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Fuhrpark

Fahrzeugwerbung lockt Werkzeugdiebe an

Knack mich auf, es lohnt sich: Das ist die unerwünschte Botschaft, die bei Werbung auf Firmentransportern mitschwingt. Mit 7 Maßnahmen sichern Sie Ihre teuren Spezialwerkzeuge.

Alle Infos

Auf einen Blick:

  • Neue Fälle: Die Transporterknacker sind nach wie vor auf dem Beutezug.
  • Teure Ladung: Die Täter haben es auf professionelle Markenwerkzeuge abgesehen.
  • 7 Tipps: Von der Alarmanlage bis zum verschraubten Werkzeugkoffer – machen Sie es den Dieben schwer.

Von Astrid Funck und Heiner Siefken

So einfach ist eine Recherche selten. Für die Suchbegriffe „Transporter“ und „Werkzeug“ serviert Google News eine Chronik der Verwüstung. Nur 3 Beispiele von Online-Artikeln der jüngsten Zeit:

27.April. Seevetal bei Hamburg. Überschrift: „Werkzeuge aus Transporter entwendet.“ Diebesgut: „Professionelle Elektrowerkzeuge.“ Wert: 5.500 Euro.

22. April. Stuhr bei Bremen. Überschrift: „Autoknacker stehlen Werkzeug.“ Diebesgut: „Hochwertige Elektrowerkzeuge.“ Wert: 3.000 Euro.

19. April. Lampertheim (Südhessen). Überschrift: „Marken-Geräte im Visier.“ Diebesgut: „Hochwertiges Spezialwerkzeug.“ Wert: 30.000 Euro.

Polizei warnt: Fahrzeugwerbung macht Diebe aufmerksam!

Zwischen November 2016 und März 2017 ist die Zahl der Transporteraufbrüche beispielsweise in Hessen derart explodiert, dass die Polizei explizit mit einer Warnung einer an die Öffentlichkeit gegangen ist. „Das Firmenlogo ist ein erster Hinweis, es kann sich lohnen“, sagt Sylvia Frech, Pressesprecherin der Polizeidirektion Wetterau im Gespräch mit handwerk.com.

Die Diebe hätten ein vergleichsweise leichtes Spiel, weil Transporter häufig unbewacht auf der Straße stehen: „Und das passiert vor allem, wenn die Mitarbeiter die Fahrzeuge mit nach Hause oder in ihre Montageunterkunft nehmen, weil sie am nächsten Tag direkt zur Baustelle fahren wollen.“ Wer sind die Täter? „Das ist unklar“, sagt Frech. Klar sei nur, dass sie es auf teure Spezialwerkzeuge abgesehen haben.

Wie können sich die Betriebe schützen? Kriminalhauptkommissar Waldemar Lorenz ist Experte für Fahrzeugsicherung im Landeskriminalamt Niedersachsen. Er hat 7 Ratschläge.

Tipp 1: Rüsten Sie Ihr Fahrzeug mit einer Alarmanlage aus

Alarmanlagen sind Waldemar Lorenz zufolge auch im Auto ein wichtiger Sicherungsfaktor. Anlagen mit Innenraumüberwachung reagieren auch dann, wenn man zum Beispiel das Fenster offen gelassen hat. Man kann sie auch nachträglich einbauen und mit einem Ortungssystem verbinden, so dass sich das Fahrzeug nach einem Diebstahl lokalisieren lässt.

Tipp 2: Halten Sie Diebe durch Spezialschlösser auf

Um Türen und Heckklappen zusätzlich zu sichern, können Sie Ihre Firmenfahrzeuge mit speziellen Bolzenriegelschlössern ausstatten lassen. „Das sind besonders lange und stabile Bolzen, die schwer aufzubrechen sind“, sagt Waldemar Lorenz. „Es gibt hierzulande etliche Firmen, die Fahrzeuge entsprechend umrüsten.“

Tipp 3: Wählen Sie geeignete Parkplätze aus

Dieter Pook parkt seinen Transporter seit jener Nacht auf dem Hof. Dabei fährt er mit der Rückseite so nah an das Garagentor heran, dass man die Hecktür nicht öffnen kann. Für unterwegs sollte Lorenz zufolge die Verhaltensregel gelten, dass die Fahrer nur belebte und beleuchtete Parkplätze ansteuern.

Tipp 4: Kontrollieren Sie stets, ob das Fahrzeug abgeschlossen ist

Waldemar Lorenz warnt vor dem sogenannten Jammer. Das ist ein Störsender, den Diebe dazu nutzen, um die Verbindung zwischen elektronischem Funkschlüssel und Fahrzeugschloss zu stören, so dass es nicht verriegelt wird. „Bei einem Diebstahl gibt es dann keine Aufbruchspuren am Fahrzeug, und der Halter ist in der Beweispflicht“, sagt der Experte. Er rät deshalb dazu, stets genau zu schauen, ob das Fahrzeug die Verriegelung quittiert (Lichtsignal) und im Zweifelsfall zu prüfen, ob es auch tatsächlich abgeschlossen ist.

Tipp 5: Bringen Sie einen Sichtschutz an

Verhindern Sie, dass potenzielle Diebe von außen die Beute ins Visier nehmen können, indem Sie einen Sichtschutz anbringen. Dafür können Sie die Scheiben von innen mit Spezialfolie bekleben oder ihren Neuwagen gleich von Herstellerseite mit einem Sichtschutz ausrüsten lassen. Auch blickdichte Kofferraumabdeckungen leisten hier gute Dienste.

Tipp 6: Sichern Sie Koffer und Kisten

Fahrzeugsicherungsexperte Lorenz weist auch auf den Nutzen von Schlössern im Fahrzeuginneren hin: Damit Diebe kein leichtes Spiel haben, sollten Sie demnach Ihre Werkzeugkoffer und -kisten im Laderaum durch zusätzliche Schlösser fixieren oder an der Karosserie verschrauben.

Tipp 7: Notieren Sie sich die Individualnummern

Falls das Diebesgut irgendwo wieder auftaucht, müssen Sie beweisen können, dass es Ihnen gehört. Waldemar Lorenz empfiehlt, sich dafür zusätzlich zu den Typennummern, die auf der Rechnung stehen, auch die Individualnummern von sämtlichen Maschinen und Geräten im Fahrzeug zu notieren. Relativ hochwertige Geräte kann man ihm zufolge auch beim Hersteller registrieren und den Diebstahl dort melden. Wenn der Täter dann zum Beispiel mit Hilfe der Individualnummer beim Hersteller ein Ersatzteil bestellen will, fliegt er auf.

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