Image
betriebsfeier-freibetrag.jpeg
Foto: Nichizhenova Elena - stock.adobe.com
Steuerrecht: Bei Absagen werden die Kosten der Betriebsfeier auf die Anwesenden umgelegt – auch wenn sie nichts davon haben.

Steuern

Betriebsfeier: Teilnehmer zahlen die Zeche der Abwesenden

Bei einer Betriebsfeier gilt ein Steuerfreibetrag von 110 Euro pro Mitarbeiter. Doch was passiert, wenn Kollegen kurzfristig absagen, die Kosten aber nicht weniger werden?

Der Fall: Zur Weihnachtsfeier eines Arbeitgebers hatten sich 27 Mitarbeiter angemeldet, zwei sagten kurzfristig wieder ab. Dennoch berechnete der Veranstalter dem Unternehmen die ursprünglich kalkulierten Kosten von 3.052,35 Euro. Der Arbeitgeber ermittelte den geldwerten Vorteil je Arbeitnehmer, indem er die Kosten zunächst durch 27 teilte. Der sich daraus ergebende Betrag von 113,50 Euro überstieg den Freibetrag damit um 3,50 Euro. Da nur 25 Mitarbeiter anwesend waren, setzte er auch nur für diese 25 die jeweils 3,50 Euro als steuerpflichtige Zuwendung an. Der Fall landete vor dem Finanzgericht Köln, das zugunsten des Arbeitgebers entschied: Die Teilnehmer hätten durch die Mehraufwendungen des Arbeitgebers keinen steuerpflichtigen Vorteil gehabt. Das Finanzamt klagte dagegen vor dem Bundesfinanzhof (BFH).

Das Urteil: Der BFH entschied gegen den Arbeitgeber. Zur Ermittlung des geldwerten Vorteils einer Betriebsfeier seien alle im unmittelbaren Zusammenhang stehenden Aufwendungen zu gleichen Teilen auf die anwesenden Teilnehmer aufzuteilen. Ob diese Aufwendungen zu einem Vorteil für die Teilnehmer führen, spiele keine Rolle. Dieser vom Gesetzgeber festgelegte Bewertungsmaßstab diene der Steuervereinfachung. „Damit möglicherweise einhergehende lohnsteuerliche Unzuträglichkeiten“ seien „hinzunehmen“. (Urteil vom 29. April 2021, Az. VI R 31/18)

Tipp: Sie wollen beim Thema Steuern nichts verpassen? Nutzen Sie den kostenlosen Newsletter von handwerk.com. Jetzt hier anmelden!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Geschäftsführer muss Betriebsfeier privat versteuern

Richtet ein Betrieb für seinen Geschäftsführer eine Geburtstagsfeier aus, dann muss dieser die Kosten der Feier anteilig privat versteuern, falls 10 Prozent der Gäste aus seinem privaten Umfeld stammen.
Artikel lesen

Jobticket ist nicht immer lohnsteuerpflichtig

Ein Arbeitgeber soll für die Lohnsteuer haften, weil er vergünstigte Jobtickets spendiert. Doch er hat ein schlagkräftiges Argument.
Artikel lesen
Auch Teilnehmer, die kurzfristig absagen, zählen bei Kalkulation der Lohnsteuer.
Foto: Artem Shadrin - stock.adobe.com

Steuern

Betriebsfeier: Absagen zählen steuerlich mit!

Die steuerfreie Grenze für eine Betriebsfeier liegt bei 110 Euro pro Teilnehmer. Überraschendes Urteil: Auch Absagen können bei der Berechnung zählen!

Für Betriebsfeiern nur für Führungskräfte gibt es keinen Steuervorteil.
Foto: detailblick-foto - stock.adobe.com

Steuern

Keine steuergünstige Betriebsfeier für Führungskräfte

Steuervorteile für eine Betriebsfeier gibt es, wenn die Feier allen Mitarbeitern offen steht. Feiernden Führungskräften bleibt eine andere Lösung.

Ist der Anlass für die Betriebsfeier privat, dann handelt es sich für das Geburtstagskind um steuerpflichtige Einkünfte.
Foto: Wayhome Studio - stock.adobe.com

Steuern

Geschäftsführer muss Betriebsfeier privat versteuern

Richtet ein Betrieb für seinen Geschäftsführer eine Geburtstagsfeier aus, dann muss dieser die Kosten der Feier anteilig privat versteuern, falls 10 Prozent der Gäste aus seinem privaten Umfeld stammen.

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Vorsteuerabzug

Teure Betriebsfeiern werden teurer

Vorsicht bei Betriebsfeiern: Liegen die Kosten über der steuerlichen Freigrenze, dann wird es jetzt beim Vorsteuerabzug richtig teuer.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.