Rückenleiden sind im Handwerk verbreitet: Mit dem Alter der Beschäftigten steigt der Anteil der Fehltage, die auf das Konto von Muskel- und Skeletterkrankungen gehen.
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Rückenleiden sind im Handwerk verbreitet: Mit dem Alter der Beschäftigten steigt der Anteil der Fehltage, die auf das Konto von Muskel- und Skeletterkrankungen gehen.

Untersuchung der IKK classic

Fehlzeiten-Analyse: Warum sich Handwerker krank melden

Atemwegserkrankungen sind der häufigste Grund für eine Krankmeldung bei Handwerkern. Doch die meisten Fehltage haben einen anderen Grund – vor allem in den Bau- und Ausbaugewerken.

  • Mit Abstand die häufigsten Fehltage gehen bei Handwerkern auf das Konto von Muskel- und Skeletterkrankungen.
  • Bei jüngeren Beschäftigten im Handwerk sind jedoch vor allem Verletzungen und Vergiftungen für den größten Teil der Fehltage verantwortlich.
  • Häufigster Grund für eine Krankmeldung von Handwerkern sind Atemwegserkrankungen, allerding ist die Zahl der Fehltage rückläufig.

Der Krankenstand im Handwerk ist 2020 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen und lag bei 5,5 Prozent. Das zeigt die Fehlzeiten-Analyse der IKK classic, in der die Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen ihrer Versicherten untersucht hat. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gewerbegruppen. Am höchsten war der Krankenstand im Bau- und Ausbaugewerbe (6,6 Prozent). In den Gewerbegruppen mit hohem Frauenanteil wie zum Beispiel den Gesundheitsgewerken, den körpernahen Dienstleistungen sowie den Gebäude- und Textilreinigern war er am niedrigsten (5,1 Prozent). Jeder Beschäftigte erkrankte 2020 im Schnitt 1,1-mal und fehlte 20,3 Tage bei der Arbeit.

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Handwerker haben häufig „Rücken“

Die meisten Fehltage von Handwerkern sind auf Muskel- und Skeletterkrankungen zurückzuführen. Ihr Anteil an allen Krankheitstagen betrug bei den IKK-Versicherten 35,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist er damit nochmal um einen Prozentpunkt gestiegen.

In den Bau- und Ausbaugewerken gingen 2020 insgesamt 42,3 Prozent der Fehltage auf das Konto von Rückenschmerzen, Schulterläsionen und Co.. Die Analyse zeigt zudem, dass der Anteil von Krankheitstagen auf Grund von Muskel- und Skeletterkrankungen in allen Gewerbegruppen mit dem Alter der Beschäftigten steigt. Bei Bauhandwerkern ab 60 Jahren etwa waren mehr als 50 Prozent der Fehltage darauf zurückzuführen.

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Verletzungen und Vergiftungen bei Jüngeren häufiger

Verletzungen und Vergiftungen sind bei Handwerkern für 16,6 Prozent der Fehltage verantwortlich. Betroffen sind besonders junge Beschäftigte. Handwerker bis 19 Jahren fielen im Schnitt 29,1 Tage mit einer Verletzung oder Vergiftung aus. Bei den über 60-jährigen Kollegen sind es durchschnittlich 12,6 Tage.

Zwischen den Gewerbegruppen gibt es deutliche Unterschiede: Das Bau- und Ausbaugewerbe ist Spitzenreiter. Dort kamen 20,3 Prozent der Fehltage durch Verletzungen und Vergiftungen zustande, während es in der Gewerbegruppe „Textil und Leder“ 11,7 Prozent waren.

Häufigster Grund für eine Krankmeldung

Atemwegserkrankungen verursachten mit einem Anteil von 25,3 Prozent die meisten Fälle von Arbeitsunfähigkeit (AU) im Handwerk. Der Anteil an den Krankheitstagen betrug 12,8 Prozent und ist laut IKK classic damit im Vergleich zu 2018 rückläufig. Nach Einschätzung der Krankenkasse trägt die Corona-Pandemie mit den neuen Hygienestandards „sicher deutlich zu diesem abnehmenden Trend bei“.

Psychische Erkrankungen bei Handwerkern

13,8 Prozent aller Fehltage im Handwerker sind der Fehlzeiten-Analyse zufolge auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Im Handwerk kommen psychische Erkrankungen damit deutlich seltener vor als beim Durchschnitt der IKK-Versicherten (16,9 Prozent).

Die IKK weist darauf hin, dass sich in Bezug auf psychische Erkrankungen bei jungen Menschen im Handwerk ein ungünstiger Trend festzustellen sei. So hätten die 20- bis 29-Jährigen im Altersgruppenvergleich den zweithöchsten Anteil an psychischen Erkrankungen. Diese machten dort bereits 15,1 Prozent der AU-Tage aus. Betroffene fielen im Schnitt 28,4 Tage pro Krankheitsfall aus. Der Krankenkasse zufolge sind diese beiden Kennzahlen im Vergleich zu 2018 angestiegen.

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