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"Die packen den Beruf nicht"

5 in Mathe. 4 in Physik. Wer ist schuld an den dürftigen Leistungen der Azubis von morgen? Die Lehrer? Die Eltern? Oder übertreiben Betriebsinhaber, wenn sie mangelnde Fähigkeiten von Schulabgängern beklagen?

5 in Mathe. 4 in Physik. Wer ist schuld an den dürftigen Leistungen der Azubis von morgen? Die Lehrer? Die Eltern? Oder übertreiben Betriebsinhaber, wenn sie mangelnde Fähigkeiten von Schulabgängern beklagen?

"Es ist nicht so, dass wir keine Lehrlinge mehr bekommen", sagt Hans-Werner Mrowiec in der Tageszeitung Norddeutsche Neueste Nachrichten (NNN). Das Problem aus Sicht des Kreishandwerksmeisters (Westmecklenburg-Süd): Das "Niveau und die Motivation" der Bewerber sinkt "beängstigend".

Anders ausgedrückt: Die Anforderungen an um nur zwei Beispiele zu nennen Elektroniker oder auch Kfz-Mechatroniker sind enorm hoch. Mit "4er- oder schlimmer noch 5er-Kandidaten" in naturwissenschaftlichen Fächern können die Betriebe nicht viel anfangen, schreibt NNN.

"Wer von Mathe und Physik keinen Ahnung hat, packt den Beruf nicht", zitiert das Blatt einen Elektro- und Kommunikationstechniker. Das "Prüfungs-Niveau immer weiter runterzuschrauben, wie es der Zentralverband für den Kfz-Bereich tue", sei jedenfalls keine Lösung.

Wer hat schuld an der Bildungsmisere? Der Elektromeister Christian Jessel (Hagenow) sieht einen Großteil der Verantwortung bei den Eltern: "Als ich einen Azubi mit mehr oder weniger drei linken Händen hatte, habe ich dessen Eltern gefragt, welche Aufgaben er zu Hause zu erledigen hätte. "Socken aufhängen" bekam ich zur Antwort." Solche Schulabgänger seien "Praxis-Analphabeten".

Doch die Betriebsinhaber stecken den Kopf nicht in den Sand. Ein Ausweg: Sie ziehen sich "ihre Azubis möglichst schon aus den Praktika heran". Zimmermann sagt den Schülern laut NNN konkret, was er von ihnen erwartet, siebt aus und hat "am Ende die guten Leute, die ich will".

Und Jessel hatte auch schon Erfolg mit einem Lehrling, der nur ein "grottenschlechtes Zeugnis" vorlegen konnte. "Mit ihm habe ich ein Jahr im Praktikum gearbeitet. Er hat sich gefangen, zählt inzwischen als mittelprächtiger Schüler zu den Stützen in seiner Klasse."

Welchen Weg gehen Sie bei der Suche nach Azubis? Wir freuen uns auf Ihre Ideen, schreiben Sie der Redaktion.

(sfk)

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