Das sagen Gerichte zu Arbeitszeugnissen!
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Recht

Arbeitszeugnisse: Diese 5 Urteile sollten Arbeitgeber kennen

Arbeitszeugnisse sind oft Anlass für Streit. Doch was können Sie als Arbeitgeber machen und was nicht? Diese 5 Urteile sollten Sie kennen.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Für das berufliche Vorankommen von Arbeitnehmern haben Arbeitszeugnisse eine große Bedeutung. Deshalb ringen die mit Betrieben manchmal erbittert um Inhalt und Aussehen.
  • Gerichte müssen sich deshalb immer wieder mit der Frage befassen, was im Arbeitszeugnis zulässig ist und was gegen arbeitsrechtliche Vorgaben verstößt.
  • In diesem Beitrag finden Sie Urteile zu Arbeitszeugnissen. Darin geht es unter anderem um die Zulässigkeit von gelochten, getackerten oder geknickten Zeugnissen. Aber auch um überschwängliches Lob und Polemik.

Verlässt ein Mitarbeiter den Betrieb, hat er Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Doch was da drin steht, gefällt nicht jedem. Und so gibt es manch erbitterten Streit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer um Formulierungen, Beurteilungen oder Form. Aber was dürfen Chefs machen und was nicht? Das müssen im schlimmsten Fall Richter entscheiden. Hier sind 5 Urteile, die Sie als Arbeitgeber kennen sollten.

So vermeiden Sie 5 große Fehler im Arbeitszeugnis

Manche Fehler im Arbeitszeugnis fallen Mitarbeitern besonders schnell auf. Wer sie als Arbeitgeber vermeidet, kann einige Anwaltskosten sparen!
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Darf ein Zeugnis gelocht sein?

Ein Handwerksbetrieb verfügt lediglich über gelochtes Geschäftspapier. Deshalb stellt er einer ehemaligen Mitarbeiterin darauf ein Arbeitszeugnis aus. Sie wittert ein Geheimzeichen und klagt. Doch vor dem Landesarbeitsgericht Nürnberg scheitert sie mit ihrem Vorhaben.

Hier lesen Sie die genaue Urteilsbegründung und auch, ob die Entscheidung auch auf andere Betriebe übertragbar ist.

Zu viel Lob im Arbeitszeugnis – ist das ok?

Ob Leistungsbeurteilung oder Bedauernsformel – ein Arbeitszeugnis besteht aus bestimmten Elementen. Kritisch wird es, wenn die einzelnen Bestandteile inhaltlich nicht zusammenpassen, wie in diesem Fall: Mit einer besseren Note als „sehr gut“ hätte dieser Arbeitgeber seinen ehemaligen Mitarbeiter am liebsten bewertet. Gleichzeitig schreibt er ihm ins Zeugnis, dass sein Ausscheiden keinen Verlust für das Unternehmen bedeute. Das lässt das Landesarbeitsgericht Hamm nicht durchgehen und entscheidet, Ironie hat in einem Arbeitszeugnis nichts zu suchen.

Im Urteil stellt das Gericht auch klar, worauf es beim Erteilen eines Arbeitszeugnisses ankommt. Infos dazu gibt es hier.

Rechtfertig Polemik im Arbeitszeugnis eine Geldstrafe?

In einem Kündigungsschutzprozess sagt ein Arbeitgeber zu, seiner ehemaligen Mitarbeiterin ein wohlwollendes Arbeitszeugnis auszustellen. Zehn Monate später bekommt die Frau das Dokument. Allerdings passt ihr der Inhalt nicht. Deshalb muss sich das Landesarbeitsgericht Köln damit befassen. Es gibt der ehemaligen Mitarbeiterin Recht. Das ausgestellte Zeugnis entspreche nicht den formalen und inhaltlichen Mindestanforderungen, so die Richter. „Geschlechterbezogen war Frau H. sehr beliebt“, war eine der Formulierungen, die sie kritisierten. Das sei polemisch und gehöre nicht in ein wohlwollendes Arbeitszeugnis. Der Arbeitgeber musste deshalb eine Geldstrafe zahlen.

Wie teuer ihn die diskreditierende Äußerung zu stehen kommt, erfahren Sie hier.

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