Auf einer Baustelle in Konstanz deckten die Fahnder der Finanzkontrolle Schwarzarbeit so zahlreiche Verstöße auf.
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Politik und Gesellschaft

Wenn der Zoll zweimal klingelt

Zwei Baustellenprüfungen in einem Monat? Das ist laut Zoll kein Einzelfall. Arbeitgeber in Konstanz spüren nun die Folgen so einer Doppelprüfung.

Die Fahnder der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) sind regelmäßig auf Baustellen unterwegs. Sie kontrollieren dort zum Beispiel, ob Arbeitnehmer die vorgeschriebenen Mindestlöhne erhalten und ob die Vorgaben des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes eingehalten werden.

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Deshalb nahmen die FKS-Fahnder auch eine Baustelle im baden-württembergischen Konstanz unter die Lupe. Sie rückten dort allerdings nicht nur einmal an – in einem Monat kamen sie gleich zweimal vorbei. Reiner Zufall war das nicht.

Die erste Kontrolle Anfang August 2019 war laut Zoll eine Stichprobenprüfung. Dabei seien die Ermittler auf zahlreiche Verstöße aufmerksam geworden. Deshalb laufen jetzt mehr als 30 Verfahren wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Ausländerrecht, so der Zoll.

Ende August folgte die zweite Prüfung. „Es kommt immer wieder vor, dass Betriebe innerhalb kurzer Zeit ein zweites Mal geprüft werden“, erläutert ein Sprecher des Hauptzollamts Singen das Vorgehen der FKS. In diesem Fall sei die zweite Prüfung wegen der hohen Anzahl an Verstößen erfolgt. Und auch dieses Mal wurden die Ermittler fündig: Sie trafen auf der Baustelle neun illegal Beschäftigte an, die wegen fehlender Aufenthaltstitel nicht zur Arbeitsaufnahme in Deutschland berechtigt waren.

Unmittelbare Folgen hat das jetzt für die Bauarbeiter: Der Zoll hat sie nach eigenen Angaben dem Ausländeramt übergeben. Dort hätten sie eine Ausreiseverfügung erhalten. Auch die Arbeitgeber müssten mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

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