Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Zahlungsmoral

Zahlungsmoral 2002 auf neuem Tiefstand

Die Zahlungsmoral in Deutschland sinkt weiter, berichtet die Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der gerichtlichen Maßnahmen gegen Schuldner um 9,1 Prozent. Der Anstieg ist im Osten mit 13,3 Prozent höher als im Westen mit 8,1 Prozent. Kaum Wirkung zeige das bereits seit 2000 gültige Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen.

Die Zahlungsmoral in Deutschland sinkt weiter, berichtet die Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Im ersten Halbjahr 2002 gingen Gläubiger in 732.000 Fällen gerichtlich gegen ihre Schuldner vor. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl damit um 9,1 Prozent. Der Anstieg ist im Osten mit 13,3 Prozent höher als im Westen mit 8,1 Prozent. Kaum Wirkung zeige das bereits seit 2000 gültige Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen.

In der Studie werden gerichtliche Maßnahmen gegen Schuldner addiert: eidesstattliche Versicherungen (früher Offenbarungseid), Haftanordnungen, gerichtliche Mahnverfahren und private Insolvenzen. Gründe für den Anstieg werden nicht genannt. Keine Rolle für die Zunahme spiele die Zahlungsunfähigkeit von Schuldnern, wird in der Studie betont. Nur für eine Minderheit von 2,9 Prozent oder etwa 10.000 der gerichtlich belangten Schuldner war eine Verbraucher-Insolvenz unabwendbar.

Die Autoren der Studie warnen davor, dass es zu einem weiteren Anstieg kommen kann. Denn seit Anfang 2001 können Banken Darlehen schneller kündigen. Drohende Zahlungsunfähigkeit des Schuldners etwa durch Arbeitslosigkeit rechtfertige eine Kreditkündigung.

Es finden sich aber auch erfreuliche Zahlen in den neuen Bundesländern: In Mecklenburg-Vorpommern ging die Zahl um 9,5 Prozent und in Sachsen mit 2,4 Prozent zurück. In den alten Bundesländern können Hamburg (minus 2 Prozent) und das Saarland (minus 2,4 Prozent) einen Rückgang verzeichnen.

Die fünf Bundesländer mit dem höchsten Anstieg der gerichtlichen Maßnahmen gegen Schuldner:

Brandenburg + 46,8 Prozent

Thüringen + 20,1 Prozent

Hessen + 17,8 Prozent

Bayern 15,6 Prozent

Rheinland-Pfalz + 13,9 Prozent

Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Zahlungsmoral: Die Erfahrungen der Leser

Zahlungsmoral: Die Erfahrungen der LeserZahlungsmoral: Die Erfahrungen der Leser

Das Thema Zahlungsmoral brennt vielen Handwerkern unter den Nägeln. Und daran hat auch das "Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen" nichts geändert, das zeigen die ersten Leserbriefe. Welche Taktik haben Sie entwickelt, damit der Geldfluss der Auftraggeber nicht ausbleibt? Sie erreichen uns unter redaktion@handwerk.com oder unter Telefon (0511) 85 50-24 17 (Heiner Siefken).

Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Handwerkskammer beklagt schlechte Zahlungsmoral

Handwerkskammer beklagt schlechte Zahlungsmoral

Die schlechte Zahlungsmoral vieler Kunden macht nach Auskunft der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld den Handwerksbetrieben immer mehr zu schaffen.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.