – und das ununterbrochen. Sonst scheitert die Innung.
  • Damit ein Unternehmer seine Ware verkaufen kann, muss er den Kunden von sich, seiner Firma und seinen Produkten überzeugen. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Und das gilt auch für die Innung und den Obermeister.
  • Der Obermeister muss ein charismatischer Mensch sein, der begeistern und überzeugen kann. Der die Mitglieder motiviert und mitzieht. Wenn ein Fernsehprogramm langweilig ist, zappt man weiter oder macht das TV aus. Wenn die Innungsarbeit langweilig ist, verabschieden sich die Mitglieder.
  • Der Obermeister (und der Rest des Vorstands) muss das Innungsleben interessant und abwechslungsreich gestalten. Man muss die für die Mitglieder wirklich interessanten Themen erkennen, auffangen, bearbeiten und in die Köpfe transportieren.
  • Der Obermeister muss viel Kraft aufwenden und ein dickes Fell haben. Das Ehrenamt muss ihm Spaß bereiten und sein Leben bereichern.

Erfolgreicher Innungsprotest gegen Billig-Kampagne – lesen Sie Seite 2.Protestiert, dass "die Heide wackelt“"
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Dass die Kritiker unter den Betriebsinhabern des Handwerks ihrer Innung eine zweite Chance geben sollten, sagt Uwe Kluth. Er ist Kreishandwerksmeister des niedersächsischen Kreises Harburg (nicht zu verwechseln mit dem Hamburger Stadtteil). Und er weiß: "Gerade unsere neuen Mitglieder ärgern sich nach jeder Veranstaltung und nach jedem Vortrag darüber, dass sie nicht schon eher eingetreten sind – das bringt richtig was."

Kluths Formel: Je mehr Mitglieder eine Innung hat, umso mehr kann sie bewirken – bei der Industrie, den Großhändlern, den Banken. Er erinnert an eine Zeitungskampagne im vergangenen Jahr. Ein Heizkesselhersteller hatte in Anzeigen Niedrig-Preise für das Auswechseln von Heizungsanlagen angekündigt: "Da fehlte es hinten und vorne an Zubehör. Und wir Handwerker kalkulieren unsere Preise selbst. Die SHK-Innungen haben dann auf Landes- und Bundesebene Briefe geschrieben, dass die Heide gewackelt hat." Die Aktion wurde zurückgenommen.

Vergleichen Sie den Ideal-Obermeister aus Krauß' Fünf-Punkte-Plan mit dem Obermeister Ihrer Innung. Ist der Mann ein Langweiler, der keine Ideen hat, aber an seinem Titel klebt? Dann sollten SIE sofort die Innung übernehmen. Der Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main, Jürgen Jobmann, formuliert das so: "Jeder der seine Innung kritisiert, ist eigentlich aufgerufen, mit anzupacken."

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