Foto: holzgespür

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Internet der Dinge

Smarte Handwerker-Sensorik: Das Lager denkt mit

Das Unternehmen Holzgespür hat einen Sensor getestet, der die Trocknung von Rohhölzern im Lager überwacht. Das Ergebnis ist vielversprechend.

Auf einen Blick

  • Anwendungsfall für das Internet der Dinge im Handwerk: Gründerin Julia Kasper hat einen Sensor zur Überwachung im Holzlager getestet.Er verrät, wann welches Holz trocken genug zur Verarbeitung ist.
  • Bei der Entwicklung der Lösung hatte sie professionelle Hilfe. Das ist auch gut so, denn bis ein Sensorsystem mit der passenden Software die gewünschten Ergebnisse liefert, ist es ein weiter Weg.
  • Der Holzsensor ist nicht die letzte Digitalisierungs-Idee, die die Gründerin im Sinn hat.

Wie lässt sich das Internet der Dinge ins Handwerk bringen? Diese Frage hat Julia Kasper, Gründerin von Holzgespür, beschäftigt. Mit 3D-Konfigurator und Online-Shop bildet Holzgespür heute die digitale Marke der Tischlerei Kasper. Und Julia Kasper ist stets auf der Suche nach neuen digitalen Geschäftsmodellen, die das Handwerk zukunftsfähiger machen.

Trocknungsgrad automatisch überwacht

Dabei hat sie auch eine Antwort darauf gefunden, wie sie die Sensorik sinnvoll im Tischlerbetrieb einsetzen kann. Ausgangspunkt: „Als Tischlerei verarbeiten wir Holz erst, wenn ein gewisser Trocknungsgrad erreicht ist. Wir haben diverse Stämme im Lager, deren Zustand wir derzeit manuell erfassen müssen“, sagt Kasper. Ein Prozess, der sich digitalisieren und automatisieren lässt. Hier kommen Feuchtesensoren ins Spiel: Sie sollen die Rohhölzer im Lager permanent überwachen. Sobald ein eingelagerter Stamm nach ein paar Jahren trocken genug für die Weiterverarbeitung ist, sehen die Tischler das.

Initiator der Idee war Christoph Krause, Digitalisierungsberater der Handwerkskammer Koblenz. Mit einem kleinen Team der Universität Koblenz Landau kam er auf Kasper zu. Uni-Mitarbeiter Patrick Nitschke und Student Thomas Willems haben das Sensorsystem schließlich einsatzfähig entwickelt. Im Sommer hat Julia Kasper ihn getestet. Gemessen wird dabei eine Bohle pro aufgesägtem Baumstamm.

Ganz einfach war das nicht: Das Team nutzte zunächst vorhandene Messtabellen, um aus den punktuell gemessenen physikalischen Werten den Gesamtzustand des Holzes zu ermitteln. Doch die hatten eine entscheidende Schwäche: „Wir hatten nur Messtabellen für amerikanische Hölzer“, sagt Julia Kasper, „ein amerikanischer Nussbaum verhält sich aber ganz anders als ein heimischer.“ So musste das Team eigene Grundlagen für die Verwertung der Messdaten schaffen.

Nach dem Test: Reif für die Anwendung

Und wie sieht das Testfazit aus? „Stand jetzt können wir sagen, das System ist weitgehend funktionsfähig“, sagt Julia Kasper. Sie kann sich gut vorstellen das System demnächst im Unternehmen einzusetzen. Den größten Vorteil sieht sie im Wissensmanagement: „Ein Chef kümmert sich um alles, so entsteht Hoheitswissen, das verloren geht, wenn er einmal ausfällt. Eine Holzüberwachung würde einen Teil des Wissens zentral und live verfügbar machen.“

Die Idee zur Holzüberwachung im Lager entstand übrigens aus einem anderen Anwendungsfall. „Durch den Kundenkontakt wissen wir, dass viele Käufer gerne wissen möchten, wann sie ihre Holzmöbel mit Öl pflegen sollten“, sagt Julia Kasper. Pauschal könne man das allerdings nicht beantworten, weil das davon abhänge, wie und wie oft ein Echtholz-Möbel genutzt, abgewischt, beansprucht wird. Würde ein Sensor den Trockengrad des Möbelstücks überwachen, könnte der intelligente Küchentisch zum Beispiel melden, wann es Zeit für die nächste Ölung ist.

Zum Erstversuch mit dem Internet der Dinge wäre dieser Anwendung jedoch etwas zu komplex gewesen. Julia Kasper aber behält sie im Hinterkopf. Und erzählt: „Ich kann mir einige sinnvolle Anwendungen für das Internet der Dinge im Handwerk vorstellen.“ Will sie etwas mehr verraten? „Noch nicht!“

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