Fiat hat den Ducato überarbeitet. Neu sind unter anderem die Front und die Motoren.
Foto: Denny Gille

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Fiat Ducato 2020: Komfortabler Kraftprotz

Leistungsstärkere und saubere Motoren, neues Automatikgetriebe, noch mehr Sicherheit: Fiat hat den Ducato überarbeitet und zur Probefahrt eingeladen.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Neue Motoren: Die neue Motorenreihe Multijet 2 setzt auf leistungsstarke 2,3-Liter-Motoren, die die Abgasnorm Euro 6d-Temp erfüllen.
  • Umfangreiches Sicherheitspaket: Totwinkelassistent, Radarsensoren, die Querverkehr beim Rückwärtsfahren erkennen und ein aktives Aufprallvermeidungssystem sorgen optional für sichere Fahrt.
  • Schafft was weg: Mit jeder Menge Ablagen, Tablet-Halterung und 1,5 Tonnen Zuladung ist der Ducato für den Handwerksalltag gut gerüstet.
  • Digital breit aufgestellt: Das Infotainment-System hat Apple Carplay integriert und ist kompatibel zu Android Auto. So lässt sich auf Wunsch auch mit Google Maps navigieren.

Die Straßen in und um Turin bieten alles, was eine abwechslungsreiche Probefahrt braucht: Geräumige Hauptstraßen, enge Gassen, ein paar bergige Passagen und eine gesunde Dosis Autofahrer, die zu frechen Manövern neigen.

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Das perfekte Auto für dieses anspruchsvolle italienische Terrain sollte eine gute Übersicht bieten und sich in jeder Verkehrssituation souverän steuern lassen. Klingt nach einem Job für einen Pkw? Das wäre ein bisschen langweilig. Wir satteln zwei Nummern größer auf: gut 5,4 Meter Länge, 11,5 Kubikmeter Ladevolumen und 1,5 Tonnen Zuladung. So schlägt sich der Fiat Ducato des Modelljahres 2020 auf den Straßen Turins.

Bevor die Fahrt beginnt, geht der Griff zu den wichtigsten Funktionen des Wagens: Die Außenspiegel werden bequem elektrisch eingestellt und das Lenkrad lässt sich mit einem Zug an einem Hebel in die gewünschte Position bringen. Die Armaturen sind in pflegeleichten schwarzen Hartkunststoff eingelassen. Hochwertiger wurden die Elemente gestaltet, bei denen es auf Haptik ankommt: Lenkrad und Schaltknüppel hat Fiat im Testfahrzeug mit Leder versehen. Das Navigationssystem kennt den Weg. Los geht´s.

Sichere Fahrt durch die Stadt

Die Fahrt beginnt in der Turiner Innenstadt. Hier gibt es viele Einbahnstraßen, alle hundert Meter warten Kreuzungen, der motorisierte Straßenverkehr kreuzt den öffentlichen Nahverkehr, dazwischen gehen Fußgänger ihrer Wege. Eine gute Übersicht über das Treiben ist da essenziell für eine entspannte Fahrt. Die liefert der Ducato souverän. Die großen geteilten Außenspiegel fangen alles ein, was links und rechts vom Fahrzeug passiert. So hält sich unsere Überraschung an einer roten Ampel in Grenzen, als sich eine ältere Dame in ihrem Kleinwagen an uns vorbei in die Pole-Position mogelt.

Anderen Überraschungen im Straßenverkehr begegnet der Ducato optional mit umfangreichen Sicherheitsfeatures: So zeigen zwei kleine Warndreiecke in den Außenspiegeln, ob die Fahrbahn links oder rechts gerade frei ist. Blockiert ein Fahrzeug die benachbarte Spur, leuchtet das entsprechende Dreieck des Totwinkelassistenten gelb auf. Auch für gefahrloses Rangieren im Rückwärtsgang ist ein Assistent verfügbar. Dabei helfen nicht nur Näherungssensoren und Rückfahrkamera: Zusätzlich erkennen Radarsensoren, ob sich beim Ausparken Objekte von der Seite nähern und helfen, Kollisionen zu vermeiden.

Ebenso optional verfügbar ist ein Spurhalteassistent, der beim unbeabsichtigten Verlassen der Spur akustische und optische Warnsignale sendet. Ein Aufprallvermeidungssystem warnt vor einer drohenden Kollision mit dem Vordermann und leitet, wenn nötig, automatisch eine Notbremsung ein.

Neue Motoren – viel Drehmoment

Genug Stadtverkehr. Wir jagen den Ducato die steilen Straßen durch den Superga Naturpark entlang. 160 PS leistet der 2,3-Liter-Motor unseres Testwagens. Während wir knapp 500 Höhenmeter überwinden und an engen Kurven oft viel Gas wegnehmen müssen, hat der Motor Gelegenheit, zu zeigen, was er kann. Unter Realbedingungen: Nicht nur die zwei Insassen simulieren hier die Zuladung, für die Testfahrt wurde der Laderaum des Fahrzeugs zudem mit einer halben Tonne Gewicht beladen.

Das maximale Drehmoment erreicht der Verbrenner bereits bei vergleichsweise niedrigen Drehzahlen. In den Motorvarianten 120 und 140 PS wird es mit 320 und 350 Newtonmetern schon bei 1.400 Umdrehungen pro Minute erreicht. In den höheren Motorisierungen liegt es ab 1.500 Umdrehungen an. Die Durchzugsstärke des Motors spüren wir in unserer 160-PS-Version mit 380 Newtonmeter maximalem Drehmoment bei der Fahrt durch die Berge deutlich. Verzichtet man auf eine allzu untertourige Fahrweise, erobert der Wagen seine Höhenmeter spielend.

9 Gänge in der Automatik

Wer dabei nicht selbst schalten will, kann auf Fiats neues 9-Gang-Automatikgetriebe zurückgreifen. Laut Fiat ist das Getriebe das leichteste seiner Art. Während einer Probefahrt konnte es mit sanften Schaltübergängen überzeugen. Zudem stellt es seinem Fahrer die meiste Power zur Verfügung.

In der 180-PS-Variante warten dann 450 Newtonmeter darauf, Lasten bewegen zu dürfen – 50 mehr als beim gleichen Motor mit manueller Schaltung. Die neuen Dieselmotoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Der Hersteller gibt kombinierte Kraftstoffverbräuche, abhängig vom Motortyp, zwischen 7,2 und 8,0 Liter auf 100 Kilometer an.

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