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Daumen rauf oder runter? Im Netz können Mitarbeiter ihren Arbeitgeber bewerten.

Kununu & Co

Arbeitgeberbewertung im Netz: 7 Antworten für Handwerker

Arbeitgeberbewertung im Netz ist nur für große Betriebe wichtig? Sieben Antworten auf die wichtigsten Fragen zeigen: Auch Handwerker können profitieren.

  • Portale wie Kununu oder Meinchef spielen mit ihrer Arbeitgeberbewertung für Jobsuchende im Netz eine wichtige Rolle. Das können Handwerker nutzen.
  • Auf Kununu können Sie selbst kein Profil anlegen, sondern Sie sind erst zu finden, wenn eine Bewertung vorliegt.
  • Bitten Sie deshalb zufriedene Mitarbeiter oder Azubis um eine Bewertung – bei Kunden machen Sie das doch auch.
  • Antworten Sie auf Bewertungen, gerade wenn Sie Kritik enthalten. Aber bleiben Sie sachlich, auch wenn Sie die Kritik als falsch empfinden.

Bewertungsportale sind mit dem Internet groß geworden. Kein Wunder also, dass auch Portale für Arbeitgebergeberbewertung im Netz wie Kununu, Meinchef oder Glassdoor immer mehr an Bedeutung gewinnen. Und auch wenn es oft größere Unternehmen sind, die dort von ihren Mitarbeitern beurteilt werden, können sie auch für Handwerksbetriebe interessant sein. Sascha Theisen von der Unternehmensberatung  Employer Telling, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Portal Kununu.

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1. Was ist Kununu?

Kununu ist ein Bewertungsportal im Internet, auf dem Mitarbeiter ihre aktuellen oder ehemaligen Arbeitgeber bewerten. „Jeder kann dort anonym Unternehmen beurteilen“, sagt Theisen.

Es ist also nicht so, dass Arbeitgeber ein Profil anlegen, sondern mit der ersten Beurteilung ist das Unternehmen dort zu finden. Nach Angaben von Kununu finden sich dort 4.672.330 Erfahrungsberichte über Gehalt, Betriebsklima und Bewerbungsprozesse zu 975.714 Unternehmen.

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2. Warum ist Kununu überhaupt wichtig?

Bewertungen im Internet für eigene Entscheidungen heranzuziehen wird immer selbstverständlicher. Laut einer aktuellen Umfrage von Bitkom haben sich 47 Prozent der Internetnutzer schon einmal online über Bewertungen von Arbeitgebern informiert. Von ihnen gab fast die Hälfte an, dass das ihre Entscheidung für einen Job-Wechsel beeinflusst hat.

„Portale wie Kununu verifizieren das, was auf Ihrer Karrierewebsite steht“, sagt Sascha Theisen. „Es ist deshalb ein wichtiger Mosaikstein bei der Mitarbeitersuche.“

3. Ist das nicht nur für große Unternehmen?

Sicherlich bekommen große Unternehmen mehr Bewertungen von Mitarbeitern als kleine – einfach, weil es mehr Mitarbeiter und Ex-Mitarbeiter gibt. Trotzdem heißt nicht unbedingt, dass kleine Betriebe auf den Bewertungsportalen nicht zu finden sind.

„Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für kleine Betriebe geringer ist, dort bewertet zu werden, ist es nicht ausgeschlossen“, sagt Theisen. „Für junge Leute ist es normal, Bewertungen im Netz abzugeben – es reicht ein frustrierter Azubi, der Dampf ablassen will.“

4. Woran merke ich, dass mein Betrieb auf Kununu bewertet wurde?

Von allein merken Sie das zunächst nicht, denn Kununu informiert nicht automatisch, wenn eine Beurteilung abgegeben wird. „Wenn es noch gar keine Bewertung gibt, kann man nur in regelmäßigen Abständen schauen, ob das eigene Unternehmen zu finden ist“, so Theisen.

Anders sieht es aus, wenn die erste Bewertung da ist. „Dann kann man als Arbeitgeber beantragen, dass die Antwortfunktion freigegeben wird“, erklärt Theisen. Meist sei das innerhalb von 48 Stunden möglich. „Danach kann man auf eine Beurteilung antworten und wird informiert, wenn eine neue Bewertung gekommen ist. Diese Funktion ist kostenlos.“

5. Kann ich selbst aktiv um Bewertungen bitten?

Bitten Sie Ihre Kunden um Feedback? Dann sollten Sie das auch bei Ihren Mitarbeitern tun. „Bewertungen sind so selbstverständlich geworden, da bricht man sich keinen Zacken aus der Krone, wenn man Mitarbeiter um eine Bewertung auf Kununu bittet“ sagt Theisen. Wichtig sei allerdings, dass ein solcher Aufruf immer neutral und authentisch erfolgt. „Es geht darum, ehrliches Feedback zu fördern“, meint Theisen.

Eine gute Möglichkeit sei es zum Beispiel, zufriedene Auszubildende, die den Betrieb verlassen, um eine Beurteilung zu bitten. Aber auch aktive Mitarbeiter können sich dort äußern. „Warten Sie nicht, bis die erste schlechte Bewertung eintrifft, sondern werden Sie aktiv“, rät Theisen. „Haben Sie eine positive Bewertung, können Sie von Ihrer Karriere-Seite darauf verlinken.“

6. Sollte ich auf Bewertungen reagieren?

Ob positiv oder negativ, auf eine Bewertung sollte der Arbeitgeber antworten. Bei einer positiven Bewertung ist es leicht: Sie können sich freundlich bedanken.

Schwieriger wird es bei negativen Bewertungen. „Hier sollte man auf jeden Fall reagieren“, so Theisen. „Gerade unzufriedene Mitarbeiter nehmen oft kein Blatt vor den Mund, das sollte man nicht so stehen lassen.“ Gelesen werde die Antwort nicht nur vom Kritiker, sondern von allen, die sich in Zukunft im Betrieb bewerben wollen und bei Kununu die Bewertungen checken. „Deshalb sollte man keinesfalls zurückschießen, auch wenn die Bewertung ungerecht erscheint“, sagt Theisen. Denn sonst sei die Botschaft: In diesem Betrieb ist Kritik nicht erwünscht.

Besser: Stellen Sie sachliche Fehler in ruhigem Ton richtig. Wenn der Chef selbst dafür zu aufgebracht ist, sollte jemand anderes antworten. Trifft Vorwurf zu, sollten Sie offen reagieren, sich für das Feedback bedanken und glaubhaft erklären, dass Sie sich der Sache annehmen.

„Wichtig zu wissen ist, dass der Bewertende keine Möglichkeit hat, auf die Antwort zu reagieren. Es gibt also kein Kritik-Pingpong“, sagt Theisen. „Auch andere Nutzer können nicht kommentieren.“

7. Kann ich negative Bewertungen löschen lassen?

„Negative Bewertungen, die nachweisbar falsche Anschuldigungen oder Lügen enthalten, kann man löschen lassen“, sagt Theisen. „Man wendet sich dann an Kununu und der Bewertende muss dann nachweisen, dass der Vorwurf stimmt.“

Allerdings rät er dazu, dieses Instrument nicht zu oft zu nutzen. „Wer jede Bewertung löschen lässt, die ihm nicht gefällt, zeigt keine Kritikfähigkeit und das fällt dann auf den Betrieb zurück. Ein solches Verhalten wird dann schnell auch zum Thema anderer Bewertungen. Besser ist es, sich transparent mit Kritik auseinanderzusetzen und sich ihr zu stellen.“

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