Foto: Dennis Gauert

Inhaltsverzeichnis

Fahrbericht

Dacia Dokker: Transport(er) kann so günstig sein

Für die Summe einer Anzahlung bietet Dacia einen fertigen Kleintransporter. Wir haben dem Dokker Express 95 dCi auf den Zahn gefühlt.

Auf einen Blick:

  • 11.550 Euro (zzgl. MwSt.): Dacia stellt für das Geld, dass andere leichte Nutzfahrzeuge als Anzahlung verschlingen, einen tauglichen Transporter mit genügend Drehmoment und reichlich Laderaum auf die Räder.
  • Solide Basis: Aufgebaut ist der Transporter aus Rumänien auf der B-Plattform der Allianz Renault-Nissan. Ausgefallenes Design und kostspielige Entwicklungen sind für den Preis natürlich nicht zu erwarten. Dennoch weiß der Dokker im Test zu gefallen.
  • Auf den Weg zum Kunden nimmt der Rumäne maximal 3,3 Kubikmeter Ladung mit – und damit nicht weniger als der gerade neu vorgestellte VW Caddy. Allerdings darf die Ladung beim Dacia „nur“ 675 Kilogramm auf die Waage bringen.
  • Unter dem Strich ist der Dacia Dokker Express ein recht spartanisches und gleichsam genügsames Nutzfahrzeug. Eine für den Preis solide Verarbeitung und ein Verbrauch, der im Test zwischen 5,5 und 6,5 Liter pendelte, runden das Bild des leichten Nutzfahrzeugs ab.

In Zeiten, die für Fuhrparkmanager ein penibles Studium seitenlanger Aufpreislisten bedeuten, kommt eine rumänische Marke daher und stellt uns für gut 13.500 Euro (Anm.: Preise exkl. Mwst.) einen verglasten Kleintransporter mit 95-PS-Dieselmotor und Klimaanlage vor die Tür. Hinter der preisgünstigen Fassade verbirgt sich freilich nicht der Maserati unter den Nutzfahrzeugen, aber ein tauglicher Transporter mit genügend Drehmoment und Laderaum.

Aufgefrischte B-Plattform von Renault-Nissan

Aufreizendes Design und kostspielige Entwicklungsarbeit sind etwas für die Großen. Eine Billigmarke aus Rumänien kann und will sich Romantik nicht leisten. Und sie muss es auch nicht: Renault stellt die Plattformen, Motoren und das Know-how, die Osteuropäer setzen ein nutzenorientiertes Auto mit ausgereifter Technik zum günstigen Preis an. So geschehen auch beim Dokker, der ein Abkömmling der B-Plattform der Allianz Renault-Nissan ist. Ab 11.550 Euro gibt es ihn mit 95 PS starkem Diesel, Sechs-Gang-Getriebe, Tempomat und Klimaanlage in der Ausstattung „Comfort“. Beifahrerairbag und Seitenairbags kosten extra.

Voll verglast zum Spottpreis

Im Fall unseres Testwagens kommen noch verglaste beidseitige Schiebetüren und kleinere Annehmlichkeiten wie ein Infotainmentsystem mit Navigation (335 Euro) hinzu. So wechseln für den Dokker Express dCi 95 insgesamt 13.520 Euro den Besitzer. Innerhalb der ersten zwölf Monate nach dem Kauf können Unternehmer einen fünfjährigen Wartungsvertrag (maximal 50.000 Kilometer) für 15,10 Euro im Monat abschließen. Die dreijährige Neuwagengarantie kann zudem auf bis zu sechs Jahre oder 120.000 Kilometer verlängert werden.

Leichtes Nutzfahrzeug für Kurzsstrecken

Dafür bekommt der Käufer zwei asymmetrisch öffnende, verglaste Hecktüren wird der Blick auf 3,3 Kubikmeter Ladevolumen frei. Das ist der gleiche Wert wie beim neu vorgestellten VW Caddy, allerdings dürfen nur maximal 675 Kilogramm Nutzlast untergebracht werden. Beidseitig verglaste Hecktüren machen den Kastenwagen zum variablen Arbeitsgerät. Für das Service- oder Zustellfahrzeug ist auch die Zuladung ausreichend. Voll beladen ist der Dokker dann maximal 1.990 Kilogramm schwer und mit dem 95-PS-Diesel nach wie vor gut bedient: Der Express beschleunigt bis auf gute 160 km/h.

Genug Drehmoment fürs Kleine

Umgekehrt ergibt sich ein geringes Leergewicht von 1.315 Kilogramm inklusive Betriebsstoffen und Fahrer. So haben die 220 Newtonmeter maximales Drehmoment aus dem Selbstzünder leichtes Spiel mit dem Dokker Express. Auch die Bremsen können den Transporter gut im Zaum halten, werden auf der Autobahn aber schnell zu warm. Das Sechs-Gang-Getriebe ist kurz übersetzt und verhilft dem Hochdachkombi zum beherzten Antritt. Noch besser geht’s mit der ebenfalls erhältlichen 130-PS-Dieselvariante. Im Arbeitsalltag pendelt sich der Verbrauch – je nach Beladungszustand – zwischen 5,5 bis 6,5 Litern Diesel ein. Ein 50-Liter-Tank ermöglicht eine theoretische Reichweite von über 1000 Kilometern.

Im Dokker Express wird noch gearbeitet

Das Fahren mit dem Dacia ist – wie erwartet – nüchtern, aber intuitiv; eben so wie Autofahren wäre, wenn es nur um den reinen Transport ginge. Mit einer McPherson-Vorderachse lassen sich schnelle Lastwechsel realisieren, von denen man im beladenen Zustand besser absieht. Hochbeinig schunkelt der Kleine dann über die Räder. Wenig erfreulich ist auch die Lenkung, die kaum Rückstellkräfte aufbringt und vom Fahrer nach jeder Abbiegung manuelle Korrektur einfordert. Das Volant ist jedoch in Tiefe und Höhe verstellbar; auch die Sitze lassen sich in allen Dimensionen anpassen – so ergibt sich im Billigheimer ein typisches Kleinwagen-Fahrgefühl mit mäßiger Rückmeldung.

Wer nicht zahlen will, muss fühlen

Das Interieur macht einen ordentlichen Eindruck, es besteht zum Großteil aus robustem Kunststoff, in dem sich verschiedene Oberflächenmuster abwechseln. Geachtet der Klasse und des Preises gibt es hier nichts zu beanstanden. Auch die Sitze sind weder bedeutend besser noch schlechter verarbeitet als in Grundausstattungen von PSA oder Renault-Nissan. Seitenhalt können sie allerdings nicht bieten. Wer täglich 200 Kilometer im Transporter zurücklegt, will dabei ruhiger gebettet sein. Der Dokker Express ist außerdem zum vorderen Abteil nicht ganz geschlossen, sodass auch die Geräuschkulisse aus dem Laderaum mit nach vorn kommt.

Fazit:

Der Dacia Dokker ist, was er ist: Ein Nutzfahrzeug, das von „Nutzen“ kommt. Mehr kann und will er nicht bieten, viel hat er dabei. Dazu gehört auch eine Verarbeitung, die sich für 11.500 Euro sehen lassen kann. Unternehmer, die beim Dokker zugreifen, werden ihn einsetzen, wo wenige Kilometer und wenig Nutzlast gefordert sind. Und auch das Image kann etwas für sich haben: Der Kunde weiß schließlich, dass er einen Dacia auf der Klempnerrechnung nicht mitbezahlen muss.

Tipp: Sie wollen beim Thema Fuhrpark auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie einfach den Newsletter von handwerk.com. Hier geht es zur Anmeldung!


Auch interessant:

Kompaktes Kraftpaket: der Toyota Proace City

Mit dem Proace City hat Toyota einen vielseitigen Kleintransporter mit einem durchdachten Ladungskonzept. In Köln durfte er zeigen, was er kann.
Artikel lesen

Übersicht Elektro-Nutzfahrzeuge 2020: mehr Vielfalt

Mehr Laderaum, mehr Nutzfahrzeug-Marken, mehr Förderung! Hier gibt es die aktuellen E-Transporter im Überblick. Welcher passt zu Ihrem Betrieb?
Artikel lesen

Frustriert von der Mitarbeitersuche?

handwerk.com und die Schlütersche helfen Ihnen Ihre offenen Stellen einfach, zeit- und kostensparend mit den richtigen Kandidaten zu besetzen! Mehr als 500 Betriebe vertrauen uns bei der Mitarbeitersuche!

Jetzt Bewerber finden!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.

Fuhrpark

Kompaktes Kraftpaket: der Toyota Proace City

Mit dem Proace City hat Toyota einen vielseitigen Kleintransporter mit einem durchdachten Ladungskonzept. In Köln durfte er zeigen, was er kann.

    • Fuhrpark
Nils Henkel, Marketing Manager bei Sevic, will mit dem elektrischen Klein-Transporter V500e im „Last Mile“-Segment durchstarten.

Elektrischer Klein-Transporter

Sevic V500e: Mini, aber flexibel

V500e heißt das erste Produkt von Sevic. Was kann der elektrische Klein-Transporter und wie planen die Bochumer ihren Start in den Markt?

    • Fuhrpark
renault-kangoo-1.jpeg

Kleintransporter

Jetzt mit zwei Namen: Renault Kangoo und Express

Der neue Renault Kangoo Rapid steht in den Startlöchern. Der Einstieg heißt jetzt Express, die Elektrovariante des Stadttransporters kommt 2022.

    • Fuhrpark

Steuern

Wann haben Betrugsopfer Anspruch auf die Vorsteuer?

Wenn Betrüger Sie um die Anzahlung prellen, wollte das Finanzamt bisher die Vorsteuer nicht erstatten. Dieses Urteil ändert das!

    • Steuern