Interviewanfragen von Journalisten: Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie sich überlegen, ob das Thema zu Ihnen passt und ob Sie die Zeit für ein Interview haben.
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Interviewanfragen von Journalisten: Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie sich überlegen, ob das Thema zu Ihnen passt und ob Sie die Zeit für ein Interview haben.

Inhaltsverzeichnis

Marketing und Werbung

10 Tipps: So kommen Handwerker in die Medien

Journalisten suchen immer spannende Geschichten. Im Handwerk gibt es davon jede Menge. Für Betriebe ist das eine Chance, wenn sie ihre Pressearbeit richtig angehen.

Auf einen Blick:

  • Bevor Sie mit Ihrer Pressearbeit loslegen, sollten Sie drei Fragen beantworten: Warum wollen Sie in die Medien? Welche Geschichte aus ihrem Betriebsalltag passt zu diesem Ziel? Und welches Medium ist dafür geeignet?
  • Sobald Sie diese Fragen geklärt haben, können Sie zum Hörer greifen oder eine E-Mail an die jeweilige Redaktion schreiben. Alternativ können Sie Journalisten auch über die sozialen Netzwerke auf sich aufmerksam machen.
  • Wenn Sie es in die Zeitung, das Radio oder ins Fernsehen geschafft haben, sollten Sie darüber sprechen und dem Beitrag zu Reichweite verhelfen – zum Beispiel über Social Media.

Tipp 1: Überlegen Sie, welches Ziel Sie mit der Pressearbeit verfolgen

Bevor Sie zum Telefonhörer greifen oder eine E-Mail verfassen, brauchen Sie einen guten Plan dafür: Sie sollten sich als erstes überlegen, welches Ziel Sie mit Ihrer Pressearbeit verfolgen wollen. Das kann zum Beispiel die Stärkung Ihrer Arbeitgebermarke oder die Akquise von Neukunden sein. Eventuell wollen Sie aber auch auf ein Problem aufmerksam machen, für das es dringend eine Lösung braucht oder das auch andere Betriebe interessiert.

Tipp 2: Suchen Sie eine Geschichte, die zu Ihrem Ziel passt

Journalisten lieben tolle Geschichten – vor allem, wenn sie neu sind oder Aufregerpotenzial haben. Auch Sie haben ganz bestimmt spannende Geschichten aus Ihrem Betriebsalltag zu erzählen. Ideal ist es, wenn sie auch zu Ihrem Ziel passen. Hier sind drei Beispiele:

  • Arbeitgebermarke: Sie setzen vielleicht auf die 4-Tage-Woche oder andere Arbeitszeitmodelle und Fachkräftemangel ist für Sie deshalb kein Thema mehr.
  • Neukundenakquise: Sie haben zum Beispiel in neue Technik investiert und können jetzt Produkte herstellen, die es so noch nicht auf dem Markt gibt.
  • Problem thematisieren: Sie leiden unter den Auswirkungen eines neuen Gesetzes, das auch anderen Betrieben große Probleme bereitet und Sie fordern eine Lösung von der Politik.

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Tipp 3: Das richtige Medium für Ihr Anliegen finden

Die Medienlandschaft ist bunt und vielfältig. Es gibt Handwerkszeitungen, Fachmagazine für Ihr Gewerk, Online-Medien, Lokalzeitungen, überregionale Tageszeitungen, das Radio und diverse Fernsehsender. Jedes dieser Medien hat eine andere Zielgruppe und greift andere Themen auf. Wenn Sie möchten, dass Journalisten über Sie und Ihren Betrieb berichten, dann sollten Sie überlegen, zu welchem dieser Medien Ihr Thema passt.

  • Beispiel Handwerkszeitungen: Sie richten sich an Handwerker aller Gewerke. Sie berichten daher über alles, was mit Betriebsführung zu tun hat und für möglichst viele Betriebe relevant ist. Das können Tipps für die Mitarbeitermotivation, die Nutzung von Künstlicher Intelligenz im Betrieb, der Umgang mit Gehaltsforderungen oder Ärger mit der Bürokratie  sein.
  • Beispiel Lokalzeitungen: Sie richten sich an ein deutlich breiteres Publikum. Sie werden zum Beispiel von potenziellen Neukunden und Lokalpolitikern gelesen. Aber auch von Eltern, deren Kinder einen Ausbildungsplatz suchen.

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Tipp 4: Schreiben Sie Redaktionen an

Sie wissen, für welches Medium Ihre Geschichte interessant ist? Dann können Sie aktiv werden und Kontakt mit der Redaktion aufnehmen – zum Beispiel per E-Mail. Am besten schreiben Sie den Redakteur an, der sich mit Ihrem Thema auskennt oder für Ihre Region zuständig ist.

Die E-Mail-Adressen finden Sie bei Printmedien im Impressum und Online-Redaktionen geben auf Ihrer Website in der Regel die Kontaktmöglichkeiten an.

Ihre E-Mail sollte so kurz wie möglich sein und Sie sollten darin möglichst schnell zum Punkt kommen: Wer sind Sie, welches Anliegen haben Sie, warum ist Ihre Geschichte interessant und wie sind Sie telefonisch zu erreichen? Sobald Sie Ihre Mail verschickt haben, sollten Sie für Rückfragen erreichbar sein.

Tipp 5: Fassen Sie bei Bedarf telefonisch nach

Wenn Sie keine Rückmeldung auf Ihre E-Mail bekommen, sollten Sie zeitnahnachfassen – am besten telefonisch. Die Telefonnummern finden Sie meist dort, wo Sie die E-Mail-Adressen finden. Manche E-Mails gehen im Redaktionsalltag einfach unter und finden nicht die Beachtung, die Sie verdienen. Haben Sie keine Scheu, die Redaktion wird Ihnen dankbar sein, wenn Sie auf ein interessantes Thema hinweisen.

Tipp 6: Anständige Fotos mit hoher Auflösung

Zu einer Veröffentlichung gehören immer auch Fotos. Ihre Chancen auf eine Veröffentlichung steigen oft, wenn Sie selbst anständiges Bildmaterial wie Porträt- oder Produktfotos haben. Das bedeutet:

  • Die Bilder müssen scharf sein.
  • Sie müssen eine möglichst hohe Auflösung haben. Dann werden sie bei Online-Veröffentlichungen nicht pixelig und können auch in der Zeitung abgedruckt werden.
  • Idealerweise haben Sie Fotos in verschiedenen Formaten. Onlinemedien verwenden meist nur Querformate, für Printveröffentlichungen kann manchmal ein Hochformat besser ein.

Tipp 7: Nutzen Sie soziale Medien für die Pressearbeit

Sie posten Inhalte auf Facebook, Instagram oder Twitter? Dann können Sie Redaktionen durchaus verlinken, um sie auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen.

Allerdings sollten Sie dabei auf die richtige Dosis achten. Wenn Sie den Social Media-Auftritt Ihrer Lokalzeitung oder eines Fachmagazins in jedem Ihrer Posts markieren, dann wecken Sie damit keine Neugier.

Tipp 8: Bei der Zitatfreigabe nicht den gesamten Text umschreiben

Vor der Veröffentlichung eines Beitrags bieten Ihnen manche Journalisten eine Zitatfreigabe an, um bei der Berichterstattung inhaltliche Fehler zu vermeiden. Prüfen Sie bei der Zitatfreigabe daher, ob Ihre Aussagen im Text inhaltlich korrekt sind. Das ist nicht der Fall? Dann machen Sie am besten einen kurzen Formulierungsvorschlag und stellen die Tatsache richtig.

Bei Ihren Korrekturen sollten Sie es allerdings nicht übertreiben und nicht den gesamten Text nach ihren Wünschen umschreiben. In Redaktionen kommt das nicht gut an – vor allem dann nicht, wenn auf einmal werbliche Aussagen im Text zu finden sind.

Tipp 9: Presseartikel auf der Website verlinken

Sie haben es in die Medien geschafft und freuen sich über den Beitrag? Dann sorgen Sie dafür , dass er möglichst viel Reichweite bekommt. Das heißt, er wird von möglichst vielen gelesen – zum Beispiel von potenziellen Kunden oder Bewerbern.

  • Online-Beiträge können Sie problemlos über die sozialen Netzwerke wie Facebook oder Instagram teilen. Auch im News-Bereich Ihrer Website können Sie auf den Artikel hinweisen. Aber Vorsicht: Sie dürfen den Artikel nicht einfach kopieren, weil Sie dann gegen das Urheberrecht verstoßen. Verlinken Sie daher lieber die Originalquelle.
  • Artikel in Zeitungen und Zeitschriften: Hier lohnt es sich in der Redaktion nachzufragen, ob Sie ein pdf des Beitrags bekommen und es auf Ihre Website stellen dürfen.
  • Radio- und Fernsehbeiträge: Sofern Sie den Sendetermin kennen, können Ihre Follower in den sozialen Netzwerken darüber informieren, wann der Beitrag läuft.

Tipp 10: Offen für Anfragen von Journalisten sein

Auf ihrer Themensuche durchstöbern Journalisten andere Newsletter, lesen andere Medien und durchforsten die sozialen Netzwerke. Daher kann es auch sein, dass sie von selbst auf Ihren Betrieb aufmerksam werden und bei Ihnen anrufen.

Wenn Sie eine Pressanfrage bekommen, sollten Sie offen sein. Hören Sie dem Anrufer zu und entscheiden Sie dann, ob das Thema zu Ihnen passt und ob Sie die Zeit für ein Interview haben. Dafür können Sie auch um Bedenkzeit bitten. Und wenn Sie nicht mögen? Dann können Sie ohne schlechtes Gewissen ablehnen. Signalisieren Sie aber Interesse für weitere Presseanfragen – vielleicht passt es für Sie dann bei der nächsten Anfrage besser.

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