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Foto: Privat
Dachdeckerinnen Anna-Sophia (li.) und Anita Sahm kommen aktuell nicht mehr an Holz-Nachschub über ihren Händler.

Dachdeckerinnen schlagen Alarm

Handwerker-Hilferuf: „Wir können kein Holz mehr bestellen“

Mehr als für ein Objekt reicht das Holz in ihrem Dachdeckerbetrieb nicht mehr. Anita und Anna-Sophie Sahm fordern in einer Video-Botschaft Hilfe für Handwerker, die unter Materialknappheit leiden. 

So wie diesen Dachdeckerinnen geht es momentan vielen Handwerksbetrieben in der Baubranche: Die Holz-Lager leeren sich und Händler können keinen Material-Nachschub liefern. In einem Facebook-Video in Zusammenarbeit mit dem Dachdecker-Verband Nordrhein schlagen Anita und Anna-Sophia Sahm vom Betrieb Sahm Bedachungen in Weilerswist bei Bonn Alarm.

Dachdeckerhandwerk in Bedrängnis

Noch nie in der fast 100-jährigen Firmengeschichte hätte es Lieferengpässe in dieser Dimension gegeben, sagt Meisterin Anita Sahm. Was sie ärgert: das heimische Holz werde nach China und den USA geliefert, die Betriebe in Deutschland müssten Aufträge wegen Materialknappheit absagen.

Tochter Anna-Sophia Sahm weist auf ein weiteres Problem hin: Fast zwei Drittel aller Aufträge des Betriebs mit neun Mitarbeitern seien energetische Sanierungen. „Wir betreiben aktiv Klimaschutz. Das geht aber nur, wenn wir Holz und Dämmstoffe haben“, sagt die 31-Jährige. Die Lieferzeiten liegen nicht selten bei acht bis zehn Wochen und nun können sie beim Händler „voraussichtlich bis Juni“ kein Holz mehr bestellen.

Was tut die Inhaberin, wenn kein Baumaterial nachkommt? „Wir ziehen die Aufträge vor, bei denen wir kein Holz brauchen“, sagt die 65-Jährige. Und sie sieht schon den nächsten Engpass: „Dämmstoffe werden immer knapper, mindestens fünf Wochen Lieferzeit haben wir da momentan.“

Das Facebook-Video geht derzeit viral: 65.000 Aufrufe in weniger als 24 Stunden, über 1300 Mal bei Facebook geteilt. Die Handwerkerinnen fordern von der Politik den Dialog, mit dem Ziel die Wertschöpfung vor Ort zu stärken und den Nachhaltigkeitsgedanken zu pflegen.

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