Foto: Dennis Gauert

Kölner Kraxler

Ford Ranger Wildtrak im Härtetest

Mit dem Ranger Wildtrak bietet Ford eine coole Allrad-Pritsche. Zusammen mit Offroad-Profi Timo Schweer haben wir ihn im Fursten Forest getestet.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Kerniger Kölner: 3,5 Tonnen Zugkraft, 1,1 Tonnen Nutzlast, 80 Zentimeter Wattiefe – der 170 PS starke Ford Ranger liefert in allen Pick-up-Paradedisziplinen kraftvolle Argumente.
  • Bewusster Stilbruch: Dass ein Nutzfahrzeug in seinem Inneren so gar nicht nach Nutzfahrzeug aussehen muss, beweisen die Kölner mit dem Top-Modell Wildtrak. Sportlich-robust, mit Ledersitzen und Schriftzügen geziert vermittelt der hochgewachsene Ford durch und durch angenehmes Ambiente im Inneren.
  • Ab in den Dreck: Offroad-Profi Timo Schweer hat dem orangen Testwagen im Geländepark Fursten Forest auf den Zahn gefühlt – und dabei hat sich der Ford Ranger überraschend wacker geschlagen.
  • Fazit: Für 40.240 Euro netto bietet Ford mit dem Ranger Wildtrak einen rundum gelungenen Spaß-Pick-up, der auch auf dem Weg zum Kunden eine überzeugende Figur macht.

Ein Pick-up ist kein nüchternes Arbeitsgerät. Modernes Design, zuschaltbarer Allradantrieb und ein sparsamer Dieselmotor – so handhaben es eigentlich alle Hersteller für europäische und asiatische Formate. Da sie als Doppelkabine hierzulande keine Lkw-Zulassung bekommen, ist die Ein-Prozent-Regel eine Eintrittskarte zum Spaßkonzept, das auch privat begeistert. Ford bietet mit dem Ranger das kompakte Pendant zum in den USA verkauften F-150. Die Abmessungen entsprechen Konkurrenten wie dem VW Amarok oder dem Nissan Navara. Der Unterschied bei Ford ist die Leidenschaft für den Spieltrieb. Im Kölner Kraxler geht alles einen Tick cooler – insbesondere als „Wildtrak“. Wir haben uns den Wühlmeister im Fursten Forest zusammen mit dem Offroad-Spezialisten Timo Schweer zur Brust genommen.

Grobstollige Reifen sind die halbe Miete

Danke Ford! In der Presseabteilung wurde nach der Ankündigung, im Dreck zu spielen, gleich mitgedacht und grobes Offroad-Schuhwerk montiert. Die wuchtigen Pneus mit viel Negativprofil sind für den leicht durchgeweichten Untergrund wie geschaffen. Mit an Bord: zuschaltbarer Allradantrieb mit Untersetzung und ein separat sperrbares Hinterachsdifferential – eine Seltenheit, die aktuell nicht einmal der deutsche Offroadkönig Mercedes-Benz in der G-Klasse bietet. So gelingt leichtes Gelände sogar ohne Allradantrieb.

Aktives Fahrverhalten mit Spaß-Bonus

Übersteuern, das können die Pick-ups alle gut. Durch den Hinterradantrieb und das im unbeladenen Zustand geringe Gewicht am Heck greifen alle Vertreter ihrer Zunft hinten auch mal ins Leere. Der Ranger lässt sich durch seine vergleichsweise direkte Lenkung damit formschön um die Ecken zirkeln. Für so einen Klotz von Auto ein sportliches Talent. Dabei ist der Top-Ausstatter Wildtrak eigentlich für den Offroad-Einsatz mit Gepäck gedacht. Mit einer Wattiefe von bis zu 80 Zentimetern geht so leicht niemand baden, die 265er Offroad-Pneus tun ihr Übriges, um den Ranger durchs Gelänge zu bringen. Innen könnte der Eindruck konträrer nicht sein: sportlich-robust, mit Ledersitzen und Schriftzügen geziert, vermittelt der hochgewachsene Ford ein Ambiente, das so gar nicht an ein Nutzfahrzeug für Sand und Schlamm erinnert.

Pick-ups sind immer ein Kompromiss

Doch seien wir ehrlich: Auch ein Ranger ist kein Vollblut-Offroader. Allein aufgrund des langen Radstandes spielen Pick-ups gegenüber den Land Rovers, G-Klassen und Jeeps dieser Welt erwartungsgemäß die zweite Geige. Denn sie sollen einen Kompromiss zwischen Nutzlast, Zuglast und Traktion bieten. Im Fall des Rangers gelingt alles mindestens genauso gut wie bei der Konkurrenz: Über 1,1 Tonnen Nutzlast sattelt das europäische Pendant zum F-150 auf, 3,5 Tonnen schwere Anhänger können gezogen werden. In Verbindung mit einem 170 PS starken Vierzylinder-Turbodiesel sind bei den 2,1 Tonnen Leergewicht zwar keine Genickschläge zu erwarten, aber das Drehmoment von 340 Newtonmetern liegt früh an und reicht für alle Zwecke.

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