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Energieeinsparung

"Wir sparen 16.000 Liter Öl im Jahr"

Vom Perlator im Wasserhahn bis zur Solaranlage auf dem Dach – bei der Firma Maschinen & Formenbau Leinetal hat Energieeinsparen System. Das ist prämiert, amortisiert und verdient mehr Geld, als es gekostet hat.

 - Udo Fenske hat es getan. Durch diese und weitere Maßnahmen spart sein Betrieb viel Geld. Die Investitionskosten haben sich bereits amortisiert.
Udo Fenske hat es getan. Durch diese und weitere Maßnahmen spart sein Betrieb viel Geld. Die Investitionskosten haben sich bereits amortisiert.
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Neustadt, Basse. Über dem Gewerbegebiet am Ortsrand scheint die Sonne. Udo Fenske schaut zufrieden auf einen Stromzähler, dessen Rad sich schnell dreht. Die Zahl darüber zeigt: "Die Anlage hat bereits mehr als 50 000 Euro verdient." Damit hat sie sich bei einem Alter von knapp sechs Jahren längst amortisiert, sagt der Chef der Firma Maschinen amp; Formenbau Leinetal.

Die Anlage ist nur eines von vielen Teilen, die das Energiekonzept des Handwerksbetriebes ausmachen. "Wir haben zum Beispiel in der neuen Produktionshalle Ventilatoren unter der Decke montiert, die im Winter die warme Heizungsluft nach unten drücken. Damit haben es die Mitarbeiter angenehm warm und wir sparen Heizkosten, da die Wärme zielgerichtet dort ankommt, wo sie gebraucht wird", erklärt Fenske beim Rundgang durch die Produktionsstätten.

Wirklich viel Energie spart der 65-Mann-Betrieb seitdem die Pressluft zurückgewonnen wird. "Pressluft ist die teuerste Energieform, die in unserem Betrieb eingesetzt wird." Früher entstand im Kompressorraum viel Abwärme, die heute über Wärmetauscher genutzt wird. "Außerdem haben wir die Startphase unserer Maschinen so verändert, dass die typische Stromspitze zu Betriebsbeginn nicht mehr so hoch ausfällt. Das macht sich in der Abrechnung ganz deutlich bemerkbar", schildert Fenske.

Auch kleine Dinge bergen große Einsparpotenziale. Welche das sind, lesen Sie auf Seite 2.

Kleine Dinge, große Wirkung
 - Spezielle Perlatoren (Kostenpunkt: 3,50 Euro) halbieren die Durchlaufmenge. Durch die beigemengte Luft, merkt der Nutzer die Sparmaßnahme nicht, sagt Udo Fenske.
Spezielle Perlatoren (Kostenpunkt: 3,50 Euro) halbieren die Durchlaufmenge. Durch die beigemengte Luft, merkt der Nutzer die Sparmaßnahme nicht, sagt Udo Fenske.
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Aber auch ganz kleine Veränderungen helfen dem Betrieb, die Kosten zu senken. "Wir haben zum Beispiel in allen Wasserhähnen spezielle Perlatoren eingesetzt. Die kosten 3,50 Euro das Stück und halbieren den Wasserdurchfluss. Die über die Perlatoren dem Wasser zugefügte Luft führt dazu, dass es sich so anfühlt, als würde sogar mehr Wasser aus der Leitung kommen", beschreibt Fenske.

Die Idee zum Energiekonzept hat sich Fenske, einer der insgesamt vier Geschäftsführer von Maschinen amp; Formenbau Leinetal mit einem externen Energieberater in den Betrieb geholt. "Eigentlich wollte ich mit dem nur über unsere Brandschutzfenster sprechen. Doch mitten im Gespräch sagte er, dass er gleich an mehreren Stellen Ansätze für eine Optimierung sehen würde. Da war meine Neugier geweckt", sagt Fenske. Gemeinsam haben Christoph Ellerhoff, Energieeffizienzberater und als Handwerksmeister selbst Chef der Ellerhoff Haustechnik und der Unternehmer getüftelt und schließlich einen konkreten Plan entwickelt. "Der sah Investitionen in Höhe von gut 26.000 Euro vor", erinnert sich der Unternehmer. Nachdem Fenske mit dem Konzept 1999 den zweiten Platz beim proKlima Effizienzpreis KMU belegt hatte, ging es an die Umsetzung. "Für die haben wir ein halbes Jahr gebraucht", schildert Fenske. Nach der Umsetzung folgte mit dem ersten Platz beim Effizienzpreis der Wirtschaftsfördergesellschaft hannoverimpuls und proKlima die zweite Bestätigung. Bonbon am Rande: Mit dem Preisgeld waren die Investitionskosten auf einen Schlag gedeckt.

"Aber auch sonst hätten wir die Kosten längst wieder drin – obwohl wir inzwischen insgesamt rund 43.000 Euro investiert haben", sagt Fenske und liefert konkrete Zahlen: 16.000 Liter Heizöl sparen wir im Jahr. Unser Energieverbrauch ist alles in allem um 340.000 Kilowattstunden zurückgegangen (minus 37 Prozent). Und damit fällt die gesamte Energierechnung des Betriebes um gut 28.000 Euro pro Jahr geringer aus.

(ha)

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