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Berufsbekleidung

Schwitzen ist (k)ein Problem

Schweiß-Ausbrüche sind ganz normal, aber eher unangenehm. Mit der richtigen Bekleidung lässt sich das Problem eindämmen. Hier sind Tipps von einem Experten.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Baumwolle ist angenehm zu tragen. Doch die Naturfaser hat auch Nachteile: Sie nimmt Feuchtigkeit gut auf. Durchgeschwitzter Stoff wird deshalb nass und schwer.
  • Funktionsunterwäsche kann Abhilfe schaffen, sagt Bekleidungstechniker Mark Weber von Mewa. Denn die Synthetikfasern transportieren die Feuchtigkeit nach außen ab.
  • Bei schwankenden Temperaturen im Tagesverlauf rät der Experte zum Zwiebel-Look.
  • Für die Reinigung von durchgeschwitzter Kleidung gibt es kein Patentrezept. Wer sie nicht von einem Dienstleister waschen lässt, muss die jeweiligen Vorgaben auf dem Pflegeetikett beachten.

Wer handwerklich arbeitet, kommt schnell ins Schwitzen. Das ist unangenehm, aber lebensnotwendig. Denn Schweiß hilft dem Körper, seine Temperatur zu regulieren. Trotzdem können wohl die Wenigsten einem Schweißausbruch etwas Positives abgewinnen. Schließlich hinterlässt die Schweißproduktion meist Spuren – zum Beispiel in Form durchgeschwitzter Kleidung, die auf der Haut klebt.

Arbeiten mit Funktionsunterwäsche

„Kleidung aus Baumwolle ist in der Regel zwar sehr angenehm zu tragen, sie hat aber auch Nachteile“, sagt Mark Weber, der beim Textilmanagement-Anbieter Mewa für die Produktentwicklung zuständig ist. Das Problem: Baumwollfasern nehmen Feuchtigkeit besonders gut auf. „Dadurch wird der Stoff beim Schwitzen nass und schwer“, sagt der Bekleidungstechniker. Auf der Haut fühle sich das schnell kalt an.

Doch dem Experten zufolge können Handwerker etwas dafür tun, damit dieses unangenehme Gefühl nicht entsteht: „Funktionsunterwäsche schafft Abhilfe“, sagt Weber. Die besteht aus Synthetikfasern. Und genau das berge Vorteile: „Diese Fasern transportieren die Feuchtigkeit ab und speichern diese nicht“, erläutert der Bekleidungstechniker. Dadurch entstehe das Gefühl nasser Kleidung überhaupt nicht.

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Gut gerüstet mit Zwiebel-Look

Eine weitere Herausforderung in Sachen Schwitzen sind Temperaturveränderungen im Tagesverlauf. Im Frühjahr ist es morgens noch ziemlich kalt, die Temperaturen steigen meist erst im Laufe des Tages. „In solchen Fällen können Handwerker den Zwiebel-Look nutzen, damit sie zu jeder Tageszeit passend gekleidet sind“, sagt Mark Weber. Handwerker, die draußen im Einsatz sind, könnten beispielsweise eine 3:1-Wetterjacke tragen. Die schützt von außen vor Wind und Regen, von innen wärmt sie bei Bedarf. Denn in solche Jacken lässt sich ein wärmender Fleece oder Softshell einbauen. „Was nicht benötigt wird, kann weggelassen werden“, sagt der Bekleidungstechniker. So müssen nicht alle Schichten permanent getragen werden.

Besser keine reinen Latex-Handschuhe

Zum Arbeits-Outfit von Handwerkern gehören oft auch Arbeitshandschuhe. Auch hier kann Schweiß zum Problem werden. Damit die Arbeit mit Handschuhen nicht unangenehm wird, rät Mark Weber Handwerkern davon ab, Modelle aus reinem Latex zu wählen. „Besser sind schaumbeschichtete Handschuhe aus Nitril“, meint der Experte. Denn die seien atmungsaktiv.

Für Handwerker, die dennoch Handschuhe mit einem Latex-Anteil haben wollen, hat er einen Tipp: „Es gibt auch teilbeschichtete Handschuhe.“ Das ermögliche eine Belüftung der Hände.

Durchgeschwitzte Kleidung richtig waschen

Läuft bei der Arbeit der Schweiß, ist unangenehmer Geruch meist nicht weit. „Geruchsbildung ist eine individuelle Sache“, sagt Mark Weber. Denn das sei ein chemischer Prozess. Riecht die Kleidung, muss sie in die Wäsche. Wer dafür keinen Dienstleister hat, muss die Sache selbst in die Hand nehmen.

Doch wie bekommt man den Schweiß wieder aus der Kleidung – hilft zum Beispiel ein Hygienewaschmittel? „Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten“, sagt der Bekleidungstechniker. Falls Handwerker nicht auf einen Dienstleister zurückgreifen, der die Reinigung übernimmt, müssten sie beim Waschen grundsätzlich die Vorgaben auf dem Pflegeetikett beachten. Dort sind in der Regel fünf Symbole aufgedruckt. Die geben Aufschluss darüber, ob ein Kleidungsstück gewaschen, gebleicht, gebügelt und im Trockner getrocknet werden darf oder ob es in die chemische Reinigung muss.

Wenn der Geruch bleibt

Trotz gründlicher Wäsche kommt es manchmal vor, dass der Schweißgeruch einfach nicht mehr aus der Kleidung geht. Für dieses Phänomen gibt es eine Erklärung: „Schweiß reagiert mit der Kleidung“, erläutert der Mewa-Mitarbeiter. Wie, das komme auf den Einzelfall an.

„Es gibt zum Beispiel Fasern, die den Schweiß besser abtransportieren als andere“ sagt Herr Weber. Außerdem könnten sich verschiedene Farben beim gleichen Textil ganz unterschiedlich verhalten. Auch bei der Kleidung gilt: Schweiß ist eine ganz individuelle Sache.

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