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7 Tipps für deutliches Sprechen

So vermeiden Sie Füllwörter

Kennen Sie auch das "Äh" und "Mh", das Ihnen ab und zu zwischen den Sätzen entwischt? Damit Ihre Kunden Ihnen besser zuhören, sollten Sie das abstellen. Wenn Sie diese Tipps beherzigen, vermeiden Sie Füllwörter.

Wenn man Ihnen richtig zuhören soll ...

Ohr
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Hören Sie sich einfach mal bewusst zu, wenn Sie ein längeres Gespräch führen. Und dann achten Sie darauf, wie oft Sie ein „Äh“ oder „Mh“ zwischen den Sätzen einfügen. Sie werden vermutlich erstaunt sein.

„Füllwörter sind ein Zeichen von Unsicherheit“, sagt Imme-Janne Schoof, Dozentin für Atem-, Sprech- und Stimmtraining an der Akademie für Management-Kommunikation und Redenschreiben in Bonn. Doch sie betont: Es ist leicht möglich, Füllwörter aus der gesprochenen Sprache zu verbannen. Ihre Tipps für besseres Sprechen:

1. Bewusster sprechen
Wichtig ist: Machen Sie sich bewusst, wie Sie sprechen und achten Sie dabei auch auf eine aufrechte Körperhaltung. Wenn Sie das nicht selbst können, bitten Sie einen Vertrauten, eine Audio- oder Videoaufnahme von Ihnen zu machen. Spätestens dann wird Ihnen klar, wie das Gesprochene bei anderen ankommt und wie Sie auf Ihren Gesprächspartner wirken.

Nächste Seite: Noch mehr Tipps, wie Sie gezielt Füllwörter vermeiden können.

Kurze Sätze und kurze Pausen


Deutliches Sprechen

Sprechblase
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Sauvaget

2. Lange Sätze vermeiden
Sprechen Sie in kurzen Sätzen und machen Sie mit der Stimme am Ende des Satzes einen Punkt – indem Sie mit der Stimme etwas herunter gehen. Dann fällt Ihnen auch die Betonung des Gesagten leichter.

Aber nicht nur das: Auch der Kunde kann Ihnen besser folgen und schaltet nicht ab, wenn Sie einen endlosen Satz ohne Punkt und Komma formulieren. Denn bei zu vielen Nebensätzen fällt es jedem Zuhörer schwer, den Überblick zu behalten.

3. Kurze Pausen machen
Füllwörter sind eigentlich ein unbewusstes sprachliches Mittel, um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen. Wenn Sie stattdessen bewusste Pausen einlegen und das nächste Argument vorbringen, können Sie überflüssige Wörter wie „Äh“ vermeiden und Ihren Vortrag strukturierter erscheinen lassen.

Zudem hat der Zuhörer in der Pause die Gelegenheit, Ihr Gesagtes zu verarbeiten und eigene Gedanken und Antworten zu formulieren.

Nächste Seite: Wie Sie mit deutlicher Artikulation überflüssige Wörter vermeiden.

4. Bereiten Sie sich vor


Sprechtrainerin und Dozentin Imme-Janne-Schoof

Portrait Imme-Janne Schoof
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Privat

Nur wenn Sie wissen, was Sie dem Kunden sagen wollen, können Sie klar und deutlich und vor allem verständlich argumentieren. Dazu gehört, dass Sie jedes Gespräch vorbereiten. Denn dann sind Sie auch nicht mehr unsicher und reduzieren überflüssige Füllwörter.

Jedes Gespräch braucht außerdem ein klares Ziel. Legen Sie Ihren Standpunkt klar und deutlich dar. Dann kommen Sie mit Ihrer Stimme besser an, als wenn Ihnen im Vorfeld nicht bewusst ist, was Sie dem Gegenüber eigentlich sagen wollen.

Und: Bleiben Sie beim Sprechen Sie selbst. Vermeiden Sie eine aufgesetzte Sprache, die nicht zu Ihnen passt. Wenn Sie authentisch sind, kommen Sie beim Kunden gut an.

5. Achten Sie auf die Artikulation!
Die meisten Menschen sind nicht gut zu verstehen oder reden zu schnell, weil sie ihren Kiefer nicht richtig öffnen, sagt die Sprechexpertin. Der Klang der Stimme kann sich nur dann entfalten, wenn der Mundraum weit geöffnet ist.

Wer den Kiefer beim Sprechen also nicht weit genug öffnet, kann keine klangvolle und ausdrucksstarke Stimme erzeugen. Sie hört sich dann eng und flach an.

Außerdem können Sie mit einem geöffneten Kiefer das Sprechtempo gezielt verringern und damit sicherstellen, dass das Gesagte beim Zuhörer auch richtig ankommt.

Nächste Seite: Praktische Übungsvorschläge für eine deutliche Aussprache.

6. Arbeiten Sie an der Aussprache!


Sie selbst können jeden Tag an Ihrer Aussprache arbeiten. Nehmen Sie sich bewusst einige Minuten Zeit dafür. Bauen Sie kleine Übungen in Ihren Alltag ein. Die Änderungen werden nicht über Nacht eintreten, sondern nur, wenn Sie kontinuierlich dran bleiben.

Wichtig ist auch, dass die Mundmotorik aktiviert wird. Lassen Sie dazu beim Sprechen die Lippen und die Zunge arbeiten. Vielleicht bemerken Sie ja schon nach wenigen Tagen oder Wochen, dass Sie artikulierter sprechen.

7. Diese Übungen schlägt Janne Schoof vor:

Fünf Minuten vor dem Spiegel 
Nur durch eine aufrechte Haltung sind Sie präsent und ansprechbar. Schauen Sie daher vor dem Spiegel des Öfteren mal auf Ihre Körperhaltung und korrigieren diese. Einfaches Motto: „Brust raus, Bauch rein!“

Im Auto 
Schauen Sie beim Autofahren z.B. an einer roten Ampel ab und zu in den Rückspiegel, um den Kiefer beim Sprechen zu kontrollieren. Sprechen Sie dabei einen Übungssatz und achten Sie darauf, dass der Kiefer bei „ei“, „au“ und „eu“ weit geöffnet wird: „Ein leuchtender Tau weilt heut’ auf der Au.“

Nach einer Weile werden Sie bemerken, dass sich Ihre Stimme voller und ausdrucksstärker anhört. Am Ende der Übung sollte der Satz klar und deutlich mit ordentlicher Betonung zu verstehen sein.

Sprechen mit Korken im Mund 
Das ist eine alte Schauspieler-Übung: Nehmen Sie einen Korken zwischen die Zähne und versuchen Sie so, möglichst deutlich einen Text zu sprechen. Lesen Sie beispielsweise einen Artikel aus der Zeitung vor. Wenn Sie dann nach einigen Übungseinheiten den Korken entfernen, werden Sie bemerken, dass Ihre Aussprache deutlicher und klangvoller geworden ist.

(ja) 


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