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Trauerfälle

So übermitteln Sie Beileid richtig

Das Schreiben von Beileidsbekundungen ist nicht jedermanns Sache: Fettnäpfchen lauern und es ist nicht leicht, den richtigen Ton zu treffen. 8 Tipps, wie Sie Ihr Beileid an Kunden oder Geschäftspartner in angemessener Form übermitteln.

Im Trauerfall Trost spenden:
Beileid Trauer Kerze
Im Trauerfall Trost spenden: -
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Der Tod eines Kunden oder Geschäftspartners kommt meist überraschend. Schnelles Handeln ist gefragt: Karte kaufen, Text schreiben und ab in die Post.

Wie Sie Ihr Beileid am besten ausdrücken und auf welche Formalitäten Sie dabei achten müssen, verrät Profi-Texter Andreas Franken, von der Akademie für Management-Kommunikation und Redenschreiben in Bonn:

Reagieren Sie so schnell wie möglich
Sobald Sie vom Tod eines Geschäftspartners – sei es von einem Dritten oder aus der Zeitung - erfahren, sollten Sie Ihr Beileid schriftlich übermitteln. Je eher die Post bei der Familie des Verstorbenen ist, desto besser. Wenn Ihr Brief oder Ihre Karte erst als allerletzte eintrifft, mach das keinen guten Eindruck.

Ausnahme: Sie erfahren erst mit Verzögerung von dem tragischen Ereignis. Reagieren Sie trotzdem. In diesem Fall ist Ihnen keiner böse, wenn die Post erst später ankommt.

Brief oder Karte? Ausführlich oder kurz? Lesen Sie die nächste Seite!

Ein Brief ist persönlicher

Andreas Franken rät:
Portrait Andreas Franken
 Andreas Franken rät: -
Privat

Ein von Hand geschriebener Brief ist immer persönlicher als eine vorgedruckte Karte. Der Brief kann durchaus auf Geschäftspapier geschrieben sein, muss aber in einem gefütterten Umschlag stecken oder in einem mit einer dezenten schwarzen Linie.

Wenn Sie eine Karte vorziehen, sollte das Motiv zu Ihrem Stil passen. Kannten Sie den Verstorbenen persönlich, wählen Sie eins, das auch ihm gefallen hätte.

Achten Sie beispielsweise darauf, dass Sie nicht etwa zu einem religiösen Motiv greifen, wenn Sie wissen, dass sich der Verstorbene von der Kirche distanziert hat.

Nicht zu kurz!
Wenn Sie einen Brief schreiben, ist eine Seite angemessen. Länger braucht ein Beileidschreiben nicht sein.

Entscheiden Sie sich für eine Karte, dann schreiben Sie diese voll. Denn mit Ihrem Text ehren und würdigen Sie die verstorbene Person ein letztes Mal. Wenn Sie lediglich "Mein herzliches Beileid" schreiben, werden Sie dieser Aufgabe nicht gerecht. Genauso ist es, wenn Sie eine vorgedruckte Karte einfach nur unterschreiben.

Nehmen Sie die Sache ernst!
Wichtig für alles, was Sie schreiben: Es muss aufrichtig gemeint sein und von Herzen kommen. Ob Ihre Beileidsbekundung ernst gemeint ist, oder nicht, spürt der Empfänger. Ist sie oberflächlich oder übertrieben schwülstig, nimmt er Ihnen das wahrscheinlich sogar übel.

Nächste Seite: Diese drei Themen gehören unbedingt in einem Beileidschreiben stehen.

So gliedern Sie ein Beileidschreiben

1. Der Anlass
Beginnen Sie ein Beileidschreiben damit, wie Sie vom Tod der Person erfahren haben. Zum Beispiel: „In der Zeitung habe ich vom Tod von XY gelesen und bin sehr schockiert.“

2. Details zur Person
Dies ist der Hauptteil Ihres Schreibens. Darin würdigen Sie den Verstorbenen, indem Sie einen Bezug zwischen sich und ihm herstellen. Was Sie konkret schreiben und wie lang dieser Teil ist, ist natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich. Schreiben Sie z.B. "Ich habe sie/ihn als Mensch mit Visionen und Tatendrang kennengelernt" und geben Sie dafür ein Beispiel. Berichten Sie von Momenten, die Ihnen in Bezug auf die Person in Erinnerung bleiben, um Trost zu spenden.

Wichtig: Erwähnen Sie über einen Verstorbenen nur Positives! Auch wenn Sie in Ihrer Geschäftsbeziehung miteinander Differenzen hatten, nutzen Sie das Beileidschreiben nicht "als finale Abrechnung".

3. Wehmut
Im letzten Teil übermitteln Sie Wehmut. Etwa indem Sie schreiben: "In tiefer/stiller Trauer", "Wir trauern mit Ihnen" oder "In Gedenken an…".

Die richtige Anrede, der richtige Gruß
Reden Sie die Angehörigen so an, wie Sie es sonst auch tun würden. Kennen Sie die Familie persönlich, schreiben Sie „Liebe Frau…“ oder „Lieber Herr…“. Kennen Sie sie nicht, schreiben Sie „Sehr geehrte Frau…“ oder „Sehr geehrter Herr…“ – damit wahren Sie die nötige Distanz.

Ihre Schlussformel können Sie mit der „Wehmut“ verbinden. Zum Beispiel: „Es grüßt in stillem Gedenken“. Stehen Sie den Angehörigen nahe, bietet sich auch „Ihr“ bzw. „Ihre“ an.

Wann Sie zusätzlich eine Zeitungsanzeigen schalten sollten, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Wann sind Zeitungsanzeigen angebracht?

Für besonders bekannte Persönlichkeiten
War der Verstorbene in Ihrer Region besonders bekannt oder war er besonders bedeutend für Ihren Betrieb, können Sie Ihre aufrichtige Anteilnahme mit einer Zeitungsanzeige zusätzlich unterstreichen. Sie erweisen dem Verstorbenen besonderen Respekt - nicht nur, weil die Anzeige Geld kostet.

Schreiben Sie beispielsweise: "Unsere Firma trauert um unseren langjährigen Geschäftspartner / Kunden XY".

Für Mitarbeiter Ihres Betriebs
Stirbt ein ehemaliger oder gar aktiver Mitarbeiter Ihres Unternehmens, sollten Sie auf jeden Fall eine Zeitungsanzeige schalten. Das ist nicht nur ein schönes Zeichen an die Angehörigen, sondern auch an Ihre Beschäftigten, Ihre Kunden und Ihre Geschäftspartner.

(ja)


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